Zu jeder Kindertagesstätte eine Krippe

Die Frauen-Union Wadern fordert die Einrichtung an allen Standorten

WADERN Die Frauen-Union Wadern fordert von der Stadt Wadern die Einrichtung von Krippen an allen Standorten von Kindertagesstätten. 64 Prozent Betreuungsdefizit im Krippenbereich und überlange Wartezeiten seien nicht hinnehmbar. Die Frauen-Union Wadern fordert daher eine städtische Kinderkrippe auch für Morscholz. In städtischer Trägerschaft sind in Wadern vier Kindertagesstätten in Büschfeld, in Löstertal, in Noswendel und in Morscholz. Lediglich in Büschfeld und in Löstertal unterhält die Stadt auch eine Kinderkrippe.

Die Stadt sei in der Pflicht, in allen Stadtteilen diesen Nachteil für Kinder und Eltern zu beheben; nicht nur – wie geplant – in Noswendel, sondern auch in Morscholz. Wegen der Lage im Grünen und durch das große Grundstück sei der Morscholzer Standort geradezu ideal für eine Kinderkrippe, so die Frauen-Union.

Die Vorsitzende der Frauen-Union Wadern, Dr. Kathrin Müller, fordert: „Beide Krippenprojekte – Noswendel und Morscholz – müssen parallel gebaut werden“.

Gegenüber den nicht städtischen Trägern sei die Stadt erheblich im Hintertreffen. Alle vier kirchlichen Kindertagesstätten, St. Michael in Lockweiler, Herz-Jesu in Nunkirchen, St. Theresie in Wadrill und „Die Arche“ in Wadern, hätten auch eine Krippe. Das gelte auch für St. Maria in Dagstuhl. Hier sind die nah beieinander liegenden Einrichtungen Kindergarten und Kinderkrippe in der Trägerschaft der St. Maria Kinder- und Jugendhilfe. Sollte die Stadt sich ihrerseits nicht imstande sehen, zwei Projekte gleichzeitig anzugehen, sollte sie ihre Trägerschaft überdenken.

Kombinationsstandorte von Krippe und Kindergarten seien auch aus pädagogischen Gründen geboten. So werde das Krippenkind von Beginn an mit Turnraum, Speisesaal, Garten und dem ganzen Gebäude vertraut. Diese wichtige Grundorientierung bleibe bis zum Eintritt in die Schule gewährleistet. Kinderkrippen an allen Standorten von städtischen Kindertagesstätten würden auch die langen, teilweise unzumutbaren Wartezeiten verkürzen. Momentan grenze es für Eltern im Einzugsgebiet der Noswendeler und Morscholzer Kindergärten an ein Lotterie-Spiel, wo und wann sie für ihr Kind zeitnah einen Krippenplatz finden würde, für berufstätige Eltern ein Dilemma – sie brauchen Planungssicherheit. Dr. Kathrin Müller appelliert an alle politischen Verantwortlichen: „Nehmt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ernster. Schafft eine wohnortnahe und verlässliche Betreuung der Kleinen an jedem Kindertagesstätten-Standort unserer Stadt. Die Eltern werden es danken.“red./ti

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