Zeitgeschehen im Narren-Fokus

Mit Enthusiasmus und Kreativität – 55 Jahre Rosenmontagszug in Reinheim

REINHEIM Der Reinheimer Rosenmontagszug feiert närrisches Jubiläum. Zum 55. Mal wird er sich am 24. Februar durch die Straßen des rund 1000 Einwohner zählenden Grenzdorfes schlängeln Die Vorbereitungen für den Höhepunkt der tollen Tage laufen auf Hochtouren. Über 60 Gruppen und Wagen mit rund 1400 Akteuren werden erwartet.

Beim Blick zurück ist zu erkennen, dass sich die Anfänge des Zuges eher bescheiden darstellten. Aus einer Bierlaune heraus formierten sich 1961 einheimische Narren zum kleinen Marsch durch die Hauptstraße. Geboren war die Idee eines Zuges durchs Dorf, der bis 1965 am Fastnachtsdienstag stattfand. Die Erfolgsgeschichte wurde fort geschrieben. Der Zug wuchs ständig. Waren es bei der fünften Ausgabe 20 Wagen, fünf Musikkapellen und zahlreiche Fußgruppen, zählte man beim zehnten schon 38. Mit Enthusiasmus, Kreativität und Originalität wurden und werden Themen im Spiegel der Zeit aufs närrische Korn genommen. Grenzenlose Fantasie und die Aktionen ließen manch dorfinternes Talent in den Mittelpunkt rücken. Schnell hatte sich die Attraktivität auch bei den benachbarten Lothringern herumgesprochen. Sie strömen seit vielen Jahren über die Grenze. In den früheren Jahren wurde auch dafür gesorgt, dass der Grenzübergang bis 3 Uhr in der Nacht passierbar blieb. Bis 1978 war der Zug auf 60 Gruppen angewachsen. Seit 2015 lautet das Motto unverändert weil gut und passend „Wenn Reinum lacht – is Fasenacht“. Eine rekordverdächtige Zugnummernzahl ließen den Reinheimer Lindwurm zu einem der größten Fastnachtsumzüge im Südwesten reifen. Alles in allem entwickelte er sich zu einem Publikumsmagneten allererster Güte und ist ein hervorragender Werbeträger weit über die Bliestalgemeinde hinaus.

Heute steht er unter der Ägide des Cheforganisators und Obernarrs Jürgen Wack, stellvertretender Vorsitzender der veranstaltenden Arbeitsgemeinschaft. Über viele Wochen wird der Zug im Team bis ins kleinste Detail vorgeplant, sodass auch Zugmeister Peter Rung wenige Probleme mit der Umsetzung hat. Erst drei Mal ist der Zug ausgefallen. Erstmals wegen des überraschenden Todes des Mitinitiators, Rektor Edwin Huth (1972), der jahrelang mit dem legendären „Maire“ Josef Lembert ein Traumpaar bildete. Zum zweiten wegen des Golfkriegs (1991) und zuletzt wegen eines heftigen Sturms.

Der Zug startet in diesem Jahr wieder um 14.11 Uhr. Durch die Pfälzer Straße führt er über die Saarland- und Keltenstraße zum Verkehrskreisel an der Robert-Schuman-Straße nahe dem Europäischen Kulturpark. Dort endet er.

Die Anmeldung ist online über www.arbeitsgemeinschaft.de möglich.red./ott

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de