Verständigung und Toleranz

Rotary Club Saarbrücken feiert 90-jähriges Bestehen

SAARBRÜCKEN Eigentlich wollte Präsidentin Patricia Oster-Stierle ihren 60 Mitgliedern persönlich zum Jubiläum gratulieren, aber coronabedingt wurde der kleine Festakt kurzerhand ins Internet verlegt. Und so feierte man das 90-jährige Clubbestehen via Videokonferenz – jedes Mitglied prostete virtuell zu.

Denn auf den Tag genau am 9. November 1930 fand das erste Meeting des Rotary Club Saarbrücken statt, der als erster Rotary Club im Saarland gegründet wurde und als elfte Clubgründung zu den Pionieren in Deutschland gehört. In diesen 90 Jahren ist viel passiert.

„Die Idee zur Clubgründung hatte der Münchner Rotarier Fritz Claus, der als Bildhauer einem Ruf an die Kunstgewerbeschule in Saarbrücken folgte und der Meinung war, „dass es wohl wenige Städte geben wird, in denen der Rotary-Gedanke segensreicher wirken könnte als hier, an einem Ort, an dem sich deutsche und französische mit saarländischen Interessen kreuzen und sich damit ein unbegrenztes Tätigkeitsfeld eröffne“, sagte Prof. Dr. Patricia Oster-Stierle.

Als erste Präsidentin der Clubgeschichte betonte sie das geschichtliche Bewusstsein der Clubmitglieder, die sich von Anfang an für Völkerverständigung und Toleranz einsetzten. 1931 wurde der Club gechartert, 1937 von den Nazis verboten und 1949 wieder reaktiviert – immer im Austausch mit den französischen Freunden aus Reims und Sarreguemines, zu denen bis heute ein sehr intensiver Kontakt gepflegt wird.

Das Jubiläumsjahr 2020 wartete mit einigen Überraschungen auf. Für die Clubmeetings konnte mit dem Schloss Halberg eine neue Club-Restauration gefunden werden. Die Pandemie erschwert den geschätzten Austausch mit den französischen Freunden, aber ein Beaujolais-Abend als freundschaftliche digitale Begegnung bei einem Glas Wein ist geplant.

Die regelmäßigen Clubmeetings wurden kurzerhand ins Internet verlegt, jetzt kann sogar ein Mitglied, das gerade in Hongkong arbeitet, daran teilnehmen. Auch Uli Wickert und viele andere interessante Vortragende konnten schon gewonnen werden.

Groß gefeiert soll aber trotzdem werden. Die Charterfeier wird voraussichtlich am 18. April 2021 begangen.red./tt

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