Wehende Mähnen – fliegende Pfeile

Faszination Bogenschießen zu Pferd bei den deutschen Meisterschaft in Bescheid am 2. und 3. Oktober

WEISKIRCHEN Das sportliche Ziel ist es in vollem Galopp möglichst viele Pfeile auf die Scheiben zu bringen. Das Erreichen der vollständigen Harmonie mit dem Pferd und seiner Bewegung sind dafür Voraussetzung. Der Reiter vertraut seinem Pferd vollkommen , es galoppiert frei und er konzentriert sich nur auf schnelle, präzise Schüsse.

Dies zeigte auch der erst 10jährige Max Kleinbauer aus Weiskirchen mit seinem Pony Gabilan . Mit seinem kleinen Flitzer wurde er deutscher Jugendmeister im koreanischen ( 20,7 Punkte)und ungarischen Wettkampf (6,14 Punkte) .

Sein Trainer Claus Meyer aus Rommerskirchen bei Köln wurde Samstags auf seinem Andalusierhengst Polarinho überlegener Sieger im ungarischen Wettkampf mit 13,74 Punkten.

Die Wettkämpfe haben ihren Ursprung in der Tradition der Reitervölker, der großen Steppen.

Das berittene Bogenschießen bringt etwas von der Faszination der mongolischen oder indianischen Reiter zurück, die die Kunst mit ihren Bogen vom Pferderücken aus zu schießen und zu treffen perfektionierten.

Die besten 25 Schützen der Qualifikationswettkämpfe waren zur diesjährigern DM der Steppenreiter ins Trainingszentrum der Bogenreiter Hochwald ,, Hunsrück-Pferd“ in Bescheid eingeladen.

Samstags fand der ungarische Wettkampf statt. Hier wird im Galopp auf einer 90 m langen Bahn, die in drei Sektoren a 30 m unterteilt ist, aus jedem Sektor eine Scheibe beschossen. Zuerst nach vorn, dann zur Seite und zum Schluss nach hinten. Die größtmögliche Schussentfernung beträgt ca. 50 m, die kürzeste 9 m. Der Ritt darf 16 Sekunden nicht überschreiten, für jede schnellere Zeit gibt es Punkte. Man muss sich entscheiden, ob man mit

einem schnellen Pferd weniger Schüsse platzieren kann oder ob man mit einem Langsameren mehr Treffer landet. Bei kühlem, regnerischen Wetter sah man viele gute Ritte und die

Funken der Begeisterung und aus den Jubelschreien sprangen auf die Zuschauer über. Viele Funken gab es Abends auch beim Feuerwerk und am Lagerfeuer der immer größer werdenden Steppenreiterfamilie.

Sommerfeeling, blauer Himmel, eine gigantische Aussicht begleiteten den koreanischen Wettkampf Sonntags. Im Gegensatz zum ungarischen Wettkampf, bei dem die Pfeile in der Hand gehalten werden dürfen müssen die Pfeile hier aus dem Köcher gezogen werden. Dies dauert natürlich länger.

Hier müssen Scheiben entlang der Bahn mit schnellen, präzisen Schüssen getroffen werden.

Siegerin wurde hier Andres Seidel aus Morhorn ( Sachsen) auf der Stute Penny Lane mit 52 Punkten, gefolgt von Jens Vogt auf Jour Fix (44,7) und Johannes Hofmeister aufJerry (29,1).

Von den Bogenreitern Hochwald belegte Margit Kleinbauer mit Petchudo Platz 6 und Conny Faist mit Jack Platz 9.

In Ungarn erfreut sich das Steppenreiten als Sport wieder großer Beliebtheit und auch in Deutschland gewinnt es immer mehr Zulauf. Haben auch Sie Lust bekommen haben in die Welt der berittenen Bogenschützen einzutauchen? Infos erhalten Sie im Trainingszentrum Hunsrueck-Pferd in Bescheid ( www.hunsrueck-pferd.de).

Unsere Leserreporterin
Margit Kleinbauer aus Weiskirchen

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