Zu den Schauplätzen der Freiheitsbewegung

Die Siebenpfeiffer-Stiftung lädt zu einer Exkursion ein

HOMBURG Wo Siebenpfeiffer als Gefangener in Fußfesseln seine letzte Nacht in Homburg zubrachte und wo Wirth in Nachthemd und mit Schlafmütze dem Homburger Bürgermeister und seiner Gendarmerie Widerstand leistete: Episoden wie diese gehören zu dem Rundgang durch die Homburger Innenstadt, zu dem am Donnerstag, 20. September, die Siebenpfeiffer-Stiftung einlädt. Die Exkursion gilt jenen Schauplätzen, an denen im Vorfeld des Hambacher Festes von 1830 bis 1832 Geschichte geschrieben wurde.

„Das Homburger Völkchen ist äußerst liberal“, schrieb Georg Fein, der als Redakteur bei der „Deutschen Tribüne“ in Homburg arbeitete, 1832 in einem Brief an seine Mutter, und Feins Feststellung ist auch das Motto der Stadtführung. Die Tour wird aber kein gewöhnlicher Rundgang durch die Innenstadt. Vielmehr erwartet die Teilnehmer eine inszenierte Kostümführung; Monika Link aus Zweibrücken wird als „Regina Wirth“, also der Ehefrau von Johann Georg August Wirth, in zeitgenössischer Bekleidung Revue passieren lassen, was sie in ihrer stürmischen Homburger Zeit so alles erlebt hat, während ihr streitbarer Gatte die meiste Zeit hinter schwedischen Gardinen einsaß. Die Stationen der von ihr geleiteten Begehung sind etwa das Terrain, auf dem sich einst Siebenpfeiffers Wohnung und auch das „Landcommissariat“ befanden, die Druckerpresse, auf der die Wirths „Tribüne“ zeitweise gedruckt wurde, das Gasthaus Cappel, in dem das erste von zahlreichen „Festbanketten“ stattfand, das Gebäude, in dem Wirth arbeitete und mit seiner Familie lebte und schließlich auch der Freiheitsbrunnen am Rondell. Die Teilnahme ist kostenlos, Ausgangspunkt ist um 18 Uhr das Außengelände des Siebenpfeiffer-Hauses, Kirchenstraße 8. Die Begehung dauert etwa anderthalb Stunden.

Es ist die letzte Führung bei Tageslicht für dieses Jahr. red./jj

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de