Völlig neue Perspektiven im Blick

Entwicklung neuer Gewerbeflächen in Pirmasens

PIRMASENS Bereits seit vielen Jahren ist die Stadt Pirmasens bestrebt, den örtlichen Unternehmen neue Flächen zur Expansion zu Verfügung zu stellen sowie auch Flächen für Neugründungen und Neuansiedlungen zu schaffen. Vorbildcharakter hat hier die erfolgreiche Konversion der Husterhöhe, bei der es gelungen ist, eine ehemals militärisch genutzte Fläche für Gewerbe und Dienstleistung zu erschließen.

Jüngsten Berichten zufolge werden die verbliebenen US-Streitkräfte nun doch ab August 2020 mit dem Abzug ihres Medical Centers von der Husterhöhe in Richtung Kaiserslautern beginnen. Womit vor sechs Jahren bereits begonnen werden sollte, scheint nun kurzfristig Realität zu werden. Somit verlassen die letzten US-Einheiten den einst knapp 3500 Soldaten umfassenden Standort Pirmasens und hinterlassen ein rund 50 Hektar großes Militärareal. Abzuwarten ist, ob nach Räumung der Flächen auch automatisch das Gelände von den US-Streitkräften freigegeben wird und an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeht, die die Verwaltung der ehemals militärisch genutzten Liegenschaften übernimmt.

Der Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens, Markus Zwick, bewertet die bevorstehenden Ereignisse aus zweierlei Blickwinkel: „Einerseits bietet das Freiwerden eines derartig großflächigen Areals enorme Chancen für unsere Unternehmen in der Region und gibt uns wieder neue Spielräume für künftige Entwicklungen. Andererseits geht ein Stück Geschichte der Stadt Pirmasens verloren. Das Verhältnis zwischen der Stadt Pirmasens und den US-Streitkräften war über Jahrzehnte hinweg freundschaftlich geprägt. Das US-Militär war zuverlässiger Arbeitgeber für zahlreiche deutsche Zivilangestellte aus Stadt und Landkreis und sorgte in weiten Bevölkerungsteilen für stabile Einkommensverhältnisse. Insofern geht auch ein Stück Wirtschaftskraft am Standort verloren.“

Die Stadt Pirmasens steht bereit, die bereits erfolgten Vorarbeiten zur Erschließung der Flächen auf dem Grünbühl um eine notwendige aktuelle Datenerhebung mit Bestandsaufnahme zu ergänzen. Gleichzeitig wird derzeit mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben geklärt, ab wann die Grundstücke für eine zivile Nutzung effektiv zur Verfügung stehen. Das von den US-Militärs genutzte Areal liegt etwa hälftig auf Pirmasenser und Rodalber Gemarkung und eignet sich damit hervorragend für eine gemeinsame, interkommunale Entwicklung, die an die bereits angestoßenen Projekte zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Pirmasens und dem Landkreis mit den umliegenden Gemeinden anknüpft.

Für den Rodalber Verbandsbürgermeister Wolfgang Denzer überwiegen trotz dem Rückzug der US-Streitkräfte bei der zu erwartenden Entwicklung die positiven Aspekte: „Die Stadt Rodalben und damit auch unsere Verbandsgemeinde braucht dringend Gewerbeflächen, die wir derzeit den Interessenten nicht bieten können. Durch das frei werdende Areal ergeben sich völlig neue Perspektiven, durch die sich für die Stadt und die Verbandsgemeinde große Chancen ergeben. Endlich können wir potentiellen Bauherren eine Perspektive bieten und sind bei der Realisierung eines interkommunalen Gewerbegebietes mit der Stadt Pirmasens einen Schritt weiter.“red./dos

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