Blühoase belebt kochende Öde

Kerstin Pick (ZW-vernetzt) und Erfinder Markus Dotterweich stellten den MobiGa vor. Foto: v. Waldow
Kerstin Pick (ZW-vernetzt) und Erfinder Markus Dotterweich stellten den MobiGa vor. Foto: v. Waldow - (Bild 1 von 1)

Zweibrücken. Mit einem bunten Fest feierten das Helmholtzgymnasium, der Zweibrücker Natur- und Umwelt-Initiative und der gleichnamige Verein ZW-vernetzt und DRK-Biotopia die Ankunft des ersten mobilen Gartens MobiGa auf dem öden und heißen Platz zwischen Schule und Mehrzweckhalle in der ehemaligen Feuerwehr. Schulleiterin Kerstin Kiehm bedankte sich bei ZW-vernetzt und Biotopia für die Bereicherung und dass, trotz nahenden Ferienbeginns, gerade das Helmholtzgymnasium als erster Standort für den MobiGa ausgewählt worden war. Sie ist sich sicher, dass neben den Schülern auch die Bevölkerung den einladenden, blühenden Sitzplatz gerne nutzen wird, um zu verweilen.

Außerdem will die 2019 für ihre Nachhaltigkeit ausgezeichnete Schule das erste Grün auf dem erst im vergangenen Jahr angelegten Platz als Ansporn nehmen, um selbst Hand anzulegen, in Gemeinschaft mit Schülern, Kollegium und Eltern. Sie führte aus: „Der MobiGa passt perfekt zu uns und wird auch in den Unterricht zum Thema Nachhaltigkeit mit einfließen.“ Ihr Dank galt zudem Kerstin Pick von ZW-vernetzt, die nicht nur dem Team angehörte, das die zu 100 Prozent über das Sponsoring durch die Stiftung „L(i)ebenswert“ der PSD-Bank über 10 000 Euro finanzierte Anschaffung des MobiGa erdacht und ermöglicht hatte, sondern mit ihrer Umwelt-AG auch sehr viel Bewusstsein bei den Schülern wecke. Die Angesprochene übergab das Wort an MobiGa-Hersteller Markus Dotterweich, der den interessiert lauschenden Gästen das Prinzip dieses MobiGa erklärte. Auf der vertikalen Fläche mit einer Sonnen- und einer Schattenseite sind, je nach ihrer Präferenz, rund 80 Kräuter und Stauden verteilt.

Rund 80 Kräuter und Stauden

Deutlich mehr, als sich auf einem horizontalen Bodenbeet anpflanzen ließen, in einer erheblichen Bio-Diversität. Ausgewählt wurden mehrjährige, winterharte Pflanzen, die so wachsen und gedeihen werden, dass das Holzregal unsichtbar wird. Zudem wurde statt Torf ein anderes Material verwendet, jedoch ein ebenso guter CO2-Speicher sei. Das Insektenhotel mit Schutz vor hungerigen Vögeln bringt die Bestäuber gleich an den passenden Ort. Unter der Bank angelegt ist ein 400-Liter-Tank, der sich im Idealfall mit Regenwasser füllt. Eine kleine Solaranlage betreibt autark die Pumpe, um das Wasser an die Pflanzen zu pumpen. In den Ferien übernehmen die Hausmeister das Gießen, bis es ausreichend geregnet hat und im Bedarfsfall springt – wie an zahlreichen Pflanzungen im weiten Stadtgebiert und den Vororten – ZW-vernetzt ein. „Dieser Farbtupfer tut dem grauen Platz sehr gut“, findet Nikole Pink. Der Zwölftklässlerin freut sich, dass auch gleich an die Bienen gedacht wurde. Allerdings hat sie, ebenso wie ihre Klassenkarmeraden, den Eindruck, dass viele Schüler das triste Grau und die Hitze auf dem zugeplasterten Platz schon gar nicht mehr wahrnähmen. Clara Siefert ergänzt: „Deshalb ist es gut, dass wir den MobiGa jetzt haben und er das Thema Natur und Nachhaltigkeit noch einmal bewusst macht.“ Dazu passte die kleine Demonstration der jungen Tüftler, die sich nach zwei erfolgreichen Jahren zum dritten Mal an dem Schüler-Solar-Wettbwerb beteiligen. Diesmal geht es darum, einen Solar getriebenen Rennwagen zu bauen. Leider lasse sich die Technik nicht auf jedes Auto anwenden. Für beste Stimmung sorgte die noch junge Schülerband „CALLIGATOR“. „Let‘s fetz!“ forderte Leadsängerin Bonny auf und dann rockte das Newcoer-Quintet mit Hits wie „We will rock you“ oder, passend, „Summer of 69“ die voll besetzte Aula.

Der MobiGa ist, wie das Wort bereits andeutet, auf Wanderschaft angelegt. Bis Herbst wird er voraussichtlich den öffentlichen Platz vor dem Helmholtzgymnasium bereichern. „Wir haben schon mehrere weitere Standorte im Blick. Nur an der idealen Winterlösung tüfteln wir noch“, erklärt Marlen Friedo (Biotopia). Info: www.zw-vernetzt.de cvw

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