Zeitzeugen berichten von der Evakuierung

Präsentation der Broschüre „Bebelsheimer Geschichte“ Band 7

BEBELSHEIM Im Rahmen der Veröffentlichungen zur „Bebelsheimer Geschichte“ widmet sich der 7. Band dem Beginn des Zweiten Weltkrieges und der ersten Kriegsmonate. Eine Facharbeit zweier Schülerinnen des Albert-Magnus-Gymnasiums aus dem Jahr 2010 und eine auch schon vor Jahren von Arno Soffel vorbereitete Veröffentlichung zum Thema „Evakuierung“ beschreiben Eindrücke aus dem Evakuierungsgebieten des Saarlandes.

Im zweiten Teil der Schrift wird insbesondere auf Zeitzeugenberichte aus Bebelsheim zurückgegriffen. Die Broschüre wird am Sonntag, 1. September, um 10 Uhr vorgestellt.

Herbert Hartz, der 1. Vorsitzende der Heimatfreunde Bebelsheim erklärt: „Nachdem wir im Frühjahr die Thematik des Ersten Weltkrieges in unserer Reihe der ‚Bebelsheimer Geschichte“ aufgearbeitet haben, war es uns ein Anliegen auch die vorhandenen Zeitzeugenberichte des Zweiten Weltkrieges zu veröffentlichen.“

Die Heimatfreunde können dabei auf eine Facharbeit von Kathrin Untersteller und Jeanette Stopp zurückgreifen. Vor neun Jahren beschäftigten sich die beiden Gymnasiastinnen mit dem Thema „Der Zweite Weltkrieg im saarländisch-lothringischen Grenzraum“. Dabei bedienten sie sich unter anderem an den im Bebelsheimer Heimatarchiv verwahrten Unterlagen. Untertitelt sind die Beiträge in dieser Facharbeit, die übrigens mit der Note „Sehr gut“ bewertet wurde, in: „Das Saarland vor dem Zweiten Weltkrieg“, „Definition Zweiter Weltkrieg“, „Entfesselung des Zweiten Weltkrieges“, „Der Westwall“, „Massenaufbruch im Saargebiet“, „Wirtschaft und Politik im Zweiten Weltkrieg“, „Die politische Lage zu Kriegsbeginn“, „Die wirtschaftliche und militärische Bedeutung des Saarpfalz-Kreises“, „Der Kriegsverlauf an der deutsch-französischen Front“, „Granaten explodieren in den verlassenen Ortschaften“ und „Neuer Aufschwung in den evakuierten Städten“.

Für den zweiten Teil der Veröffentlichung verwenden die Heimatfreunde eine von Vereinsmitglied Arno Soffel schon vor einigen Jahren verfasste Zusammenstellung. Ganz persönliche Eindrücke, die von in Bebelsheim weilenden Zeitzeugen notiert bzw. überliefert wurden, sind hier dokumentiert. „Es sind dies in erster Linie Aufzeichnungen aus der Bebelsheimer Pfarrchronik, aber auch Erlebnisberichte von Günther Haag, Bernhard Nagel, Alfons Schneider und Rudolf Ehrhardt. Auch ein Brief des vor Ort über einige Wochen stationierten Soldaten Wilhelm Trompeter und ein Zeitzeugenbericht eines Bürgers eines Nachbarortes beschreibt die Zustände der ersten Kriegsmonate in unserem Dorf.“, berichtet der Autor. Arno Soffel konnte auch auf umfangreich vorhandenes Datenmaterial aus dem Bistumsarchiv Speyer, dem Landesarchiv des Saarlandes, dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar, dem Landratsamt Gotha, der Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend, dem Redaktionsarchiv der Saarbrücker Zeitung und auf private Aufzeichnungen und mündliche Überlieferungen weiterer Bebelsheimer Bürgern zurückgreifen. Abgerundet werden die Berichterstattungen durch den geführten Schriftverkehr mit Behörden aus den Evakuierungsgebieten, sowie einem Evakuierungsverzeichnis.

Die Vorstellung findet im Archivraum der Heimatfreunde Bebelsheim (Kaiserstraße 86) statt. Das Archiv ist an diesem Tag bis 16 Uhr geöffnet. Umrahmt und veranschaulicht wird die Veranstaltung von einer Fotoausstellung „Bebelsheim Anfang des Zweiten Weltkrieges“.red./dos

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