Xenonbeleuchtung und Tiefenschärfe

SAARLOUIS Dr. Christian Bourgeois gerät ins Schwärmen, wenn er vom OP-Mikroskop redet. Er möchte beim Operieren nicht mehr darauf verzichten, denn „ich habe damit einfach einen wesentlich besseren Blick auf die Operationsstelle“, so der Chefarzt der Abteilung Wirbelsäulenchirurgie am Marienhaus Klinikum Saarlouis-Dillingen. Und das erleichtere ihm die Arbeit erheblich. Er nutzt das Mikroskop regelmäßig bei minimal-invasiven Eingriffen an der Wirbelsäule – zum Beispiel bei Bandscheibenoperationen im Bereich der Hals- und der Lendenwirbelsäule oder zur Beseitigung von Engstellen im Spinalkanal, dem Hohlraum im Innern der Wirbelsäule, durch den das Rückenmark verläuft.

„Bei diesen Operationen arbeitet der Arzt immer in unmittelbarer Nähe von Nerven, die auf keinen Fall verletzt werden dürfen“, so Dr. Bourgeois. Deshalb schätzt er neben der sechsfachen Vergrößerung, die das Mikroskop bietet, vor allem die integrierte Xenonbeleuchtung. Das was bei Autos schon seit einigen Jahren gute Dienste leistet, ist auch im OP-Mikroskop einen große Unterstützung; denn das Licht lasse sich wunderbar auf die Operationsstelle fokussieren. „Mit keiner anderen Operationslampe bekomme ich eine so hervorragende Ausleuchtung“, so seine Erfahrung.

Ein weiterer Vorzug des Mikroskops ist die exzellente Tiefenschärfe, die einen genauen Blick auf die Operationsstelle möglich macht. „So erkenne ich die einzelnen Gewebestrukturen, Gefäße und Nerven wesentlich deutlicher als mit dem bloßen Auge“, erläutert er. Und das bedeutet für die Patienten ein hohes Maß an Sicherheit. Hinzu kommt das, was Dr. Bourgeois als großen Arbeitsabstand bezeichnet: „Das Objektiv ist so weit von der Operationsstelle entfernt, dass ich darunter bequem, und ohne an das Mikroskop zu stoßen, auch mit langen Instrumenten arbeiten kann.“

Insgesamt können drei Ärzte das Mikroskop gleichzeitig nutzen, denn es verfügt über drei Binokulare. Das ist günstig, wenn bei einer schwierigen OP mehrere Ärzte mithelfen müssen. „Solche und alle anderen Operationen können wir mit Hilfe einer im Mikroskop enthaltenen Videoeinheit auch aufzeichnen oder fotografieren“, so Dr. Bourgeois. Er vermutet, dass die Dokumentation von Eingriffen in Zukunft zunehmen wird. Bei Arthroskopien beispielsweise sei das schon Pflicht; denn so kann immer nachvollzogen werden, was und wie die Ärzte operiert haben. Mit dem OP-Mikroskop hat er da alle Möglichkeiten. as

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