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Bilinguales Erfolgskonzept

Bildunterschrift: Mit ihrer Interpretation von „Je vole“ von Michel Sardou bescherte die EU-Schülerin Char-lotte den Gästen einen emotionalen Moment, der die Schönheit der französischen Sprache unterstrich.Foto: Schule
Mit ihrer Interpretation von „Je vole“ von Michel Sardou bescherte die EU-Schülerin Char-lotte den Gästen einen emotionalen Moment, der die Schönheit der französischen Sprache unterstrich.Foto: Schule - (Bild 1 von 1)

Homburg. Kürzlich überreichte der französische Generalkonsul Jérôme Spinoza, begleitet von der Kooperationsattachée für Französisch des Institut français Deutschland, Joëlle Hecker, und einer Vertreterin des Ministeriums für Bildung und Kultur, Anette Marx, das Label FrancEducation an das Gymnasium Johanneum. Eine andächtige Stille breitete sich in der vollbesetzten Aula aus, während Schüler, Lehrkräfte und Gäste dem musikalischen Auftritt der Zwölftklässlerin Doria an der Harfe lauschten und eine Bilderschau verfolgten, die die vergangenen Jahre deutsch-französischer Begegnungen der Schule Revue passieren ließ. Die Gesichter der 230 EU-Schüler aus den Klassenstufen 5 bis 12 strahlten Zufriedenheit, Glück und Stolz aus – Glück über die besonderen Erlebnisse, die sie bereits gemeinsam teilen durften, und Stolz auf den besonderen deutsch-französischen Bildungsweg, für den sie sich entschieden haben.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiter Oliver Schales kehrte erneut Stille ein, als Schüler unterschiedlicher Klassenstufen in kurzen deutschen und französischen Botschaften erklärten, warum sie sich für den bilingualen EU-Zweig des Johanneums entschieden haben. Viele betonten das Interesse an der Nachbarsprache, die Möglichkeit des bilingualen Sachfachunterrichts und die Chance, neben dem deutschen Abitur auch gleichzeitig das französische Abitur, das Baccalauréat, erwerben zu können. Auch der stetige Kontakt mit der französischen Kultur wird als bereichernd empfunden.

„Im EU-Zweig fühle ich mich genau richtig.“

Die Zwölftklässlerin Kyara, die – wie Doria – in diesem Jahr ihren deutsch-französischen Doppelabschluss absolvieren wird, erklärte: „Pour moi, apprendre le français, c’est vraiment plus qu’apprendre une langue. C’est vraiment une nouvelle façon de découvrir le monde, une façon de découvrir une nouvelle culture, de penser différemment – voilà, une porte qui s’ouvre.“ Auch wenn die Antworten unterschiedlich ausfielen, schwang in allen Beiträgen eine einheitliche Botschaft mit: „Im EU-Zweig fühle ich mich genau richtig“, brachte es die Fünftklässlerin Zeen auf den Punkt. Der Höhepunkt der Veranstaltung war die feierliche Verleihung des Labels FrancEducation. Generalkonsul Jérôme Spinoza lobte in seiner Ansprache das Johanneum als vorbildliches Beispiel einer AbiBac-Schule und betonte dessen Rolle als Botschafter der deutsch-französischen Freundschaft, bevor er die Plakette an die Schülerin Charlotte und den Schülersprecher Bijan übergab.

Feierliche Verleihung

Das Label FrancEducation ist eine Exzellenzauszeichnung des französischen Europa- und Außenministeriums und wird weltweit an Schulen mit herausragenden bilingualen Programmen verliehen.

Mit 500 AbiBac-Absolventinnen und -Absolventen in den vergangenen Jahren, über sieben jährlich stattfindenden Austauschprogrammen mit Frankreich und zahlreichen bilingualen Angeboten darf sich das Johanneum nun als Teil dieses besonderen deutsch-französischen Netzwerks betrachten. Generalkonsul Jérôme Spinoza zeigte zudem großes Interesse an einem verstärkten Austausch mit der Schule, um gemeinsam den Weg für ein intensiveres Französischlernen, wie es die Frankreichstrategie+ des Saarlandes vorsieht, zu ebnen.red./wj

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