Verlagerung der Postfiliale

Umzug in die Hauptstraße / Post sucht noch einen externen Partner

GERSHEIM Etwas holprig gestaltet sich der Wechsel der Postfiliale aus den Räumlichkeiten der Gersheimer Firma Bruckart in der Bliesstraße 4 in die Hauptstraße 19, ein paar Meter entfernt. Nachdem das Ehepaar Heidi und Norbert Bruckart die Zusammenarbeit mit der Deutschen Post frühzeitig gekündigt hatte, steht seit kurzem die jetzt vom Staatsunternehmen selbst betriebene Interimsfiliale der Post in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Gesucht wird aber noch eine Möglichkeit, mit einem externen Partner zusammen zu arbeiten. Grund genug bei den bisherigen Betreibern nachzufragen.

Vor 20 Jahren übernahmen die beiden als Postfilialpartner in Eigenregie die Geschäfte als Dienstleister der Deutschen Post und zusätzlich auch die Postbankgeschäfte. Zum damaligen Zeitpunkt bestanden in umliegenden Orten auch noch kleinere Filialen, von denen nur noch eine in der Rubenheimer Bäckerei Lenert, jedoch mit eingeschränktem Angebot, übrig geblieben ist. Ansonsten versorgte „Bruckart“ alle Kunden aus dem Gemeindebereich, zählte aber auch viele aus dem benachbarten Mandelbachtal und Blieskastel. In den zwei Jahrzehnten entwickelte sich kontinuierlich fort, insbesondere, so wusste Heidi Bruckart zu berichten, habe sich das Paketaufkommen merklich verändert. In den letzten drei Monaten waren das rund 4000 Pakete und Päckchen, wozu auch die Hälfte Retouren gehörten. Dazu kamen noch rund 1800 Briefe, die mit Zusatzleistungen, beispielsweise Einschreiben. Vom „Postgeschäft“, so Bruckart, habe auch das übrige Angebot profitiert. „Da wird es jetzt Einschränkungen geben“, prophezeit die Inhaberin. Immerhin seien montags zwischen 140 und 170, dienstags bis freitags jeweils zwischen 120 und 140 und an den Samstagen morgens durchschnittlich zwischen 40 bis 60 Kunden gekommen, die Post- und Bankleistungen nachgefragt hatten. Diese Kundenkontakte beinhalteten auch weitere Buchungsvorgänge, die den Arbeitsaufwand kräftig erhöhten. Schaut man sich das Portfolio der Postfiliale an, so erscheint dort der Verkauf von Briefmarken und Briefmarkengebinden, die Bearbeitung von Express-Sendungen national und international, die Ausgabe von Päckchen und Briefen mit und ohne Zusatzleistung, die Bestückung der Postfachanlage wie auch die Postbankgeschäfte. Mit im Arbeitsaufwand stehen die Berücksichtigung einer Vielzahl von Formularen und der doch nicht zu unterschätzende Beratungsbedarf der Kunden.

„Es ist ein schönes Geschäft, die meisten Kunden sind auch ganz lieb und wir haben das auch mit einem weinenden Auge aufgegeben“, so Heidi Bruckart. Doch zwei Jahrzehnte ohne einen Tag Urlaub, die ständig steigenden Anforderungen und der Arbeitsaufwand, dadurch lange Arbeitstage, hätten dazu geführt, sich von dem Dienstleistungssegment zu trennen.

Zwei Jahrzehnte ohne einen Tag Urlaub

Stolz ist sie gemeinsam mit ihrem Mann darauf, dass die Entwicklung ständig nach oben gegangen sei, was sie vor allem darauf zurückführte, dass permanent dasselbe Personal als Ansprechpartner zur Verfügung stand und dass die Öffnungszeiten dem Kundenaufkommen angepasst worden seien. Gersheims Erster Beigeordneter und künftiger Bürgermeister Michael Clivot bedankte sich beim letzten „Postarbeitstag“ bei den beiden für den sehr professionellen Betrieb dieser Filiale. Er freute sich, dass der Laden in der Ortsmitte weiterhin erhalten bleibt. So finden die Kunden weiterhin ein breites Sortiment unter anderem an Büro-, Schul- und Schreibwaren sowie die Verkaufs- und Reparaturdienste bei Haushaltsgeräten, bei Fernsehen und die Dienstleistung in der Unterhaltungselektronik und als Partnerbetrieb der Deutschen Telekom an. Clivot bedauerte, dass in der neuen Interimsfiliale keine Postbank-Geschäfte und auch keine Postfächer möglich sein werden und hofft, dass die Post noch Partner findet, damit dieses Manko beseitigt werden könne. Auch bedauert er, dass seitens der Deutschen Post in Gersheim kein Geldautomat geplant sei. ott

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