Dillingen. Das Jahr 2025 war für den Kunstverein Dillingen ein außergewöhnlich erfolgreiches, intensives und bewegendes Jahr. Mit einem vielfältigen Programm aus hochkarätigen Ausstellungen, Vorträgen, Kooperationen und besonderen Kunstprojekten ist es erneut gelungen, Dillingen als wichtigen Ort der regionalen und überregionalen Kunst sichtbar zu machen.
Wichtiger Ort regionaler und überregionaler Kunst
Den Auftakt bildete bereits am 9. Februar ein deutliches Signal der Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg: Wolfgang Birk, Vorsitzender des Kunstvereins Dillingen, hielt die Laudatio zur Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler (APK) „Prozess – Reihe – Variation“ in Neustadt.
Nur eine Woche später eröffnete der Kunstverein sein eigenes Ausstellungsjahr mit der Ausstellung „Strukturen“. Die beiden Bildhauer Thomas Wojciechowicz und Reiner Mährlein, beide aus der Pfalz, trafen hier erstmals in einer gemeinsamen Ausstellung aufeinander – vermittelt durch die APK. Die feierliche Eröffnung im Zentrum August Clüsserath übernahm Steffen Egle, Direktor des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern. Die Ausstellung setzte ein starkes Zeichen für den künstlerischen Dialog zwischen Saarland und Pfalz.
Ein absoluter Höhepunkt des Jahres folgte am 1. Juni 2025 mit der Eröffnung der großen Retrospektive „Magdalena Grandmontagne. Orte – Zeiten – Spuren“, eingeführt von Dr. Andreas Bayer vom Institut für Aktuelle Kunst in Saarlouis. Magdalena Grandmontagne blickt auf ein 50-jähriges künstlerisches Schaffen zurück. Mit rund 1500 Besuchern wurde diese Ausstellung zu einem der größten Erfolge in der Geschichte des Kunstvereins und zu einem echten Publikumsmagneten. Im August präsentierte der Kunstverein ein weiteres außergewöhnliches Projekt: Erstmals wurden alle 80 Gouachen von Jean Lurat aus dem Besitz der Eppelborner Paul-Ludwig-Stiftung vollständig gezeigt – ein kulturelles Ereignis von überregionaler Bedeutung, das große Beachtung fand und das Lurat-Museum erneut in den kulturellen Fokus rückte. Die Stiftung selbst feierte am 8. September ihr 25-jähriges Bestehen.
Unmittelbar daran anschließend setzte der Kunstverein mit „Kunst im Kreisel“ am Tag des Offenen Denkmals, dem 14. September, ein starkes Zeichen im öffentlichen Raum. Im Mittelpunkt stand die monumentale Skulptur „View Point“ von Richard Serra, ein Geschenk der Dillinger Hütte an die Stadt. Führungen durch das Innere der Skulptur sowie praktische Workshops machten das Projekt für alle Generationen erlebbar. Ermöglicht wurde dies durch die Unterstützung der Stadt Dillingen, des Landkreises Saarlouis und der SHS Stahl-Holding-Saar.
Am 17. Oktober hielt Wolfgang Birk im Kahnweiler-Haus in Rockenhausen einen viel beachteten Vortrag über die vor 1914 von Daniel Henry Kahnweiler vertretenen Künstler – darunter Pablo Picasso, Georges Braque und André Derain. Das Kahnweiler-Haus war bereits 2024 mit wertvollen Picasso-Lithografien ein bedeutender Leihgeber für die Dillinger Ausstellung „Clüsserath und Picasso“ gewesen.
Im November stand erneut der saarländische Künstler August Clüsserath im Mittelpunkt: Die Ausstellung „Clüsserath und die Magie des Schwarz“ stellte seine Abstraktionen in einen spannungsreichen Dialog mit Positionen der saarländischen und internationalen Nachkriegskunst. Mehr als 20 hochkarätige Leihgaben von weltbekannten Künstlern – darunter Richard Serra, Ellsworth Kelly, Brice Marden und Norbert Kricke – ergänzten die Ausstellung und sorgten für große Resonanz.
Den glanzvollen Abschluss des Jahres bildete die Verkaufsausstellung „Nomadenschätze“, die am 7. Dezember endete. Das Ehepaar Yvonne und Robert Ney hatte seine Sammlung von rund 100 Nomadentextilien – gewebte, geknüpfte und gestickte Teppiche, Taschen und Decken – zugunsten des Kunstvereins aufgelöst. Mit fast zwei Dritteln verkaufter Arbeiten wurde diese Ausstellung zu einem überragenden wirtschaftlichen und kulturellen Erfolg und zu einem starken Zeichen gelebter Großzügigkeit. red./jj

