Zunahme der häuslichen Gewalt

Hilfsangebote im Saarland – Opfer erhalten Informatione und Unterstützung

SAARBRÜCKEN Die Coronakrise hat Ausgangsbeschränkungen, KiTa- und Schulschließungen zur Folge. In verschiedenen Bereichen der Industrie und Wirtschaft wird die Beschäftigung komplett eingestellt oder stark heruntergefahren.

All diese Maßnahmen führen dazu, dass sich Familien im Ausnahmemodus befinden. Alle Familienmitglieder sind im kleinsten Kreise 24 Stunden zusammen und das kann in manchen Familien gefährlich werden. Es droht eine Zunahme der häuslichen Gewalt. Für die Opfer, deren Bekannte und Angehörige, gibt es saarlandweit verschiedene Beratungsstellen.

Hier erhalten Opfer Information und Unterstützung. Die Beraterinnen gehen nach Einverständnis der Betroffenen direkt auf sie zu und erleichtern so die Kontaktaufnahme. Sie klären auch einen eventuellen weitergehenden Beratungs- und Schutzbedarf ab und vermitteln ggf. an geeignete Stellen weiter. Für Kinder und Jugendliche, die Opfer häuslicher Gewalt wurden oder diese miterleben mussten, gibt es ein spezielles Hilfsangebot.

Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt erreichbar unter Tel. (06 81) 3 79 96 10.

Frauennotruf

Der Frauennotruf berät und unterstützt telefonisch und persönlich Frauen, die misshandelt wurden oder die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Die Mitarbeiterinnen hören zu, informieren und vermitteln an spezialisierte Stellen weiter, zum Beispiel im ärztlichen oder psychologischen Bereich. Außerhalb dieser Zeiten können Betroffene eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Die Beraterinnen rufen dann so schnell wie möglich zurück.

Frauennotruf erreichbar unter Tel. (06 81) 36 73 67.

Frauenhäuser

Hier finden Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, und ihre Kindern eine sichere Unterkunft, Beratung und Unterstützung, und das unabhängig von ihrer Herkunft, Kultur oder ihrem Aufenthaltsstatus. Die Frauenhäuser sind rund um die Uhr besetzt. In einem telefonischen Vorgespräch kann geklärt werden, ob die Frau eine Aufnahme oder nur ein Beratungsgespräch wünscht.Saarländische Frauenhäuser der Arbeiterwohlfahrt (AWO):Saarbrücken, Tel. (06 81) 99 18 00

Saarlouis, Tel. (0 68 31) 22 00

Neunkirchen, Tel. (0 68 21) 9 22 50.

Spezielle Beratungsstellen für Migrantinnen

Die Beratungsstelle des Vereins „Therapie Interkulturell“ richtet sich besonders an Frauen mit Migrationshintergrund. Zwei Beraterinnen mit persischem und bosnischem Migrationshintergrund betreuen und begleiten die Frauen, auch mit Hilfe von Dolmetschern. Auch traumatisierte Kinder werden unterstützt. Zu erreichen ist die spezielle Beratungsstellen für Migratinnen unter Tel. (06 81) 37 35 35.

Bei der Trauma-Ambulanz der AHG Klinik Berus (Tel. 06836/ 39-161 oder -168) erhalten Opfern sexueller Gewalt psychotherapeutische Unterstützung.

Beim bundesweiten Hilfetelefon, Tel. (0 80 00) 116 016 werden Frauen telefonisch und online zu allen Formen von Gewalt beraten. Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich, barrierefrei und in 17 Fremdsprachen. red./jb

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