Der lange Weg zur Emanzipation der Juden

Ottweiler. Die Kreisvolkshochschule Neunkirchen bietet unter der Leitung von Professor Dr. Herbert Jochum einen Vortrag zum Thema „Der lange Weg zur bürgerlichen Gleichberechtigung der Juden“ an. Der Vortrag findet am Donnerstag, 2. Juni, um 18.30 Uhr, im Historischen Sitzungssaal des Landratsamts Ottweiler statt.

Zu den Leitideen der Aufklärung gehörten die Menschenrechte, die allen Menschen ungeachtet ihrer Ethnie, sozialen Herkunft oder Religion zukommen sollten. Die französischen Revolutionäre von 1789 waren der Überzeugung, dass die Vorurteile gegen die Juden verschwänden, wenn man sie aus den erniedrigenden Zuständen befreien und ihnen rechtliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung einräumen würde. Mit den Toleranzedikten Josephs II. in Österreich und vor allem mit den napoleonischen Kriegen wurden diese Ideen in die Welt getragen.

Mit dem preußischen Edikt von 1812 begann der Prozess der Emanzipation der Juden in Deutschland, die in den einzelnen Staaten bis 1878 mehr oder weniger weitgehend verwirklicht werden konnte. Die Juden, vor allem die reformfreudigen, begannen sich durch Akkulturation in die bürgerliche Gesellschaft zu integrieren. Doch in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts verstärkten sich die emanzipationsfeindlichen Tendenzen. Der Holocaust der Nazis bedeutete dann das Ende des Emanzipationsprojekts.

Der Vortrag kostet 5 Euro. Eine telefonische oder schriftliche Anmeldung ist erforderlich. Weitere Auskünfte erteilt die KVHS, Tel. (06824)906-4170 oder 906-4218. Schriftliche Anmeldung an den Landkreis Neunkirchen, KVHS, Wilhelm-Heinrich-Straße 36, 66564 Ottweiler oder kvhs@landkreis-neunkirchen.de. red./hr

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