Wegen Corona nur Briefwahlen möglich

Evangelische Kirchengemeinde bereitet Kirchenwahlen 2020 vor

MANDELBACHTAL/ENSHEIM „Vieles wurde während der vergangenen Monate abgesagt, doch unsere Kirche blieb auch weiterhin angesagt“, so der evangelische Pfarrer Wolfgang Glitt. „Auch unter den Bedingungen der Corona-Krise bereiten wir derzeit in der protestantischen Kirchengemeinde Ensheim-Eschringen-Mandelbachtal die Wahlen unseres Leitungsgremiums, unserem neunköpfigen Presbyterium, vor.“

Am 1. Advent, 29. November, wird gewählt. Diesmal aus Gründen des Gesundheitsschutzes ausschließlich per Briefwahl. Dabei wird das Presbyterium, das Leitungsorgan einer Kirchengemeinde, gewählt.

„Die Pfälzer Landeskirche ist in reformatorischer Tradition presbyterial-synodal verfasst, das heißt, sie baut sich demokratisch von unten nach oben auf. Alle sechs Jahre finden in den Kirchengemeinden der evangelischen Kirche der Pfalz, zu der unsere Kirchengemeinde gehört, die Kirchenwahlen, sprich die Wahlen zum Presbyterium statt“, erklärt Pfarrer Glitt. „Das Presbyterium entscheidet als Leitungsorgan über alle Aufgaben und Ausgaben unserer Kirchengemeinde“, erläutert der Vorsitzende des Wahlausschusses der Kirchengemeinde Manfred Pfeiffer, der für die Wahlorganisation in Mandelbachtal verantwortlich ist. Das Presbyterium setzt sich zusammen aus den gewählten Ehrenamtlichen und den Hauptamtlichen, sprich dem Pfarrer. Wahlberechtigt sind alle Kirchenmitglieder ab 14 Jahren, wählbar alle ab 18 Jahren.

Rund 450000 Mitglieder sind im Dezember in 401 Kirchengemeinden auf dem Gebiet der Pfalz und Saarpfalz zur Wahl von etwa 3000 Sitzen in den Presbyterien aufgerufen. Aus deren Reihen werden anschließend Mitglieder in die 15 Bezirkssynoden der Kirchenbezirke und in die Landessynode gewählt. Der Ormesheimer Manfred Pfeiffer gehört seit der letzten Wahl für den Kirchenbezirk Zweibrücken der Landessynode in Speyer an.

„Die Kirchenregierung in Speyer hatte bereits im Mai beschlossen, an dem Wahltermin am 29. November trotz Corona-Krise festzuhalten. Angesichts der Corona-Maßnahmen, die voraussichtlich auch Ende des Jahres noch eine Rolle spielen werden, mussten jedoch einige Änderungen im Wahlrecht vorgenommen werden“, erläutert der Landessynodale. So wird es in diesem Jahr wegen der Ansteckungsgefahr erstmals keine Wahllokale geben. Die Stimmzettel können von den Gemeindemitgliedern per Post versandt oder in Wahlbriefkästen eingeworfen werden. Die Unterlagen zur Briefwahl werden im November den Stimmberechtigten zugestellt. Das Wahlverfahren per Brief ist in der Pfalz bereits eingeführt.

Die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten läuft bereits seit Jahresbeginn. „Gerade in diesen Tagen brauchen wir Leute mit Ideen, die mutig nach vorn sehen“, fordert Gritt zum Mitmachen in seiner Kirchengemeinde auf, die mit der Kreuzkirche in Ormesheim und der Kirche in Ensheim gleich zwei Gotteshäuser ihr Eigen nennt.

„In den kommenden Monaten wird in unserer Kirchengemeinde die Werbung verstärkt. Mit Bannern, Fahnen, Plakaten in Schaukästen und mit Artikeln in den Gemeindebriefen wollen wir auf die Wahlen aufmerksam machen“, so Pfeiffer. Daneben bleiben aber, natürlich auf Abstand, auch weiterhin persönliche Gespräche wichtig.

Bis 4. Oktober kann man kandidieren

Wer in den nächsten Jahren im Presbyterium mitmachen will, ist herzlich eingeladen mitzumachen. Die Wahllisten werden erst zum 4. Oktober 2020 geschlossen. Bis dahin kann sich jeder Protestant in Mandelbachtal, Ensheim und Eschringen noch als Kandidat im Pfarrbüro in der Kapellenstraße 32 in Ormesheim bewerben. Die protestantische Kirchengemeinde Ensheim-Eschringen-Mandelbachtal ist erreichbar unter Tel. (06893) 9696-320 oder per E-Mail unter pfarramt.ensheim@evkirchepfalz.de. Weitere Informationen zur Kirchengemeinde und zu den Wahlen finden sich im Internet auf der Homepage www.ensheim.evpfalz.de.red./dos

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