Wohnort für Steinkauz, Hirschkäfer und Co.

Biosphärenreservat veröffentlicht Broschüre zu Kopfbäumen

BIOSPHÄRENRESERVAT Das deutsch-französische Team des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen hat im Rahmen des EU-Projekts LIFE Biocorridors einen Leitfaden neu aufgelegt, um Akteure im Gebiet des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen durch das hier gesammelte Wissen die Möglichkeit zu geben, Kopfbäume zu pflanzen und zu pflegen.

Ursprünglich von einem botanischen Verband in Frankreich veröffentlicht, bietet das Biosphärenreservat nun eine neue Version der 12-seitigen Broschüre an, um Hobbygärtnern, Baumpflegern und allen weiteren Interessierten zu erläutern, wie die Pflanzung, Erziehung, Pflege und Sanierung von Kopfbäumen gelingt.

Kopfbäume sind heutzutage weitgehend unbekannt, obwohl sie Zeugnisse einer langen gemeinsamen Entwicklungsgeschichte von Mensch und Natur sind. Die gestutzten Bäume prägten über Jahrhunderte hinweg mit ihren gewundenen Stämmen und den mehr oder weniger tiefen Hohlräumen große Bereiche der Landschaft im Biosphärenreservat.

Besonders auffällig sind die aus dem beulenförmigen Kopf entspringenden Kronenäste. Die einjährigen Triebe von Kopfbäumen wurden in der Vergangenheit als Winterfutter fürs Vieh und zum Einheizen von Brotöfen verwendet. Bis heute kommen Weidenruten für das Flechten von Körben und Reusen zum Einsatz. Zudem haben Kopfbäume auch wichtige ökologische Funktionen, denn sie bieten zahlreichen Arten einen Lebensraum. Dazu gehören Vogelarten wie der Steinkauz, der Wendehals und der Wiedehopf, Säugetiere wie der Garten- und Siebenschläfer oder Fledermäuse sowie Insekten wie der Hirschkäfer.

Wer sich für Kopfbäume interessiert, kann die 12-seitige Broschüre beim Biosphärenreservat Pfälzerwald per E-Mail an info@pfaelzerwald.bv-pfalz.de bestellen.

Projekt „LIFE Biocorridors“

Das EU-Projekt LIFE Biocorridors hat das Ziel, ein grenzüberschreitendes ökologisches Netzwerk im Biotopverbund Pfälzerwald-Nordvogesen zu schaffen. Hierfür werden verschiedene Maßnahmen im Offenland, im Wald und an Wasserläufen durchgeführt. Im Offenland geht es darum, Streuobstwiesen sowie magere Wiesen und Weiden zu bewahren oder wieder neu anzulegen. Kopfbäume als Bestandteil des Offenlands sind dabei bedeutende Lebensräume und stellen Trittsteine im grenzüberschreitenden Biotopverbund dar.

Für das Projekt LIFE Biocorridors wurden insgesamt 3,6 Millionen Euro durch die Europäische Union sowie durch die Projektpartner in Frankreich und Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt. Die Umsetzung der Maßnahmen wird vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz mit 540000 Euro gefördert.

Mehr Informationen unter www.lifebiocorridors-vosgesnord-pfaelzerwald.eu.red./dos

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