„Verwirrende Wege“

Hans-Joachim Hoffmann stellt ein Stück Ottweiler Geschichte vor

Ottweiler. Hans-Joachim Hoffmann hat in seinem jüngsten Werk „Verwirrende Wege“ die Geschichte seiner Heimatstadt Ottweiler in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg bis 1956 aufgearbeitet und dabei die Frage gestellt, wie es zur Zerschlagung der demokratischen Strukturen und ihrem Wiederaufbau gekommen ist.

In seinem Vorwort führt der Verfasser u.a. aus: „Die vorliegende Darstellung zur Ottweiler Lokalgeschichte von 1918 bis 1956 richtet sich nicht in erster Linie an den Fachhistoriker, sondern an historisch interessierte Leser, die sich die Frage stellen: Wie kam es auf örtlicher Ebene zum Zerfall demokratischer Strukturen und zur Machtergreifung durch den Nationalsozialismus?

Um diese Frage zu beantworten, bedurfte es der Recherchen, um zunächst die Anfänge des politischen Lebens in Ottweiler nach dem 1. Weltkrieg zu ermitteln, also zu fragen:

• Wann erfolgte die Gründung der einzelnen Parteien nach dem 1. Weltkrieg?

• Wie entwickelten sich die örtlichen Parteien nach ihrer Gründung 1918/19 bis 1935?

Die Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland 1935 bedeutete einen radikalen Bruch mit den entwickelten demokratischen Strukturen und die Durchsetzung der Diktatur. Es galt also zu klären: Wie sicherte der Nationalsozialismus seine Macht auf örtlicher Ebene?

Aufbau und Zerfall demokratischer Strukturen waren und sind stets an Personen und ihr politisch-gesellschaftliches Engagement gebunden. Ihre Leistungen – im positiven wie negativen Sinn – führte zu den Fragestellungen:

• Welche Personen prägten das politische Leben Ottweilers im Zeitraum 1918/19–1956?

• Welche Lokalpolitiker verantworteten den demokratischen Neuaufbau nach dem 2. Weltkrieg?

Die Abfassung der Lokalgeschichte Ottweilers für diesen Zeitraum entwickelte sich in engem Zusammenhang mit den Recherchen der Biografien politisch verfolgter Ottweiler Bürger in der Zeit des Nationalsozialismus. Dabei stellte sich heraus, dass keine quellengestützte Ottweiler Lokalgeschichte für diesen Zeitabschnitt vorliegt. Denn entsprechend der Zielsetzung bisher verfasster Lokalgeschichten, die sich als Überblicksdarstellungen verstehen, findet die politische Entwicklung in Ottweiler seit dem Ende des 1. Weltkrieges sowie die Darstellung der NS-Zeit und der Jahre nach dem 2. Weltkrieg nur in begrenztem Rahmen Beachtung. Dies veranlasste mich, die politische Entwicklung in Ottweiler während der Völkerbundzeit, der Zeit des Nationalsozialismus und im Zeitraum von 1945 bis 1956 auf Quellenbasis nachzuzeichnen. Als wichtigste Grundlage erachtete ich die Auswertung der vorliegenden Protokolle der Ottweiler Stadtverordneten-Versammlung (bzw. des Ottweiler Stadtrates) sowie die Berichte in der Lokalpresse, insbesondere der „Ottweiler Zeitung“; des Weiteren zog ich einschlägige Archivalien des Landesarchivs sowie der Stadtarchive Ottweiler und Neunkirchen zu Rate.

Ich versuchte die in den Quellen, der Literatur und in Presseberichten erwähnten Personen zu identifizieren; dies geschah nicht, um politisch und/oder gesellschaftlich handelnde Personen zu diskreditieren, sondern um zu zeigen, dass in Ottweiler das Gedankengut des Nationalsozialismus in allen gesellschaftlichen Schichten Fuß fassen konnte, während die Gegenentwürfe der Sozialdemokratie und des Kommunismus, getragen von der Arbeiterschaft, bei den anderen Bevölkerungsschichten keine ausreichende Unterstützung fanden.

Nur gestreift wird die parteipolitische Entwicklung in Ottweiler nach dem 2. Weltkrieg, da ihre ausführliche Darstellung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Für die Ortsgruppen der CDU und SPD liegen Festschriften vor, die eine erste Information ermöglichen; eine Geschichte ihrer lokalen Vorläufer und der übrigen bis 1956 im Stadtrat Ottweiler vertretenen Parteien.“

Das Buch kann ab dem 1. Februar zum Preis von 29,80 Euro erworben werden in der Buchhandlung Köhler, Enggass 2, im Pressefachgeschäft Fabio Vitello, Wilhelm-Heinrich-Straße 11, der Tourist-Information, Rathausplatz 5, der Geschäftsstelle Sparkasse Neunkirchen, Wilhelm-Heinrich-Straße 39, bei Bücher König, Neunkirchen, Bahnhofstr. 43 und Hans-Joachim Hoffmann, Adolf-Kolping-Weg 7, Ottweiler, Tel. (06824) 7990.

Am 1. Februar bietet Hans-Joachim Hoffmann im neu eröffneten Pressefachgeschäft Fabio Vitello von 9 bis 12 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr seine Darstellung persönlich an.red./eck

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