Ziel ist die Auswilderung

Rheinland-pfälzischer Tierschutzpreis für die Tierauffangstation in Maßweiler

MASSWEILER Zu den Preisträgern des alljährlichen Wettbewerbs um den rheinland-pfälzischen Tierschutzpreis, der mit 1500 Euro dotiert ist, gehört diesmal auch der Verein „Tierart“, der auf dem früheren US-Militärgelände eine Auffang- und Pflegestation für verletzte oder verwaiste Wildtiere betreibt.

„Das ehrenamtliche und persönliche Engagement für den Tierschutz steht im Mittelpunkt des Tierschutzpreises, den das Umweltministerium jedes Jahr auslobt. Mit dem Tierschutzpreis soll nicht nur der unermüdliche Einsatz gewürdigt, sondern auch ein Anreiz geschaffen werden, sich für den Tierschutz einzubringen. Seit über einem Vierteljahrhundert werden einzelne Personen, Vereine und Institutionen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße für den Tierschutz einsetzen und dadurch Vorbild sind“, sagte Umweltministerien Ulrike Höfken bei der Verleihung des Tierschutzpreises an die Vorsitzende des Vereins „Tierart“, Roswitha Bour.

Beim Verein „Tierart“ werden Wildtiere nach erfolgreicher Aufzucht oder medizinischer Behandlung wieder in die Natur entlassen. Tiere, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr ausgewildert werden können, werden in artgerechten Gehegen dauerhaft beim Verein „Tierart“ gepflegt. Der Tierbestand reicht von Tigern über Waschbären und Füchse bis hin zu einer Schafherde. Die Entlassung der Tiere in die freie Natur sei aber nicht immer möglich, so dass einige Tiere voraussichtlich bis an ihr Lebensende in der Station bleiben müssen, wie zwei Tiger, sagte Bour.

Kopfzerbrechen bereiten jedoch eher die Waschbären. „Früher war es so, dass man Waschbären aufpäppelte und diese Tiere dann irgendwo mit Erlaubnis des Jägers ausgewildert hat. Dies ist inzwischen nicht mehr möglich, weil Waschbären als invasive Tiere gelten. In Maßweiler leben derzeit rund 30 Waschbären und damit ist die Kapazität erschöpft“, führte Bour aus. Anfragen zur Unterbringung neuer Tiere müssten abgelehnt werden, trotz eines hohen Bedarfs. Allein für dieses Jahr seien bereits aus ganz Deutschland Anfragen für insgesamt rund 150 Waschbären eingegangen, berichtete Bour.

Aus Rücksicht auf die Tiere kann die Station nur im Rahmen einer Führung besucht werden. Vor den Osterfeiertagen im April werden wieder Führung angeboten. Im Mai ist auch eine neue Ausstellung in den noch bestehenden Original Bunkergängen zum Thema „Tiere im Krieg“ geplant. rb

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