Zukunft für die Niedtalbahn

Grüne halten kurzfristige Lösungen für denkbar

REHLINGEN-SIERSBURG Der Ortsverband Rehlingen-Siersburg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßt das stark gewachsene Interesse am Thema Niedtalbahn. „Insbesondere die Veranstaltung der CDU in der Dillinger Stadthalle hat gezeigt, dass sich eine breite Öffentlichkeit für einen klima- und umweltschonenden Schienenpersonennahverkehr begeistern lässt“ ist der Vorsitzende Alexander Raphael überzeugt.

Ernüchternd sei hingegen der derzeitige Umgang mit dem „Mega-Trend“ auf Landesebene. „Der vorgestellte Entwurf des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) des Saarlandes hat die Option auf Verlängerung des Personenverkehrs auf der Niedtalbahn bis nach Luxemburg überhaupt nicht bewertet. Vielmehr wurde die Strecke nur bis Bouzonville betrachtet – mit einem negativem Ergebnis“, so Raphael.

Zu befürchten sei daher, dass der „Große Wurf“ eines internationalen Personenverkehrs möglicherweise noch länger auf sich warten lasse. „Grund genug, sich auch mit der Gegenwart intensiver auseinander zu setzen“, meint Raphael. Bedenklich sei der im Vortrag des Verkehrsministeriums dargestellte neuerliche Fahrgastrückgang auf der Niedtalbahn um 15 Prozent, nachdem zuvor die „Traummarke“ von 1000 Fahrgästen pro Schultag nach langer Aufwärtsentwicklung nur um Haaresbreite verfehlt worden war.

„Auf der Suche nach einer möglichen Ursache ist uns aufgefallen, dass der Busverkehr vor einem Jahr umorganisiert wurde. Beim sogenannten „Nied-Gau-Express“, der Buslinie 462 haben wir trotz spürbar gestiegenem Fahrtenangebot dennoch bedeutende Mängel erkannt, die unseres Erachtens auch merkliche Auswirkungen auf die Nachfrage im Schienenverkehr haben. Hier geht es insbesondere um Wartezeiten beim Umsteigen, aber auch um die Zuverlässigkeit. Unsere Fraktion hat daher einen entsprechenden Antrag im zuständigen Ausschuss gestellt“, so Raphael.

Auch das Thema „grenzüberschreitender Güterverkehr“ lasse sich bereits in der Gegenwart angehen. „Bei gutem Willen der Politik auf beiden Seiten der Grenze sind kurzfristige Lösungen denkbar“ ist sich Raphael sicher.

Schließlich sei die Strecke hüben wie drüben grundsaniert, lediglich der Viadukt in Niedaltdorf sowie die Technik im Bahnhof Bouzonville bereiteten noch Probleme. Auf Anhieb lasse sich der Wunsch nach Elektrifizierung der Strecke zwar wegen unterschiedlicher Bahnstromsysteme in beiden Ländern nicht realisieren, dies sei jedoch im ersten Schritt nicht entscheidend, da der potenzielle Güterverkehrskunde mit Dieselbetrieb starten wolle.

Abschließend sei festzuhalten, dass der Verzicht der DB Netz AG auf eine Streckenstilllegung den bislang größten zu verzeichnenden Erfolg darstelle. red./am

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