Zehn Jahre JUZ Schiffweiler

Gemeinschaft erleben und voneinander lernen

SCHIFFWEILER „Eine starke Jugend ist uns wichtig“, sagte Udo Blank, Geschäftsführer des Trägers Diakonie Saar, anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Jugendzentrums Schiffweiler (JUZ Schiffweiler). „Dafür brauchen Kinder und Jugendliche einen Raum, in dem sie sich auf der Basis eines verlässlichen Beziehungsangebotes akzeptiert wissen und Ideen entwickeln können. Das bieten wir ihnen im Jugendzentrum an.“

Das Schiffweiler Jugendzentrum in der Mühlbachhalle ist seit nun zehn Jahren offener Treff für Kinder- und Jugendliche zwischen zehn und 27 Jahren. Im Januar 2017 übernahm die Diakonie die Trägerschaft der Einrichtung, die in Kooperation mit der Gemeinde und dem Landkreis Neunkirchen geführt wird.

Bürgermeister Markus Fuchs, der das Projekt von der ersten Stunde an begleitet, setzt bewusst darauf, dass das Jugendzentrum von einem freien Träger betrieben wird: „Die Kooperation zwischen Landkreis, der Diakonie Saar und unserer Gemeinde ist gut und erfolgreich“, betonte er bei der kleinen Feierstunde. Und die enge Zusammenarbeit mit dem Schiffweiler Jugendpfleger Christian Peitz sorgt auch dafür, dass das JUZ in der Gemeinde Schiffweiler sichtbar und erlebbar wird. So beteiligt sich das JUZ an Veranstaltungen wie Dorffesten, Weihnachtsmarkt oder der Aktion „Halloween auf dem Naturerlebnisweg Striet“.

Anfangs, so erzählt Mitarbeiter Philipp Nehren, haben die Kinder das JUZ eher als „Konsumtempel“ verstanden und kamen vor allem zum Kicker- und Playstationspielen. Bald aber hätten sie bemerkt, dass sie hier einen Raum haben, zum Reden und „Gucken, was der Tag so bringt“.

Nach drei Jahren engagierten sich die Jugendlichen selbstständig für ihre Aktivitäten im JUZ – immer in Begleitung der Mitarbeiter. So wird nun seit langer Zeit montags gekocht. „Eine wertvolle Aktivität, bei der auch Neue willkommen sind und direkt dabei sein können“, erzählt der Jugendmitarbeiter.

Auch gibt es seit einigen Jahren immer wieder Ferienprogramme mit Sport, Spielen und teilweise Übernachtungen, das von den Jugendlichen selbst geplant und für jüngere Kinder durchgeführt wird.

„In den letzten Jahren waren die Besucher zwischen 15 und 17 Jahre alt“, erzählt Philipp Nehren, der seit neun Jahren Betreuer im JUZ ist. „Wir gründeten einen JUZ Jugendbeirat mit den Jugendlichen, der über Aktivitäten und Veranstaltungen soweit wie möglich selbstständig entscheidet.“

So entstanden Workshops zu Demokratieverständnis, die Programme in den Schulferien und regelmäßig Konzerte. „Mit 21 gut besuchten Konzerten in den letzten sieben Jahren hat sich das JUZ, dank der Initiative der Jugendlichen, zu einer wahren Konzert-Location entwickelt“, begrüßt Nehren diese Entwicklung.

Auch vor Weihnachten konnte das JUZ in Kooperation mit dem „Netzwerk für Demokratie und Courage Saar e.V.“ bereits zum zweiten Mal zum Konzertabend „step into XXXmas“ einladen.

Darüber hinaus kooperieren die Mitarbeiter Nehren und Natalie Wolf mit Jugendbüros, anderen Jugendzentren und dem Juz United, dem Verband der saarländischen Jugendzentren. So fanden beispielsweise Konzerte sowie Filmabende des Neunkircher Projektes „Laut gegen rechts“ im Herbst letzten Jahres statt.

Derzeit befindet sich das JUZ in einem Generationenwechsel. Die Jugendlichen der letzten Jahre sind in Ausbildung und kommen kaum noch vorbei. Über gemeinsame Veranstaltungen mit der Gemeinschaftsschule Mühlbachschule bildet sich derzeit eine neue Kerngruppe von rund zehn Kindern im Alter zwischen neun und zwölf Jahren. „Uns ist die direkte Beteiligung der jungen Besucher wichtig und so bin ich gespannt, wie die neuen Kids den Raum für ihre Ideen nutzen möchten“, sagt Nehren mit Blick auf die Zukunft.

Die Öffnungszeiten sind montags und mittwochs von 16 bis 20 Uhr und freitags von 17 bis 22 Uhr. Besondere Veranstaltungen am Wochenende ergänzen das Angebot.

Die Diakonie Saar betreibt in der Region Neunkirchen auch die Jugendtreffs in Wiebelskirchen, Hangard, Merchweiler und Ottweiler.red./eck

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