Zum Jubiläum war´s ein reines Lesefest

10. HomBuch durch Corona beeinträchtigt – Programm an Lesungen gefiel

HOMBURG Es sollte ein großes Jubiläum werden, doch schon früh war Initiator und Organisator Ulrich Burger klar, dass Corona in diesem Jahr keine Buchmesse zulässt. Wohl aber nach der Erarbeitung eines Hygiene- und Schutzkonzeptes ein Lesefest und dieses wurde so für Bücherfreunde der verschiedensten Genres eine besondere Einladung in einer Zeit, wo zahlreiche andere Veranstaltungen ausfallen müssen. „Wir sind sehr froh, dass wir das in diesem Jahr auf die Beine stellen konnten“, so Ulrich Burger. Auch an den Schauplätzen gab es Veränderungen, so fanden gleich acht der 15 Veranstaltungen erstmals im Siebenpfeifferhaus statt, wofür stellvertretend für die evangelische Kirchengemeinde Dekan Dr. Thomas Holtmann gedankt wurde. Eine neu entstandene Kooperation, auf welche durchaus bei kommenden, corona-freien Veranstaltungen wieder zurückgegriffen werden soll. Die anderen Schauplätze waren das „Vin!oh“ am Marktplatz, das Schlossberg Hotel am Freitagabend mit „Orange Blue“, präsentiert von „SR3 Echt live“ und die Galerie Julia Johannsen. Vielfältig wie die Schauplätze waren aber auch die Autoren, die mit ihren Werken das in diesem Jahr auf fünf Tage erweiterte Angebot zum erhofften „Lesefest“ werden ließen. Sie kamen nicht nur weit überregional nach Homburg, sondern wussten das Ambiente der jeweiligen Locations und insbesondere die Entscheidung, das Fest trotz Corona in dieser Form zu veranstalten, zu schätzen.

Literatur im Siebenpfeifferhaus

Im Siebenpfeifferhaus stellten Christine Westermann („Manchmal ist es federleicht“), John von Düfffel („Der brennende See“), Johannes Grotzky („Lenins Albtraum“), Christian Baron („Ein Mann seiner Klasse“), Zo Beck („Paradise City“), Jean-Luc Bannalec („Bretonische Spezialitäten“) , Ulli Potofski und Wolfgang Bosbach („52: Ein Jahrgang – zwei Leben“), Urusla März („Tante Martl“) und Dr. Yael Adler („Wir müssen reden, Frau Doktor“) ihre Werke vor. Im „Vin!oh“ gab es eine Ginverkostung mit „Deutschlands König des kulinarischen Kriminalromans“ (WDR) Carsten Sebastian Henn zu seinem Kriminalroman „Der Gin des Lebens“ und in der Galerie Julia Johannsen lasen Hans Sarkowicz aus „Der fremde Ferdinand – Märchen und Sagen des unbekannten Grimm-Bruders“ und Volker Hildisch aus „Als Rotkäppchen Frankreich verlassen musste“. Hier wurde zu den Lesungen von Hans Sarkowicz auch die Ausstellung „Bin im Wald, kann sein, dass…“ eröffnet. Die einzelnen Veranstaltungen wurden von Peter König (SR), Tilla Fuchs, Eberhard Schilling und Jasmin Hahn moderiert.

Während des Lesefestes war zudem das Depenndance-Geschäft „ArtBookSaar“ von Buchhändler und Verleger Bernd Detsch mit internationalen Kunstbüchern jeweils von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Preis für „Deutsch- Französische Beziehung“

Ein mit 1000 Euro dotierter Preis wurde an Jean-Luc Bannelec (eigentlich Jörg Bong) in der Kategorie „Deutsch-Französische Beziehung“ verliehen.

Entscheidend für die Auszeichnung anlässlich der HomBuch 2020 waren dabei seine bereits publizierten Kriminalromane und die 2016 erhaltene Auszeichnung „Mäzen der Bretagne“, verliehen im Namen des Conseil Régional de Bretagne.

„Sein literarisches Tun ist vielfach mit Preisen prämiert, die Leserschaft hält ihm mit hohen Auflagen seit dem ersten Roman die Treue“, so Ulrich Burger über den Autor, der in Frankfurt am Main und im südlichen Finistère/Bretagne zu Hause ist. Der Preis wird vom Ministerium für Finanzen und Europa ausgelobt und wurde von Landtagspräsident Stephan Toscani überreicht.

„Fünf Tage voller Begegnungen“

„Fünf Tage voller Begegnungen, fünf Tage schöne Momente. Wir haben unser Publikum befragt und alle waren begeistert. Das Siebenpfeifferhaus hat uns einen optimalen Rahmen geboten, den wir gerne weiterhin nutzen würden. Man spürte zwar, dass es eine gewisse Corona-Zurückhaltung gab, gleichzeitig merkte man jedoch, dass die Leute wieder etwas erleben möchten. Mit echten Menschen. Die wenigen Plätze, die wir anbieten durften, waren im Vorverkauf alle verkauft worden. Unser Konzept ging auf“, so Ulrich Burger nach den fünf Festtagen. „Wir haben viel an Erfahrung dazu gewonnen und sind positiv für die Zukunft gestimmt“. An seiner Seite konnte er auf ein Team mit Hans-Joachim Burgardt, Vera Backes, Frank Johannsen und Jasmin Hahn zählen. ks

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de