Viele Lehrstellen noch unbesetzt

Handelskammer für die Pfalz: „Es gibt viele Chancen auf einen Ausbildungsplatz“

SÜDWESTPFALZ Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz sind bis Ende Juli 3556 neue Ausbildungsverträge eingetragen worden. Dies sind 15,5 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum, Der Rückgang ist hauptsächlich auf die Corona-Krise zurückzuführen. Die IHK Pfalz rechnet jedoch noch mit einem deutlichen Zuwachs der Ausbildungsstellen in den nächsten Wochen und Monaten.

Aylen Yasar, Teamleiter-Ausbildungsberatung bei der IHK Pfalz, nennt mehrere Gründe: „Viele Jugendliche sind verunsichert, ob sie in diesen Zeiten überhaupt einen Ausbildungsplatz finden und bleiben daher an der Schule oder beginnen ein Studium.“ Im Lockdown seien viele Ausbildungsmessen und Matching-Angebote ausgefallen. „Daher sind noch viele Lehrstellen unbesetzt. Allein für die Pfalz werden in der IHK-Lehrstellenbörse noch 189 Ausbildungsplätze angeboten. Eine Ausbildung kann auch noch im Oktober oder November beginnen“, betont Yasar.

Die ausgefallenen Ausbildungsmessen finden jetzt teilweise virtuell oder im Freien statt. Ausbildungssuchende und ihre Eltern können ohne Termin teilnehmen und sich beraten lassen. Es gibt also viele Chancen auf einen Ausbildungsplatz noch in diesem Jahr. „Wir merken das auch daran, dass unsere Ausbildungsberater alle Hände voll zu tun haben“, beschreibt Yasar die aktuelle Situation. In der Corona-Krise haben manche Unternehmen aus den besonders betroffenen Branchen was Gastronomie, Handel, Tourismus oder Veranstaltungsbranche betrifft, keine Ausbildungsstellen ausgeschrieben, da oft kaum planbar ist wie es weitergeht. Daher verzeichnet die IHK Pfalz momentan auch noch rückläufige Zahlen in den Berufen Tourismus beziehungsweise Veranstaltungskaufleute.

Die meisten Betriebe setzen jedoch weiterhin auf die Ausbildung, um dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen. Außerdem erwartet Yasar, dass die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverträge noch deutlich steigt. Im vergangenen Jahr ist ein Viertel der neuen Ausbildungsverträge erst nach dem 1. August eingetragen worden. „In diesem Jahr lief bis zum 1. März alles normal. Momentan liegen die Betriebe etwa einen Monat mit der Eintragung ihrer neuen Ausbildungsverträge zurück, hier wird sich noch einiges relativieren und normalisieren. Wir arbeiten alle gemeinsam mit den Arbeitsagenturen dafür, dass möglichst viele junge Leute in den nächsten Monaten in ihre Ausbildung starten können“, sagt Yasar.

Grundsätzlich sind weiterhin die kaufmännischen Ausbildungsberufe, Kaufleute oder der neue Beruf Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement gefragt. Diese Berufe sind bei den Jugendlichen sehr beliebt. Verwundert zeigte sich Yasar darüber, dass die Vertragszahlen im Beruf Kaufmann/-frau im E-Commerce nicht steigen: „Der Online Handel boomt und die Unternehmen benötigen dafür eigentlich Spezialisten.“

Weitere Auskünfte erteilt die Projektleiterin Sonja Mohn, Tel. (0621) 59041202, E-Mail sonja.mohn@pfalz.ihk24.de.rb

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