Vom Saarland in den Weltraum

ESA-Astronaut Matthias Maurer erklärt Saar-Funkamateuren Details seiner Mission

Saarland. Ein exklusives Videointerview haben zwei saarländische Funkamateure mit ESA-Astronaut Dr. Matthias Maurer führen können. Der 51-jährige Werkstoffwissenschaftler aus dem Obertaler Ortsteil Gronig wird Mitte Oktober von Cape Canaveral in Florida zusammen mit drei weiteren Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS starten.

Maurer wird der erste Saarländer und zwölfte Deutsche sein, die jemals im Orbit waren.

„Es war ein tolles Erlebnis, sich auf einer Videoplattform mit dem sehr sympathischen Astronauten aus unserer Heimat zu unterhalten“, schwärmte Eugen Düpre, DK8VR, Vorsitzender der Funkamateure des Deutschen Amateur-Radio-Clubs im Saarland. Düpre und Radio DARC-Mitarbeiter Dieter Lorig, DK4XW, konnten Maurer knapp 20 Minuten über seine Weltraummision „Cosmic Kiss“ interviewen. Zu diesem Zeitpunkt bereitete sich Maurer am Johnson Space Center der NASA in Houston/Texas auf seinen Raumflug vor.

„Wir trainieren hier, wie die ISS zu bedienen ist, aber auch für Notfälle, beispielsweise bei Ausfall der Stromversorgung“, berichtet Maurer. Zu dessen Vorbereitung gehört auch, wissenschaftliche Experimente zu üben, die während des Aufenthaltes auf der ISS von den Astronauten durchzuführen sind. „Das sind unter anderem Materialforschungen sowie biologische und humanphysiologische Tests, die dem wissenschaftlich-technologischen Fortschritt auf der Erde dienen“, bestätigt Maurer.

Kinder für MINT-Fächer interessieren

Sämtliche Experimente an Bord der ISS wollen die Astronauten mit den Menschen auf der Erde teilen. „Vor allem Kinder und Jugendliche möchten wir so inspirieren, sich in der Schule für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, also die so genannten MINT-Fächer, zu interessieren“, sagte Maurer. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, mal auf den Mond zu fliegen, antwortete Maurer: „Das dürfte sicherlich extrem faszinierend und spannend sein für alle Astronauten, die schon mal auf der ISS waren. Selbstverständlich träume auch ich davon, mal auf den Mond zu fliegen“.

Doch zunächst steht für den Saarländer der Flug zur ISS auf dem Programm. Bis zu sechs Monaten kann der Aufenthalt auf der ISS dauern.

Während dieser Zeit wird Maurer die Erde in einer Höhe von etwa 400 Kilometer umrunden. Schüler des Lebacher Johannes Kepler Gymnasiums (JKG) hoffen jetzt schon, mit dem saarländischen Astronauten einen Funkkontakt herstellen zu können, wenn dieser über seine Heimat fliegt. Dies soll über eine Amateurfunkstation an der Lebacher Schule ermöglicht werden.

Maurer hat vor einigen Monaten die amerikanische Amateurfunk-Lizenz mit dem Rufzeichen KI5KFH erworben.

„Für den Kontakt mit der ISS werden wir eine Schulstation mit einem UKW-Funkgerät und nachführbaren Antennen installieren“, berichtete Stephan Zimmermann, DL3CM. Der Gymnasiallehrer ist ebenfalls Funkamateur und koordiniert das Funkprojekt am JKG.

„Unsere Schüler und das Lehrerkollegium fiebern jetzt schon dem geplanten Funkkontakt mit der ISS entgegen“, schildert Werner Huppert, kommissarischer Leiter des JKG. Voraussetzung hierfür ist aber, dass der Antrag der Schule beim Projekt ARISS („Amateurfunk auf der Internationalen Raumstation ISS“) positiv beschieden wird.

„Das JKG in Lebach ist prädestiniert für einen Funkkontakt mit der ISS“, sagte Düpre vom DARC. Er ist zuversichtlich, dass der Antrag genehmigt werde. Maurer nimmt nach eigenen Angaben nur sehr wenige persönliche Gegenstände mit auf die ISS. „Ich freue mich aber schon auf das saarländische Bonusessen, das wird ein richtiges Fest an Bord der ISS werden“, schwärmte Maurer.

Das komplette Interview mit dem ersten saarländischen Astronauten wurde von Radio DARC europaweit auf Kurzwelle ausgestrahlt (Link zum Anhören der Audiodatei im Internet: www.darc.de/q). rgi.

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