Wichtige Hürde überwunden

Spätestens 2026 sollen zwischen Zweibrücken und Homburg wieder Züge rollen

ZWEIBRÜCKEN/ HOMBURG Die Reaktivierung der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken hat eine wichtige Hürde genommen: Die Entwurfsplanung ist abgeschlossen.

Damit kann das Planfeststellungsverfahren vorbereitet und eingeleitet werden. Und für die Länder Rheinland-Pfalz und Saarland gibt es eine weitere gute Nachricht: Weil die Bundesregierung die Förderquoten auf bis zu 90 Prozent erhöht hat, müssen sie weniger zahlen.

Nach einer Novelle des Gemeindefinanzierungsgesetzes muss das Saarland nur noch rund 2 Millionen Euro statt der ursprünglich geplanten 4,7 Millionen Euro aufbringen. Für Rheinland-Pfalz bedeutet die neue Bundesförderung eine Einsparung von rund 5 Millionen Euro.

Wird das Projekt jetzt nicht durch Klagen verzögert, können die Züge ab 2025 wieder rollen.

Seit ihrer endgültigen Stilllegung im Jahr 1991 wird stetig um die Wiederbelebung der Bahnstrecke gekämpft. Waren es am Anfang nur wenige, die sich für das Projekt einsetzten, so sind sich heute fast alle einig – das Vorhaben würde die gesamte Region voranbringen.

Rheinland-Pfalz plant, für die Reaktivierung der 1857 eröffneten Bahnlinie und deren Betrieb den größten Batzen zu übernehmen, obwohl die Strecke zum größten Teil im Gebiet des Saarlandes liegt.

Grund ist, dass sich viele Menschen in Zweibrücken und Umgebung einen wirtschaftlichen Aufschwung und mehr Lebensqualität von der S-Bahn-Anbindung erhoffen. Pendler beispielsweise könnten dann von Zweibrücken aus ohne Umsteigen nach Mannheim fahren, weil die Bahn an das S-Bahnnetz Rhein-Neckar angebunden werden soll.

Das Saarland sieht seine Vorteile darin, den Bahnhof in Homburg wieder aufzuwerten, dessen Fernverbindungen doch sehr reduziert worden sind. Außerdem könnte der Fahrradtourismus im Bliestal angekurbelt werden.

Die Fahrtzeit mit der dann erweiterten S-Bahn Rhein-Neckar würde mit drei Haltepunkten (Einöd, Schwarzenacker und Beeden) rund 15 Minuten betragen.

Groß die Freude über die gute Nachricht im Zweibrücker Rathaus. „Die Reaktivierung der Bahnstrecke ist von zentraler Bedeutung für unsere Bürger“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Marold Wosnitza. Die Anbindung sei zudem ein wichtiger Standortfaktor für den Tourismus- und Wirtschaftsstandort Zweibrücken.

„Es wurden dicke Bretter gebohrt, nicht nur auf Verbunds- und Politikebene. Auch viele Bürger haben sich engagiert für die Reaktivierung eingesetzt“, erinnert Wosnitza an die Bemühungen. „Wir alle glauben an die Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit dieser Bahnverbindung. Jetzt sind wir einen bedeutsamen Schritt weiter.“

Er sei sehr optimistisch und wiederholt gerne aus seiner Neujahrsansprache von 2019: „Zweibrücken wird bis zum Ende meiner Amtszeit ans S-Bahnnetz angebunden sein. Ich gehe heute sogar noch weiter, bis zum Ende dieser Legislaturperiode.“ Damals untermauerte er seine Aussage sogar mit einem Wetteinsatz von 50 Liter Bier. nob

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