Von A bis Z alles minutiös durchgeplant

Der Glashütter Weiher kann nun wieder barrierefrei umrundet werden

ROHRBACH Stich oder Überhöhung nennt man im Fachjargon den leichten Bogen einer Brücke. Die neue Stahlbrücke in Rohrbach wurde mit Hilfe einer Walze und unter hohem Druck so in ihre jetzige Form gebracht. Gut zwei Monate dauerte die Herstellung der Stahlkonstruktion.

Voraus gingen neun Monate Planung durch Ingenieure, stets in enger Abstimmung mit Dieter Seufert, der das Projekt bautechnisch von Seiten der Stadt St. Ingbert begleitet hat.

Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer, Bürgermeister Markus Schmitt und Ortsvorsteher Roland Weber ließen es sich nicht nehmen, dabei zu sein, wenn die neue Stahlbrücke am Glashütter Weiher eingehoben wird. Bevor jedoch der Schwertransporter und der Autokran überhaupt an den Montageort gelangen konnten, mussten eine Zuwegung und eine Kranaufstellfläche angelegt werden.

„Die eigentliche Herausforderung lag nicht in der Brückenkonstruktion, das ist schließlich unser tägliches Geschäft, sondern in der Verbauung im Wald zwischen den Bäumen. Hier musste wirklich von A – Z alles minutiös durchgeplant werden“, erklärt einer der Ingenieure.

19 Meter lang und 2 Meter in der Breite misst die neue Brücke und mit einem Gewicht von 12,5 Tonnen war sie fast ein Leichtgewicht für den Autokran, der mit seinem 70 Meter Ausleger bis zu 150 Tonnen heben kann. Bei dem Bodenbelag der Brücke handelt es sich um einen rutschfesten Kunststoffharzbelag, der – ebenso wie die Stahlkonstruktion – als sehr langlebig gilt. Die Geländer sind mit 1,30 Meter höher als die an der früheren Holzbrücke, die Bauvorschriften haben sich hier geändert. Das THW St. Ingbert hatte im letzten Jahr mit dem Rückbau der alten Brücke die Vorarbeiten geleistet haben.

Knifflig war die Situation kurz vor dem Auflegen auf die Fundamente. Hier musste die Brücke nochmal komplett gedreht werden. Mit Seilen und mit Hilfe einiger erfahrenen Arbeitern wurde die riesige Stahlkonstruktion unter ständigen Zurufen zum Kranführer zwischen den Bäumen gedreht. Kurz darauf wurde sie die letzten Zentimeter eingehoben und der Ausruf „Passt“ sorgte bei vielen Anwesenden für Erleichterung.

Das Projekt wurde zu 55 Prozent durch das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und zu 35 Prozent durch das Ministerium für Inneres, Bauen und Sport gefördert. red./dos

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