Deutsch-amerikanischer Austausch

Homburg. Viele außerschulische Veranstaltungen mussten im letzten Jahr abgesagt werden. So erging es auch mit dem traditionellen Herbstbesuch des Christian von Mannlich-Gymnasiums in Henrico County, dem amerikanischen Partnerlandkreis des Saarpfalz-Kreises. Das war zunächst sehr enttäuschend für viele Schüler; denn auf der Interessentenliste standen weit über 50 Personen.

Kristen Macklin, Deutschlehrerin an der Godwin High School, und Catrin Stöck, Englischlehrerin am Christian von Mannlich-Gymnasium, blieben trotz Corona in engem Kontakt, und so war allen Beteiligten schnell klar: Wir versuchen es mit einem virtuellen Austausch.

Dieser sollte erst einmal im kleinen Rahmen stattfinden, um mit Hilfe von Videokonferenzen und anderen digitalen Tools eine Beziehung zwischen den Schülern aufzubauen. Dieser ungewöhnlichen Aufgabe stellen sich 15 Schüler auf beiden Seiten des Atlantiks. Sie trafen sich über sechs Wochen mittwochs für 45 bis 60 Minuten gemeinsam im Zoom Meeting und bearbeiteten jeweils im Vorfeld eines Meetings mit Hilfe der Plattform „Immersu2“ verschiedene Aufgaben. Zusätzlich sollten sie einmal pro Woche ihre US-Partner kontaktieren.

An der Godwin High-School fand seit März 2020 ausschließlich Online-Unterricht statt. Erst seit April 2021 dürfen Schüler freiwillig wieder zur Schule kommen. Die ersten beiden Meetings dienten der Organisation und dem Kennenlernen, bei den vier weiteren Treffen danach wurde die Gruppe aufgeteilt und traf sich in sogenannten „Breakout Rooms“, wo gezielt Fragen entweder auf Deutsch oder auf Englisch gestellt und beantwortet wurden.

„Breakout Rooms“

Wie solche Aufgaben konkret aussahen, erklärt Catrin Stöck: „Wir haben versucht, Abwechslung zu bieten. Schülerinnen und Schüler haben z. B. Fotos über ihre Lieblingsplätze oder -orte ausgetauscht. Sie haben zusammen eine Online-Stadtrallye entworfen und durchgeführt. Sie mussten in der jeweiligen Stadt mit Hilfe einer Karte Orte finden, oder auch kleine Audios erstellen, die für die Sprachförderung gut waren.“ Im letzten Meeting wurden die Küchen der Teilnehmenden zum Programmpunkt „How to bake soft pretzels“ benötigt. Mit einem deutschen und englischen Rezept machten sich die Teams an die Arbeit. Fotos der selbstgebackenen Brezeln wurden in der Whatsapp-Gruppe gepostet. Nach den sechs Wochen war es nicht verwunderlich, dass Eddie, ein Godwin Schüler, meinte: „If I could I would love to hug you all! Wenn ich könnte, würde ich euch alle am liebsten umarmen!“

Zu guter Letzt hatten beide Gruppen ein großes Paket mit typischen Süßigkeiten über den großen Teich geschickt. Das amerikanische Paket kam innerhalb einer Woche in Homburg an, das deutsche ließ sieben Wochen auf sich warten. Ungeachtet dessen bleibt dieser Austausch bei allen in sehr guter Erinnerung. red./jj

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