Viele Ideen fürs Landgestüt

Pferde begeisterte Vanessa Ulrich unterstützt Leiterin Maren Müller

ZWEIBRÜCKEN „Es ist ein absoluter Gewinn für beide Seiten!“, darin sind sich Maren Müller und Vanessa Ulrich einig. Die Leiterin des Landgestüts Zweibrücken suchte Unterstützung im Bereich Marketing und Webdesign, weil ihre Zeit anderwärtig belegt ist. Die 20-jährige gebürtige Hengstbergerin hielt im Anschluss an ihre Fach-Abitur-Reife nach Abschluss der zwölften Klasse am Pirmasenser Leipnitz-Gymnasium Ausschau nach einem bezahlten Langzeit-Praktikumsplatz, um die Fachhochschulreife zu erwerben.

Der Zufall in Form von Vanessas Mutter, Architektin beim Zweibrücker Bauamt, brachte beide zusammen. Das Charmante an der Kombination: Vanessa Ulrichb reitet von Kindesbeinen an und hat eine eigene Isländerstute auf dem Islandpferdehof Felsalbtal in Walshausen stehen. Erstens liebt sie Pferde und zweitens hat sie auch einen direkten Bezug zu ihren Aufgaben.

Seit August nun hält die talentierte 20-Jährige, die „irgend etwas in Richtung Grafik, Webdesign und Marketing“ studieren will, Maren Müller in diesen Bereichen den Rücken frei. Beziehungsweise setzt Projekte um, die die Gestütsleiterin kapazitätsbedingt allein so nicht stemmen könnte. Als erstes vollendete Vanessa Ulrich den stagnierenden digitalen Gestütsweg. Sie beschreibt: „Ich habe mich zunächst einmal in die Gestütsgeschichte eingelesen und mir so die fachliche Basis verschafft.“

Mit dieser Kenntnis ausgerüstet, feilte sie an den vorgefertigten Texten für die zehn Schautafeln, die mittlerweile im Landgestüt aufgestellt sind. Dabei entwickelten sich die Ideen für die Gestaltung nahezu von selbst: Im linken unteren Eck führt Stallknecht Anton per Scancode in die tiefere Geschichte ein. Ein mit passenden, historischen Bildern untermalter Text erklärt anschaulich die Besonderheiten des jeweiligen Standorts. „Ist schön geworden“, sind sich das Gestüts-Team und die Besucher einig.

Nächstes Großprojekt war die Gestaltung des „Historischen Zimmers“, gleich gegenüber dem Büro der Geschäftsführung im Hauptgebäude, in dem man bei Gestütsführungen in frühere Zeiten zurückversetzen und an geschickten Schmuck-Plakatbildern die wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung der 260 Jahre alten, historischen Zuchtstätte erläutern kann. Eine dem engen Budget angepasste, günstige und dennoch gelungene Gestaltung, die in den alten Holzmöbeln und dem aufpolierten Dielenboden bestens zur Geltung kommt.

Nach einem kurzen gemeinsamen Brainstorming und der klaren Zielrichtung konnte sich das Allround-Talent auch hier frei entfalten. Sie beschreibt: „Ich bin ein sehr kreativer Mensch und habe schon als Kind immer gerne gebastelt und gemalt, bis heute.“ Ein „Rosse-Kalender“ als Weihnachtsgeschenk für die Pferdezüchter, Schilder für Hengststall und Quarantänestation oder der Image-Flyer für den Förderverein Kulturgut Landgestüt Zweibrücken schlossen sich an.

Daneben übernimmt die junge Frau bei Bedarf den Telefondienst im Gestütsbüro und assistiert bei allen anfallenden Bürotätigkeiten. Sie lacht: „Dann erhalte ich gleich Einblick für eine mögliche Selbstständigkeit.“ Ab und an hilft Vanessa je nach Lust und Zeit auch bei den Turnieren aus. Besonders bei dem Islandpferdeturnier, bei dem ihr halber Stall sattelte.

Da Walshausen quasi auf der Strecke nach Münchweiler liegt, wo die Pirmasenserin jetzt mit ihrem Freund Fabian wohnt, ist die Entfernung nach Zweibrücken kein Thema. Neben ihrer Bjola hat sie noch eine Reitbeteiligung. „Ich bin in dem Verein von Kindesbeinen an groß geworden. Das ist mein zweites Zuhause“, beschreibt sie ihre Verbundenheit mit dem Felsalbtal.

Um alles auch weiterhin verknüpfen zu können und dem Landgestüt treu zu bleiben, hofft sie auf einen Studienplatz in der Region. Denn Maren Müller und sie haben bereits die nächsten Ideen in petto. Eins ist für die kreative Vanessa Ulrich sicher: „Langweilig wird mir hier nicht.“ cvw

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