Zeichen der Hoffnung und Verbundenheit

Täglich um 19.30 Uhr läuten die Kirchenglocken

SAARBRÜCKEN Die beiden katholischen Bistümer im Saarland und die beiden evangelischen Kirchen im Saarland setzen in Zeiten der Kontaktsperre wegen Corona ein Zeichen der Ermutigung und der Verbundenheit. Ab sofort werden jeden Abend um 19.30 Uhr die Kirchenglocken läuten – bei Kirchen, die das aus organisatorischen Gründen nicht schaffen, zumindest sonntags um 19.30 Uhr.

Die Bistümer Speyer und Trier sowie die Evangelische Kirche der Pfalz und die Evangelische Kirche im Rheinland rufen ihre Gemeinden zum gemeinsamen Geläut für etwa fünf Minuten auf. Ziel ist es, in der Kontaktsperre ein hörbares Zeichen der christlichen Gemeinschaft, des gegenseitigen Trosts und der Ermutigung in der Öffentlichkeit zu setzen.

Alle sind eingeladen, in dieser Zeit auch eine Kerze ins Fenster zu stellen. "Alle Saarländerinnen und Saarländer, die sich an der Aktion beteiligen möchten, können beispielsweise ein Vaterunser beten”, schlägt Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann vom Evangelischen Büro im Saarland vor. "Neben Gebeten zur Corona-Krise können sie auch einfach für Menschen bitten, die ihnen lieb sind, die krank sind oder die mithelfen, in dieser schwierigen Zeit die sogenannte 'kritische' Infrastruktur am Leben zu erhalten.”

Ordinariatsdirektorin Katja Göbel vom Katholischen Büro verwies auf die Webseiten der Kirchengemeinden: “Dort gibt es Texte mit guten Gedanken zum Umgang mit der Krise und zur persönlichen Ermutigung in dieser Krise.”

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, betont: "Ich finde es wichtig, dass in Zeiten, in denen das Zusammensein nicht möglich ist, Gemeinsames getan wird: Andacht halten und beten. Dass dies mit einem gemeinsamen Läuten vieler Kirchenglocken im Saarland verbunden ist, ist ein sehr schönes ökumenisches Zeichen."

Der Bischof des Bistums Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, fügte hinzu: "Mit dem Glockenläuten wollen wir ein sicht- und hörbares Zeichen der Gemeinschaft im Glauben und der Hoffnung und ein Zeichen der Solidarität mit allen von der Krise besonders Betroffenen setzen. 

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans begrüßt und unterstützt diese Initiative der christlichen Kirchen: „Gerade in diesen schwierigen Zeiten brauchen wir Formen, die für alle erlebbar machen, dass wir im Saarland eine Gemeinschaft sind und solidarisch zusammenstehen. Weil das im direkten Kontakt derzeit nicht zum Ausdruck gebracht werden kann, erinnert uns das Geläut der Glocken daran, dass wir nicht alleinstehen, sondern mit allen Menschen im Saarland verbunden sind.“ Der Ministerpräsident dankt den Kirchen, dass sie diese Initiative ergriffen haben. Er kündigt an, dass er sich am kommenden Sonntag selbst mit einem Gebet an der Aktion beteiligen wird und eine Kerze in sein Fenster stellen werde.

red./tt

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