Volles Haus beim Mundartabend

Ein gelungener Abend, der für alle etwas geboten hat – im nächsten Jahr am 6. Juni

SULZBACH Mundart oder „schwätze wie äänem de Schnawwel gewachs ess“, ist wieder in oder um es vornehm auszudrücken: Sie ist wieder salonfähig. Und so war es nicht verwunderlich, dass beim Mundartabend das Salzbrunnenhaus rappelvoll war. ­Darüber freute sich Brigitte Thul, die Organisatorin des Abends. Schon seit Jahren stellt die Vorsitzende im Bezirk Süd des Verbandes saarländischer Amateurtheater das Mundartspektakel auf die Beine.

Für die musikalische Einstimmung war der Sulzbacher Liedermacher Wolfgang Winkler verantwortlich.

„Ich weiß gar nicht, ob ich als Norddeutscher für einen saarländischen Mundartabend prädestiniert bin“, meldete er zu Beginn augenzwinkernd Zweifel an, zerstreute diese aber gleich selbst mit seinem Liebeslied an das Saarland „Ach Saarland, du“. Darin besang er typisch Saarländisches und machte deutlich, dass er gerne hier lebt. Dem Publikum gefiel es, wie der Applaus deutlich zeigte. Und dann gestalteten die Mitglieder der Theatergruppe Ü50 der VHS Sulzbach, geleitet von Brigitte Thul, einen unterhaltsamen Abend mit Sketchen und Gedichten. Los ging es mit dem Sketch „Die Bekanntschaftsanzeisch“. Hier zeigten Ulrike Blatt und Iris Matzke deutlich, dass es gar nicht so einfach ist, eine derartige Anzeige aufzugeben. Denn: Die moderne Frau ist selbstbewusst und aktiv, antwortet nicht auf eine Anzeige, sondern gibt selbst eine auf. Die darf sich dann aber nicht anhören wie ein Verbrechersteckbrief, sollte aber auch keine Hochstapelei enthalten: Also: Gar nicht so einfach.

Bereits zwei Bücher mit Gedichten hat Iris Matzke unter ihrem Pseudonym „Lilly Marie“ herausgegeben. Daraus las sie beim Mundartabend vor und verriet: Ihr Künstlername sei eine Hommage an ihre beiden Hunde. Zudem gestand Matzke: „Ich liebe es zu reimen, wenn Ideen in mir keimen.“ Das Publikum hatte seinen Spaß. Den vermittelte auch Brigitte Schwarz beim Vortrag ihrer beiden Gedichte. Darin beleuchtete sie den Mauerfall und die Weihnachtszeit. Um einen „hohlen Zahn“ und die Frage „ziehen oder füllen?“ drehte sich der Sketch „Bei der Zahnärztin“, den Ulrike Blatt und Iris Matzke gekonnt darboten. Und bevor dann zum Abschluss noch einmal Wolfgang Winkler mit seiner Gitarre aufspielte, hatte Arno Mager, der einzige Mann in der VHS-Gruppe Ü50, seinen großen Soloauftritt beim Sketch „Vorstandssitzung“. Und so wie Mager da groß aufspielte, hätte man meinen können, ihm selbst sei das schon einige Male passiert. Arno kam von der Vorstandssitzung seines Kegelclubs „Knapp vorbei ist auch daneben“ zurück. Blöd nur, dass er seiner Frau versprochen hatte, spätestens um 24 Uhr zu Hause zu sein und höchsten drei Bier zu trinken, diese Zahlen dann aber wohl verwechselt hatte. Was die Rückkehr am frühen Morgen dann zu Hause auslöste, das kann sich sicherlich jeder selbst ausmalen. Es gab auf jeden Fall viel zu lachen. Das Fazit von Brigitte Thul: „Ich glaube es war ein gelungener Abend, der für alle etwas geboten hat.“ Der lang anhaltende Applaus nach dem letzten Auftritt und die vielen positiven Kommentare beim anschließenden Umtrunk in der „Theaterbar“ bestätigten diese Einschätzung.

Für die Theatergruppe Ü 50 der VHS Sulzbach haben bereits die Proben für die nächsten Auftritte begonnen. Für das Frühjahr 2020 plant Brigitte Thul einen Theaterabend im Salzbrunnenhaus. Fest steht bereits der Termin für den traditionellen Bezirksspielabend „Theater um sechs“.

Er findet statt am Samstag, 6. Juni, natürlich im Sulzbacher Salzbrunnenhaus.

Die Theatergruppe der VHS Sulzbach ist stets auf der Suche nach neuen Mitspielerinnen und Mitspielern. Gesucht sind vor allem Männer. Wer Lust hat, einmal auf der Bühne zu stehen und vor Publikum zu spielen, kann einfach bei den Proben der Gruppe vorbeikommen. Sie sind jeden Mittwoch, ab 16 Uhr, im Sulzbacher Salzbrunnenhaus. red./jb

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