Wiederansiedlungsprojekt für den Steinkauz

Steinkauz-Zentrum in der Zoo-Falknerei des Neunkircher Zoos offiziell eröffnet

NEUNKIRCHEN Der Steinkauz (Athene noctua) ist in seinem Bestand bedroht und vielerorts sogar verschwunden. Ziel eines Wiederansiedlungsprojektes auf Flächen des Zweckverbandes der Landschaft der Industriekultur Nord (LIK Nord) mitten im Herzen des Saarlandes sind Schutz und Erhalt des Steinkauzes durch den Aufbau einer vitalen Population.

Da die noch erhalten gebliebenen Vorkommen der Art meist rückläufig und natürliche Ausbreitungstendenzen kaum zu verzeichnen sind, sind reine Biotopschutz-Maßnahmen leider nicht ausreichend, um die Art dauerhaft zu erhalten.

Im Zuge dieses Projektes werden in Zusammenarbeit mit der Ökopädagogischen Falknerei im Neunkircher Zoo Nachzuchten der Tiere unter kontrollierten Bedingungen in verwaisten Gebieten wieder angesiedelt. Dies kann helfen, entstandene Verbreitungslücken schneller zu schließen und die Population aufzubauen. Im Idealfall entwickelt sich aus den Maßnahmen eine Eigendynamik, die den Erhalt der Art sichert.

Zur Auswilderung werden die Nachzuchten aus dem Bestand der Ökopädagogischen Zoo-Falknerei Neunkirchen im Neunkircher Zoo herangezogen, welche allesamt aus Mitteleuropa, aber aus unterschiedlichen Blutlinien stammen.

Steinkäuze werden auf Auswilderung vorbereitet

Die Zuchtpaare werden für das Projekt in zwei speziell dafür vorgesehenen Volieren im Steinkauz-Zentrum zusammengestellt. Alle Jungvögel werden von ihren Eltern erbrütet und aufgezogen, um eine Fehlprägung oder die Gewöhnung an den Menschen auszuschließen.

2018 erfolgten bereits die ersten erfolgreichen Auswilderungen von Steinkäuzen im Wiederansiedlungsgebiet.

Im frei zugänglichen Steinkauz-Zentrum am Rande der Zoo-Falknerei Neunkirchen gibt es neben den beiden Zuchtvolieren zahlreiche Informationstafeln zum Wiederansiedlungsprojekt, der Zoo-Falknerei und dem Steinkauz selbst.

Offizielle Einweihung des Steinkauz-Zentrums

Die offizielle Einweihung des Steinkauz-Zentrums erfolgte im Beisein des Staatssekretärs des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, Roland Krämer, und dem Bürgermeister der Kreisstadt Neunkirchen Jörg Aumann in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Neunkircher Zoologischer Garten GmbH. Ebenfalls anwesend waren Zoodirektor Dr. Norbert Fritsch und die Vertreter der beteiligten saarländischen Projektpartner. Die Brutröhren und Schauvitrine wurden von der NABU Ortsgruppe Ensheim-Eschringen gefertigt und gespendet.Staatssekretär Krämer: „Die Wiederansiedlung des Steinkauzes im Saarland ist ein Gewinn für die Artenvielfalt in unserem Land. Dank des vorbildlichen Engagements aller Projektpartner steigt die Zahl der im Saarland beheimateten Steinkäuze konstant an. Der Erhalt der Streuobstwiesen und Weiden bietet die beste Voraussetzung für die Ansiedlung einer selbsterhaltenden und dauerhaften Steinkauzpopulation im Saarland.“

„Bei diesem Steinkauzprojekt ist es beispielhaft gelungen, alle Kräfte der Projektpartner zu bündeln, um den Steinkauz in der Zoo-Falknerei im Neunkircher Zoo zu züchten, zahlreichen Besuchern näher zu bringen und im zentralen Saarland wieder heimisch zu machen“, fasst Zoodirektor Dr. Norbert Fritsch zusammen.red./vw

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