Zeichen gegen Krieg und Gewalt

Konsul der Republik Polen und Lebachs Bürgermeister pflanzen Freundschaftsbaum

LEBACH Zur feierlichen Kranzniederlegung am Volkstrauertag konnten Pastor Zangerle und Pfarrerin Sattler auch einen ganz besonderen Gast begrüßen. Der Konsul der Republik Polen, Jacek Biegala, nahm an der Gedenkfeier teil und richtete bewegende Worte an die Gäste.

Kriegsgräberstätte saniert und in Lernort verwandelt

Insbesondere dankte er der Gruppe „Die Lebacher“, die im Namen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Lebacher Kriegsgräberstätte saniert und in einen Lernort verwandelt haben. Der Konsul zeigte sich bereits bei der Einweihung des Lernortes am 1. September – dem 80. Jahrestag des Ausbruchs des 2. Weltkrieges, der mit dem Überfall auf Polen begann – sehr beeindruckt von dem Engagement der ehrenamtlichen Arbeitsgruppe.

Im Beisein von Lothar Schmidt, Sprecher der Gruppe „Die Lebacher“, pflanzten der Lebacher Bürgermeister Klauspeter Brill und der Konsul der Republik Polen, Jacek Biegala, am Vorabend zum Volkstrauertag auf der Lebacher Kriegsgräberstätte einen Freundschaftsbaum. Gemeinsam mit Revierförster Winfried Fandel wurde eine Eiche ausgesucht. Sie soll wegen ihrer Zähigkeit, dem Klimastress zu trotzen, und ihrer Fähigkeit, sehr alt zu werden, symbolisieren, dass die deutsch-polnische Freundschaft bereits auf eine harte Probe gestellt wurde und trotzdem ewig andauern soll.

Mit dem Pflanzen dieser Freundschaftseiche haben die Lebacher als Arbeitsgruppe des Volksbundes Saar ihren Arbeitseinsatz auf dem Ehrenfriedhof zu einem würdigen Abschluss gebracht. Auf dem Ehrenfriedhof sind zivile Opfer des Bombenkrieges über Lebach, deutsche Soldaten, die verwundet wurden und im Lebacher Lazarett verstarben, sowie osteuropäische Kriegsgefangene beerdigt. Zu Ehren der verstorbenen Osteuropäer legten Bürgermeister Brill und Konsul Biegala nach der Pflanzung des Freundschaftsbaums gemeinsam Rosen nieder.

„Es war eine große Ehre für uns, dass der Konsul der Republik Polen Jacek Biegala am Volkstrauertag nach Lebach gekommen ist. Wir können Vergangenes leider nicht mehr ändern, wir können aber mahnen und hoffen, dass sich solches Leid und solche Grausamkeiten, wie sie Menschen durch die deutsche Wehrmacht erfahren haben, in der Zukunft nie mehr wiederholen.

Freundschaftsbaum angepflanzt

Mit der Anpflanzung dieses Freundschaftsbaumes konnten wir im Herzen des Saarlandes, mitten in Europa, ein Zeichen setzen und einen Beitrag zur Völkerverständigung und zur deutsch-polnischen Freundschaft leisten“, betont Brill nach der Gedenkfeier.

Diese wurde umrahmt von Klängen des Musikvereins Landsweiler, der unter anderem die Polnische und die Deutsche Nationalhymne spielte, sowie vom Kirchenchor und vom Männerchor. Neben zahlreichen Bürgern, die an der Gedenkfeier teilnahmen, standen auch eine Ehrenformation der Bundeswehr sowie Vertreter der Hilfsdienste Spalier.red./ti

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