Zeichen gegen den Brexit setzen

Mannlich-Gymnasium startet Schüleraustausch mit Partnerschule in Southampton

HOMBURG Während die Regierung in London immer noch erfolglos darin ist, den Weg der Trennung von der EU zu konkretisieren, zeigten Schüler des Christian von Mannlich-Gymnasiums, wie man der gegenwärtigen Politik zum Trotz Grenzen überwindet und neue Freundschaften über den Kanal hinweg schließt. Denn das Mannlich-Gymnasium, das seit vielen Jahren Schüleraustausche mit den USA, Polen und Frankreich pflegt, hat im laufenden Schuljahr diesem Programm einen weiteren wichtigen Baustein hinzugefügt: Seit einigen Monaten arbeitet Englischlehrer Kai Denkinger gemeinsam mit seiner Kollegin Christine Quack an den Einzelheiten eines neuen Austauschprogramms mit der Partnerschule Noadswood School in der südenglischen Hafenstadt Southampton.

Und so hieß es nun für 17 Schüler der Klassenstufen 8 und 9 nach langem Warten endlich: „Auf nach Großbritannien.“

Fish and ships und Afternoon Tea

Nach dem gemeinsamen Flug gab es zunächst ein erstes Kennenlernen zwischen gastgebenden Schülern, Eltern und Lehrern und den deutschen Austauschschülern in den Räumen der Noadswood School im Süden von Southampton, bevor es für die Gäste aus Homburg zu den einzelnen Familien nach Hause ging. Unbeeindruckt von den gegenwärtigen Trennungsabsichten in Form des Brexit bewiesen die deutschen und britischen Jugendlichen während der nun folgenden Woche, wie wichtig das intensive Kennenlernen für das gegenseitige Verstehen und Akzeptieren ist. Bei gemeinsamen Ausflügen lernten die Mannlich-Schüler zunächst die Vielfalt der südenglischen Landschaft kennen, die man hierzulande vorwiegend aus Romanverfilmungen kennt: Strände, Naturschutzgebiete und fantastische Meeres- und Inselausblicke. Darüber hinaus besichtigte man auch Portsmouth, neben Southampton eine der bedeutendsten englischen historischen Seefahrtstädte. Und natürlich gehörten die obligatorischen „Fish and chips“ sowie ein traditioneller „Afternoon Tea“ ebenso zum Programm wie die gemeinsam verbrachten Unterrichtstage, in deren Verlauf man mit seinen in der Schule erworbenen Englischkenntnissen glänzen konnte. Äußerst positiv überrascht waren die Mannlich-Schüler von der Gastfreundschaft und der Fürsorge, mit der sich die englischen Gastfamilien um die Jugendlichen aus Homburg kümmerten. Angesichts der Medienberichterstattung der letzten Monate hatte man wohl mit dieser Herzlichkeit und Offenheit nicht wirklich gerechnet. Englischlehrer Kai Denkinger bestätigte den positiven Gesamteindruck: „Mit der Noadswood School haben wir eine ideale Austauschschule gefunden, die ein sehr großes Interesse an der Vertiefung unserer Beziehungen zeigt.“

Selbst das englische Essen schmeckte wider Erwarten recht gut, aber besonders beeindruckt waren die Mannlicher von den Schuluniformen. Viel zu schnell hieß es nach achtereignisreichen Tagen wieder Abschied nehmen von Englands Südküste und den neu gewonnenen Freunden. red./jj

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