Vorstellung bei Stadtspaziergän gen

Projekt „Masterplan Altstadtrand“ für Blieskastel nimmt Fahrt auf

BLIESKASTEL Torsten Becker vom Stadtplanungsbüro tobe Stadt erläuterte im Rathaus im Rahmen einer internen Auftaktveranstaltung seinen städtebaulichen Entwurf, der Grundlage für den „Masterplan Altstadtrand“ zur Entwicklung der neuen Stadtflächen nach Fertigstellung der Umgehungsstraße L113 ist. Die Bürger sollen sich mit Ideen und Anregungen einbringen können.

Der Erhalt und die Entwicklung der barocken Altstadt von Blieskastel, unterstützt mit Fördergeldern aus dem Städtebauförderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“, ist ein zentrales Thema auf der Agenda der Stadtverwaltung. Speziell für die geplante Erweiterung der Altstadt nach Osten bis zur neuen Umgehungsstraße wurde 2019 ein städtebauliches Konzept in einem Planungswettbewerb erarbeitet. Gleich vier renommierte Planerteams, bestehend aus Stadtplanern und Landschaftsarchitekten, hatten teilgenommen.

Die Wettbewerbsentwürfe, bis 14. Februar in der Markthalle im Erdgeschoss des Rathauses öffentlich ausgestellt, wurden von einer Jury, besetzt mit Fachleuten aus den Bereichen Stadt- und Verkehrsplanung, Denkmalschutz, der Bürgermeister, Vertretern der Fachabteilungen der Verwaltung sowie Vertretern der politischen Fraktionen und weiteren Interessensgruppen, bewertet. Der Entwurf von tobe Stadt mit GDLA gornik denkel Landschaftsarchitektur aus Frankfurt wurde schließlich von der Jury als Grundlage für die weitere Entwicklung der Altstadt empfohlen.

Dächer prägen Stadtbild mit

Bei der Vorstellung des Konzeptes mit detailreichen Planungsskizzen ging Stadtplaner Torsten Becker zunächst vor allem auf die Sichtbeziehungen zwischen Stadt und Bliesaue sowie die Gestaltung der offenen Räume ein, ebenso auf das Thema Verkehrsführung. Die geplanten Neubauten Festhalle, Biosphärenhaus und Auenhotel im Bereich des jetzigen Parkplatzes an der ehemaligen Bahntrasse sollen z. B. eine Dachgestaltung mit modern interpretierten Mansardendächern erhalten. Dächer prägen das barocke Stadtbild Blieskastels mit.

Im Rahmen eines Architekturwettbewerbs für die neuen Gebäude werden gestalterische Details ausgearbeitet, immer im Dialog mit dem Denkmalschutz, der bei allen Planungen mit am Tisch ist. Bis zur Fertigstellung des neuen Biosphärenhauses und der Festhalle – zwei öffentliche Einrichtungen, die eine funktionale und gestalterische Einheit mit Veranstaltungshalle, Büro und Seminarräumen, Tourist-Info, Café-, Bistro- bzw. Gastronomiebetrieb abbilden – ist geplant, die Bliesgau-Festhalle vorerst weiter zu betreiben.

Parkraumkonzept

Parkmöglichkeiten werden in Anlehnung an die Nutzeransprüche und -bedarfe im Umfeld geschaffen, der Parksuchverkehr zur verkehrlichen Entlastung der Innenstadt reduziert werden, auch im Hinblick auf die geplanten städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen. In diesem Zuge hatte die Stadtverwaltung bereits ein Ingenieurbüro beauftragt, eine Parkraumanalyse und ein Parkraumkonzept zu erarbeiten. Um Parkraumdefiziten vorzubeugen, sehen die Planungen nunmehr ein als Mobilitätsstation bezeichnetes Parkhaus am Busbahnhof vor, das auch eine Anlaufstation für Radsportfreunde beherbergen könnte.

Ideensammlung mit den Bürgern

Wie schon bei den aktuell unter dem Arbeitstitel „ISEKs Blieskastel“ laufenden Bürgerwerkstätten, im Rahmen derer Bürger bei der Erarbeitung von städtebaulichen Entwicklungskonzepten für acht Stadtteile mitwirken können, soll auch beim Thema „Masterplan Altstadtrand Ost“ eine Ideensammlung mit den Bürgern stattfinden und die Mitwirkung der Blieskasteler Bevölkerung gewährleistet sein. Torsten Becker betonte die Bedeutung der Bürgerbeteiligung, bei der mit positivem Input zu den Themen des Masterplans, wie etwa die Gestaltung von Freiräumen, Gastronomie in der Festhalle oder Bedürfnisse der Radfahrer zu rechnen ist.

Für den Part der Bürgerbeteiligung wurde ein weiteres Planungsbüro mit ins Boot geholt, die agstaUMWELT GmbH aus Völklingen. In der Vorstellungsrunde erläuterten deren Mitarbeiter Yvonne Volgger und Alexander Knoll ihre Vorstellungen über die Durchführung der Bürgerbeteiligung. Aufgrund der aktuellen Situation, in der man Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen vermeiden sollte, wurde die Idee geboren, die Bürgerbeteiligung in Form von Stadtspaziergängen durchzuführen.

Kleineren Gruppen von Bürgern werden dann von den Planern Ideen an Ort und Stelle unter freiem Himmel im Plangebiet erläutert und zur Diskussion gestellt. Die Termine der Stadtspaziergänge – voraussichtlich Ende November –werden frühzeitig angekündigt. Alle Erkenntnisse und Informationen sollen prozessbegleitend digital und online zur Verfügung gestellt werden. red./dos

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