Wosnitza fährt klaren Sieg ein

Sozialdemokrat gewinnt die Oberbürgermeisterwahl gegen Mitbewerber Christian Gauf

ZWEIBRÜCKEN Bereits früh hat sich das Ergebnis abgezeichnet. Der neue Zweibrücker Oberbürgermeister heißt Marold Wosnitza. Der Sozialdemokrat hat sich bei der Stichwahl klar gegen seinen Mitbewerber Christian Gauf (CDU) durchgesetzt. Marold Wosnitza konnte 56,1 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen. Christian Gauf kam auf 43,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,7 Prozent.

Christian Gauf gratulierte seinem Kontrahenten schon zum Zeitpunkt, als noch zwei von den insgesamt 34 Wahlbezirken auszuzählen waren. Wobei sich das Ergebnis von Beginn an abgezeichnet hatte. Nach Auszählung der ersten Stimmen gegen 18.10 Uhr lag Wosnitza mit 61,8 Stimmen gegen 38,2 Stimmen eindeutig vorne. Zuvor hatten beide Bewerber prognostiziert, dass die Wahl knapp ausgehen dürfte. Doch die Wähler haben für ein eindeutiges Ergebnis gesorgt. „Ich bin überwältigt von diesem Ergebnis“, kommentierte denn auch der strahlende Gewinner Wosnitza den Wahlausgang. Christian Gauf gab sich als fairer Verlierer, überreichte dem neuen Oberbürgermeister Blumen. Zugleich bot der amtierende Bürgermeister, der im Amt bleiben wird, dem Wahlsieger eine Zusammenarbeit im Sinne der Zweibrücker Bürger an, was Wosnitza bereits während der heißen Wahlkampfphase stets hervorgehoben hatte. „Es gab eine reelle Chance, das Ding nach Hause zu tragen. Dass das Ergebnis so eindeutig ausfällt, damit hatte niemand von uns gerechnet. Mir stand ein hervorragendes Team beim Wahlkampf zur Seite und dieses Ergebnis ist ganz klar ein Erfolg der gesamten Mannschaft“, betonte Wosnitza und kündigte gleichzeitig an, eng mit Bürgermeister Christian Gauf zusammenarbeiten zu wollen.

Bereits im Wahlkamp hätten sich inhaltliche Überschneidungen gezeigt. Wirtschaftsförderung, Tourismus, Innenstadt und Straßenausbau seien erst mal die wichtigsten Themen, so der 53-Jährige, der großen Respekt vor diesem Amt bekundete. „So nah am Bürger dran ist kein anderes Amt. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe und für mich als Quereinsteiger sowieso“, so Wosnitza. Der jetzt zuerst einmal schauen will, was seine und Gaufs Konzepte sind und wie sie gemeinsam die Dinge angehen können: „Mein großer Wunsch ist, im Sinne der Stadt eine konstruktive Zusammenarbeit hinzubekommen.“ „Bei der Zusammenarbeit mit Wosnitza wird es überhaupt keine Probleme geben, als Typ und als Sportler bin ich Teamplayer“, zeigte sich auch Gauf zuversichtlich.

Zu den ersten Gratulanten im proppenvollen kleinen Sitzungssaal im Zweibrücker Rathaus gehörten der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jürgen Gundacker (SPD), Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) und SPD-Landtagsfraktionschef Alexander Schweitzer. Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratulierte Wosnitza am Telefon.

Wann der neue Oberbürgermeister seinen Chef-Sessel einnehmen wird, steht noch nicht genau fest. Bevor er offiziell als Oberbürgermeister ernannt wird, muss sich Wosnitza noch als Erziehungswissenschafts-Professor in Aachen beurlauben lassen. „Ich muss keine Lehrveranstaltung absagen. Also sollte es zügig gehen“, so seine Einschätzung.

Derweil ist Marold Wosnitza froh, seine roten Schuhe, die er im Wahlkampf elf Wochen lang bei öffentlichen Auftritten getragen hat, in den Schrank stellen zu können. Auch der familiäre Alltag dürfte allmählich wieder einkehren. Seine Frau hat ihm bereits vor der Wahl gesagt, auch wenn er Oberbürgermeister werden würde, müsse er trotzdem weiter kochen. „Was ich eh vorhabe. Kochen entspannt“, so der frisch gebackene Oberbürgermeister mit einem Augenzwinkern.dos

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