Saarbrücken. Das Saarland leitet die Planungen zur Reaktivierung der „Primstalbahn“ sowie der „Rosseltal- und Bisttalbahn“ ein. Dies hat die Landesregierung im Ministerrat beschlossen.
Die Reaktivierungsvorhaben basieren auf einer Machbarkeitsstudie, die für diese Strecken positive Kosten-Nutzen-Verhältnisse ausgewiesen hat. So erreichte die Primstalbahn einen Wert von 3,8, was sie zur wirtschaftlich attraktivsten Option macht. Hierbei soll die derzeit für den Güterverkehr genutzte Strecke zwischen Dillingen/Saarlouis und Schmelz-Limbach für den Personennahverkehr umgebaut werden, inklusive Lückenschluss zur Strecke Lebach-Jabach und der Elektrifizierung der Illtal- und Niedtalbahn. Geplant ist der Bau zusätzlicher Haltepunkte, um neue Regionen an das Bahnnetz anzuschließen.
Die Rosseltal- und Bisttalbahn bieten mit einem Kosten-Nutzen-Wert von 1,12 ebenfalls Potential. Die umfassenden Bauarbeiten umfassen die Sanierung oder den Neubau von 40 Brückenbauwerken, den zweigleisigen Wiederaufbau sowie die Elektrifizierung bislang nicht ausgerüsteter Abschnitte.
Trotz des positiven Ergebnisses der Strecke Merzig-Losheim am See wird diese nicht weiter verfolgt, da lokale Gremien der Reaktivierung nicht zugestimmt haben.
Ministerin Petra Berg betont die Wichtigkeit dieses Projekts für gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen städtischen und ländlichen Räumen sowie die regionale wirtschaftliche Dynamik. Durch verbesserte Verkehrsverbindungen sollen bestehende sowie neue Siedlungsräume besser erschlossen werden.
Die geschätzten Kosten der Reaktivierung belaufen sich auf dreistellige Millionenbeträge. Diese sollen durch Bundesfördermittel gedeckt werden, wobei die Förderung bis zu 90 Prozent betragen kann. Ein entsprechender Antrag kann erst nach einem erfolgreichen Planfeststellungsverfahren gestellt werden. Berg zeigt sich optimistisch, da das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz ab 2025 deutlich erhöhte Mittel bereitstellen soll. Die Unterstützung durch betroffene Kommunen verstärkt diesen Optimismus.
Weitere Infos sind unter www.saarland.de/reaktivierung verfügbar. Weitere Informationen gibt es unter www.saarland.de/reaktivierung red./jb






