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19. Peak Performer Kids Camp - Interview mit Magdalena Neuner

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Biathlon-Olympiasiegerin Magda­lena Neuner ist Schirmherrin der Peak Performer Kids Camp. Foto: Steffen Eirich - (Bild 1 von 1)

Saarbrücken. Am 15. und 16. August feiert das Peak Performer Kids Camp auf dem Sportcampus Saar in Saarbrücken Premiere. Rund 50 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren erleben zwei Tage voller Bewegung, Sport und Begegnungen mit Vorbildern aus Spitzensport und Wirtschaft – unter dem Motto „Freude am Leisten“.
Das von der emito GmbH unterstützte Format verbindet Bewegung, mentale Stärke, Ernährung und Gemeinschaft zu einem ganzheitlichen Erlebnis. Ziel ist es, junge Menschen unabhängig von Herkunft oder sportlicher Vorerfahrung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und ihnen Werte wie Einsatzbereitschaft, Teamgeist und Haltung zu vermitteln. Schirmherrin der Peak Performer Stiftung ist Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner.
An verschiedenen Stationen geben Spitzensportler, Unternehmer und Trainer praxisnahe Einblicke. Mit dabei sind unter anderem Volleyball-Nationalspieler Moritz Reichert sowie E-Sportler und Content Creator Niklas Luginsland, die ihre persönlichen Erfahrungen weitergeben und zum Glauben an die eigenen Stärken motivieren.
Das Programm umfasst Sportarten wie Tischtennis, Biathlon, Volleyball und Karate sowie Einheiten zu Ernährung und mentaler Stärke. Lokale Vereine werden eingebunden, um den regionalen Bezug zu stärken.
Die Teilnahme ist kostenlos, inklusive Verpflegung und Ausstattung. Das Camp richtet sich bewusst an Kinder unterschiedlichster Hintergründe, auch mit besonderen Herausforderungen, und fördert gezielt Teilhabe und Integration.
Weitere Informationen und Bewerbung online unter www.peak-performer-stiftung.de

Madgalena Neuner im Interview

Frau Neuner, Sie haben in Ihrer Karriere alles erreicht. Was hat Sie dazu bewegt, die Peak Performer Stiftung zu gründen und Ihre Energie nun in die Förderung von Kindern zu stecken?

Magdalena Neuner: Wenn ich an meine eigene Jugend zurückdenke, dann war ich mit 13 Jahren zwar noch ein ganz normales Mädchen mit vielen Interessen und Freunden, aber gleichzeitig hatte ich bereits einen großen Traum. Schon als Kind war ich fest davon überzeugt, dass ich einmal Biathletin werden möchte. Dieser Traum hat mir Orientierung gegeben und mich motiviert, Schritt für Schritt an meinen Zielen zu arbeiten. Was mich dabei besonders geprägt hat, war das Vertrauen und die Unterstützung meiner Eltern. Sie standen immer hinter mir und vermittelten mir das Gefühl: Wenn du für etwas brennst, dein Bestes gibst und dranbleibst, dann kannst du sehr viel erreichen. Dieses Vertrauen hat mir die Freiheit gegeben, meinen eigenen Weg zu gehen. Heute habe ich den Eindruck, dass viele Kinder und Jugendliche mit anderen Herausforderungen aufwachsen. Die Welt wirkt komplexer, die Erwartungen sind höher und die Unsicherheit oft größer. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen Mut zu machen, ihre Stärken zu entdecken, an sich selbst zu glauben und ihren eigenen Weg zu finden. Genau deshalb haben wir die Peak Performer Stiftung gegründet. Wir möchten Kinder und Jugendliche durch Sport, Begegnungen und inspirierende Gespräche dabei unterstützen, ihre Talente zu entfalten, Selbstvertrauen zu entwickeln und mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken.

Das Motto der Stiftung lautet „Freude am Leisten“. „Leistung“ wird heute oft mit Druck verbunden. Wie definieren Sie diesen Begriff für die Kinder im Camp neu?

Magdalena Neuner: Leistung wird heute oft mit Druck, Stress und ständiger Selbstoptimierung verbunden. Dabei habe ich im Sport etwas anderes gelernt: Leistung kann unglaublich viel Freude machen, wenn sie aus eigener Motivation entsteht. Natürlich gehören Disziplin, Ausdauer und manchmal auch Überwindung dazu. Aber Leistung bedeutet für mich nicht, sich um jeden Preis durchzubeißen. Es geht vielmehr darum, die eigenen Stärken zu entdecken, Ziele zu verfolgen und zu erleben, was alles möglich wird, wenn man an sich glaubt und dranbleibt. Genau das möchten wir den Kindern vermitteln. Nicht jeder muss Olympiasieger werden oder Bestnoten schreiben. Wahre Spitzenleistung bedeutet für mich, das eigene Potenzial bestmöglich zu entfalten und den Mut zu haben, seinen ganz persönlichen Weg zu gehen. Wenn Kinder erleben, dass sie etwas schaffen können, das sie sich vorher nicht zugetraut haben, entstehen Selbstvertrauen, Freude und Zuversicht. Genau das steckt für mich hinter unserem Motto „Freude am Leisten“.

Warum ist es Ihnen wichtig, den Kids so eine breite Palette anzubieten?

Magdalena Neuner: Kinder sind alle unterschiedlich. Jedes Kind hat eigene Stärken, Interessen und Talente. Deshalb ist es uns wichtig, im Camp eine möglichst große Vielfalt anzubieten. Oft braucht es nur einen kleinen Impuls, damit ein Kind etwas entdeckt, das es wirklich begeistert. Ich habe selbst früh meine Leidenschaft für den Biathlonsport gefunden und weiß, wie prägend das sein kann. Wenn Kinder etwas finden, das zu ihnen passt und ihnen Freude macht, entwickeln sie oft ganz von selbst Motivation, Ausdauer und Selbstvertrauen. Genau diese Erfahrungen möchten wir ihnen ermöglichen.

Ein absolutes Highlight wird die Biathlon-Station sein. Was können die Kids dort von Ihnen lernen, das über das rein Sportliche hinausgeht?

Magdalena Neuner: Ich stand mit neun Jahren zum ersten Mal auf einer Biathlon-Schießmatte und war von da an fest davon überzeugt, dass ich einmal Biathletin werden möchte. Auf meinem Weg habe ich aber nicht nur sportlich viel gelernt, sondern vor allem, Verantwortung für mein eigenes Handeln zu übernehmen. Meine Eltern haben mir immer das Gefühl gegeben, dass ich selbst Einfluss auf meinen Weg habe. Genau das möchte ich auch den Kindern vermitteln: dass sie durch ihr eigenes Tun etwas erreichen können. Wenn Kinder erleben, dass sich Einsatz, Training und Durchhaltevermögen auszahlen, wachsen Selbstvertrauen und Mut. Dann entsteht die Überzeugung: Ich kann das schaffen.

Warum gehört Leistung, Regeneration und Gemeinschaft für Sie untrennbar zum Sport dazu?

Magdalena Neuner: Im Sport geht es nicht nur um Leistung. Wer langfristig sein Bestes geben möchte, braucht auch Regeneration, Spaß und Menschen, die ihn unterstützen. Ich habe in meiner Karriere gelernt, wie wichtig es ist, auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und zwischendurch immer wieder neue Kraft zu tanken. Erholung und Regeneration ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine wichtige Voraussetzung für Leistung. Und Gemeinschaft spielt dabei ebenfalls eine große Rolle. Viele meiner schönsten Erinnerungen stammen aus dem Training und den Erlebnissen mit meinen Teamkollegen. Deshalb gehören für mich Leistung, Regeneration und Gemeinschaft zusammen.

Ein wichtiges Element bei der Anmeldung ist das Motivationsschreiben oder ein kleines Bewerbungsvideo der Kinder. Was erhoffen Sie sich von diesem kreativen Einstieg?

Magdalena Neuner: Mit dem Motivationsschreiben oder dem Bewerbungsvideo möchten wir den Kindern die Möglichkeit geben, etwas von sich zu zeigen. Uns interessiert nicht, wer die besten Noten hat oder am schnellsten läuft, sondern was ein Kind begeistert und was ihm wichtig ist. Gleichzeitig setzen sich die Kinder dabei mit ihren eigenen Stärken, Interessen und Talenten auseinander. Oft merkt man erst beim Schreiben oder Erzählen, wofür man wirklich brennt. Genau dieser erste Schritt der Selbstreflexion ist für uns ein wichtiger Teil des Camps.

Wie wichtig ist dieses regionale Fundament für den Erfolg Ihrer Vision hier im Saarland?

Magdalena Neuner: Dieses Fundament ist essenziell. Ich bin direkt neben einer Langlaufloipe aufgewachsen und hatte dadurch das große Glück, meine Leidenschaft für den Biathlonsport direkt vor der Haustür entdecken zu können. Mir ist aber bewusst, dass das nicht selbstverständlich ist. Hätte ich mich für eine andere Sportart interessiert, wären die Wege möglicherweise zu weit gewesen. Deshalb ist es so wichtig, dass Kinder dort, wo sie aufwachsen, vielfältige Möglichkeiten finden, ihre Talente zu entdecken und ihren Interessen nachzugehen. Genau dafür braucht es starke Partner und engagierte Menschen vor Ort. Sie sind der Schlüssel, um Kindern echte Chancen zu eröffnen.

Wie wichtig sind regionale Vorbilder wie Moritz Reichert, um die Kids emotional zu erreichen?

Magdalena Neuner: Solche Vorbilder sind unglaublich wichtig. Kinder brauchen Menschen, mit denen sie sich identifizieren können und die ihnen zeigen, was möglich ist. Wenn jemand wie Moritz Reichert aus der eigenen Region kommt und mit Leidenschaft, Einsatz und Durchhaltevermögen seinen Weg gegangen ist, wirkt das besonders authentisch. Die Kinder sehen dann: Große Ziele sind nicht nur etwas für andere Menschen irgendwo weit weg. Genau das kann Mut machen, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben und die eigenen Träume ernst zu nehmen.

Glauben Sie, dass wir den Jugendlichen in der heutigen Zeit genau diese Werte wieder mehr über den Sport vermitteln müssen?

Magdalena Neuner: Definitiv. Sport vermittelt Werte und Erfahrungen, die weit über das Sportliche hinausgehen. Kinder lernen dort Respekt, Fairness, Zusammenhalt und den Umgang mit Herausforderungen. Besonders wichtig finde ich, dass Kinder lernen, mit Erfolgen und Niederlagen umzugehen. Zum Sport gehört nicht nur das Gewinnen, sondern auch das Verlieren. Beides kann man lernen – und beides gehört zur persönlichen Entwicklung dazu. Wer erlebt, dass Rückschläge kein Ende, sondern ein Teil des Weges sind, nimmt eine wichtige Erfahrung fürs ganze Leben mit.

Welcher Moment in den bisherigen Camps hat Sie persönlich am meisten berührt oder Ihnen gezeigt, dass Sie genau auf dem richtigen Weg sind?

Magdalena Neuner: Mich berührt immer wieder, wie offen die Kinder und Jugendlichen auf den Camps sind und welche Gedanken sie mitbringen. Viele stellen Fragen, die weit über den Sport hinausgehen. Besonders schön ist es zu sehen, wie Kinder über sich hinauswachsen, kleine Erfolge erleben und plötzlich merken: ‚Ich kann mehr, als ich mir zugetraut habe. Genau diese Momente zeigen mir, wie wertvoll unsere Arbeit ist. Wenn ein Kind mit mehr Selbstvertrauen und Zuversicht nach Hause fährt als es gekommen ist, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Was möchten Sie den Eltern und Kids direkt mit auf den Weg geben?

Magdalena Neuner: Den Eltern möchte ich mitgeben: Trauen Sie Ihren Kindern etwas zu. Kinder wachsen an Verantwortung und daran, eigene Erfahrungen machen zu dürfen. Jedes Kind ist anders und braucht seinen ganz eigenen Weg, um seine Stärken zu entfalten. Und den Kindern möchte ich sagen: Glaubt an euch und an eure Fähigkeiten. Jeder von euch hat Talente und Potenziale in sich. Es geht nicht darum, besser zu sein als andere, sondern die eigene individuelle Spitzenleistung zu finden und den eigenen Weg zu gehen. Nutzt diese Chance und bewerbt euch – wir freuen uns auf euch! red./jb

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