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Dr. Mabuse am Bodensee

Saarbrücken. Das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass widmet dem luxemburgischen Schriftsteller Norbert Jacques (1880 bis 1954) eine Ausstellung. Unter dem Titel „Dr. Mabuse am Bodensee“ beleuchtet die Schau vom 9. April bis zum 23. Juni das vielfältige Leben und Werk des Autors, der als Schöpfer der legendären Verbrecherfigur Dr. Mabuse Weltruhm erlangte.

Norbert Jacques war eine schillernde Persönlichkeit: Als weitgereister Autor suchte er zeitlebens den Kontrast zwischen pulsierenden Metropolen wie Berlin oder Hamburg und der Ruhe des Bodensees. Ab 1904 wurde die Region für fünf Jahrzehnte zu seinem festen Rückzugsort und seiner erklärten „Wahlheimat“. Dieser geografische Gegensatz prägte sein Selbstverständnis als Schriftsteller, der sich trotz seiner polyglotten Art nie als reiner Kosmopolit sah.

Die Ausstellung im Literaturarchiv bietet einen Überblick über die wesentlichen Lebensstationen und das vielseitige Werk des Autors. Sie eröffnet vertiefende Einblicke in Jacques’ tiefe Verbundenheit zur See-Region, der er zahlreiche kulturhistorische und naturkundliche Texte widmete. Schließlich liegt ein besonderer Fokus auf seiner berühmtesten Schöpfung. Seit dem Romanerfolg „Dr. Mabuse, der Spieler“ (1921) hat die Figur ein Eigenleben in der Populärkultur entwickelt, das weit über das ursprüngliche Werk hinausreicht.

Die Ausstellung lädt dazu ein, einen Autor wiederzuentdecken, dessen Werk die Brücke zwischen regionaler Verbundenheit und moderner Kriminalliteratur schlägt.

Die Ausstellung ist im Ausstellungsraum des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass (Geb. B1 1, Foyer der SULB) auf dem Campus der Universität des Saarlandes zu sehen. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8 bis 21 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr.

Am 12. Juni um 15.30 Uhr findet eine öffentliche Führung durch die Ausstellung statt, weitere Führungen können nach Vereinbarung verabredet werden.

Das Filmhaus Saarbrücken zeigt zudem eine Auswahl an Filmen zu Dr. Mabuse:

Donnerstag, 7. Mai, 20 Uhr: Dr. Mabuse, der Spieler I: Der große Spieler. Ein Bild der Zeit (1922)

Donnerstag, 21. Mai, 20 Uhr: Dr. Mabuse, der Spieler II: Inferno. Ein Spiel von Menschen unserer Zeit (1922)

Donnerstag, 4. Juni, 20 Uhr: Das Testament des Dr. Mabuse (1932)

Donnerstag, 18. Juni, 20 Uhr: Die 1000 Augen des Dr. ­Mabuse (1960). red./jb

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