Biker holten sich zum Saisonende den Segen

Diakon Gerd Fehrenbach, selbst begeisterter Biker, segnete die versammelten Motorradfahrer und ihre Maschinen. 
Foto: Ute Kirch / Bischöfliche Pressestelle Saarbrücken
Diakon Gerd Fehrenbach, selbst begeisterter Biker, segnete die versammelten Motorradfahrer und ihre Maschinen. Foto: Ute Kirch / Bischöfliche Pressestelle Saarbrücken - (Bild 1 von 1)

Herrensohr. Es knatterte gewaltig, als nach und nach etwa 40 Biker vor den Platz der Kirche St. Marien in Herrensohr einfuhren, um mit einem gemeinsamen Open-Air-Gottesdienst die Saison ausklingen zu lassen. Viele hatten ihre Familien mitgebracht, so dass etwa 80 Personen bei bestem Herbstwetter den Motorrad-Gottesdienst im Freien feierten, zu dem Diakon Gerd Fehrenbach zum dritten Mal eingeladen hatte.

Lebensgefühl der

Menschen ansprechen

„Wir wollen die Menschen mit ihrem Lebensgefühl ansprechen. Es kommt zum Ausdruck, was sonst nicht so sichtbar wird: Die Lust und die Freude sich fortzubewegen, die unmittelbare Erfahrung der Natur, Wind, Sonne und Wetter, gemeinsame Ausflüge, die Kameradschaft untereinander“, sagt Fehrenbach, der selbst ein passionierter Motorradfahrer ist. Doch zum Saisonausklang gehöre auch der Dank für eine unfallfreie Fahrt und das Gedenken an verunglückte Zweiradfahrer.

Zum „MoGo“ mit christlicher Rockmusik mit Hits von John Lennon, Pink Floyd und Bob Dylan kam auch das Ehepaar Christine und Hans Montag aus Dudweiler. „Wir sind hier, weil er den Segen von oben braucht“, betont Christine Montag und ihr Mann schiebt nach: „Sie hat ein bisschen Angst um mich und es schadet ja nichts.“ Seit 18 Jahren genießt er die Spritztouren in der Natur. „Diese Saison war leider sehr verregnet, da bin ich nur so 2 000 Kilometer gefahren“, bedauert er.

Die Freunde Jürgen, Beate und Annemarie sind aus Eppelborn angereist. „Wir waren im April bereits auf der Motorrad-Wallfahrt in Klausen zum Auftakt, da gehört der Segen zum Saisonausklang selbstverständlich auch dazu“, meint Jürgen.

„Fahre niemals schneller als dein Schutzengel fliegen kann“

Mit dem Gottesdienst-Motto „Fahre niemals schneller als dein Schutzengel fliegen kann“ solle auf humorvolle Weise die eigene Schutzbedürftigkeit als Motorradfahrer hervorgehoben und zugleich an die Verantwortung für sich und andere appelliert werden. „Es ist nicht gut, die Grenzen der eigenen Lenkkünste und der Fahrphysik auszureizen. Gelassenheit, Umsicht und Achtsamkeit füreinander führen besser zum Ziel“, sagt Fehrenbach.

Wegbegleiter als

gute Engel

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die biblische Erzählung des Buches Tobit. „Sie zeigt, dass es gut ist, den Ratschlag von Weggefährten anzunehmen, sei es unterwegs auf Reisen oder übertragen auf den Wegen des Lebens. Solche Wegbegleiter haben sich oftmals als Engel erwiesen“, so der Diakon. Im Anschluss an den Wortgottesdienst segnete er auf Wunsch die Fahrerinnen und Fahrer persönlich.

Bei der Kollekte wurden rund 340 Euro gesammelt, die die Biker dem Hospizverein Rhein-Ahr zur Wiederaufbauhilfe nach der Flutkatastrophe spenden.

Der nächste „MoGo“ in Dudweiler findet am Sonntag, 15. Mai, als ökumenischer Gottesdienst statt.red./tt

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