Weihnachten an der Haustür

Caritas und Rotary-Club beschenkten Alleinstehende zuhause

St. Ingbert. Niemand sollte im Corona-Jahr 2020 alleine den Heiligen Abend verbringen müssen – das war die gemeinsame, treibende Idee des Caritas-Zentrums Saarpfalz und des Rotary-Clubs St. Ingbert. Die traditionelle Weihnachtsfeier für Alleinstehende an Heiligabend in der Caritas-Altenbegegnungsstätte konnte coranabedingt nicht stattfinden. Dennoch wurde im wahrsten Sinne ein Weg gefunden, gerade zu Weihnachten für Nähe zu ­sorgen.

„Da freue ich mich wahninnig, dass so etwas trotz Corona stattfindet“, sagte eine allein stehende St. Ingberterin, bei der es an Heiligabend an der Tür klingelte. Sie war eine von rund 20 Personen, die von einem Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen der Caritas und der Rotarier jeweils nach persönlicher Rücksprache zuhause an der Haustür am 24. Dezember besucht wurden. Überreicht wurden Weihnachtsgeschenke sowie warmes Essen. Thomas Braml vom Rotary-Club St. Ingbert, der traditionell Weihnachtsgeschichten und besinnliche Gedichte vorlas, ließ es sich auch dieses Jahr nicht nehmen – nur eben an der Haustür. Der festliche Rahmen der vergangenen Jahre war damit auch in diesem besonderen Corona-Jahr nahezu gegeben.

Dass die traditionelle Weihnachtsfeier in diesem Jahr nicht in der gewohnten Form mit Kaffee und Kuchen, gemütlichem Beisammensein, besinnlicher Musik und Gedichten würde stattfinden können, darüber hatten sich Caritas und Rotary-Club bereits seit dem Sommer immer wieder ausgetauscht. Klar war aber auch: Es soll keine Unterbrechung geben. Gesucht wurde eine Geste, die den einsamen Menschen in St. Ingbert zeigt, dass an sie gedacht und niemand ausgeschlossen wird.

Die Lösung: „Wenn die Alleinstehenden nicht zu uns kommen können, dann kommen wir einfach zu ihnen.“ Caritas-Mitarbeiterin Jennifer Leidel rief alle an, die in den vergangenen Jahren regelmäßig an der Weihnachtsfeier teilnahmen. Alle waren von der Idee begeistert – und die meisten waren auch damit einverstanden, dass sie kurz besucht werden – wenn auch nur an der Haustür. Bei den Beschenkten kam die Idee sehr gut an.

Der Leiter des Caritas-Zentrums St. Ingbert, Andreas Heinz, war froh, dass die Haustür-Aktion so viel Freude ausgelöst hatte: „Wenn man genau hinschaut, kann man sehr gut erkennen, wie die Gesellschaft auch unter Corona zusammenhält.“ red./dos

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