Verbot von Bordellwerbung

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SAARBRÜCKEN Die Landesarbeitsgemeinschaft Kommunale Frauenbeauftragte Saarland hat am Internationalen Weltmädchentag bei einem Termin in der Staatskanzlei 35040 Unterschriften für ein Verbot von Bordellwerbung an den saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans, kurzfristig vertreten durch Ministerin Monika Bachmann, übergeben. Über 2500 davon sind handschriftliche Unterschriften von Saarländern, die z.B. auf Veranstaltungen der Frauenbeauftragten über die Petition informiert wurden.

„Mit mehr als 35000 Unterschriften ist der Aufruf für ein Saarland frei von Bordellwerbung die erfolgreichste Petition dieses Bundeslandes. Gemeinsam fordern die Unterstützer die saarländische Landesregierung auf, sich dem Anliegen anzuschließen und Bordellwerbung im öffentlichen Raum abzuschaffen“, sagte Katharina Kunze, Frauenbeauftragte der Landeshauptstadt Saarbrücken. Dieses Anliegen wird u.a. von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, Familienministerin Monika Bachmann, dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Uwe Conradt, Regionalverbandsdirektor Peter Gillo und allen Landräten des Saarlandes mitgetragen.

Die kommunalen Frauenbeauftragten haben die Petition am 3. März, dem Weltfrauentag 2019 gestartet, um gegen die allgegenwärtige Bordellwerbung vorzugehen. In vielen Städten und Gemeinden werben Bordellbetriebe massiv auf riesigen Plakatwänden und mobilen Werbeflächen, oft in den Innenstädten und teils sogar direkt vor Schulen. So preisen sie Frauen als Ware an oder setzen sie mit käuflichen Produkten gleich. Dies ist ein Angriff auf die Würde von Frauen und verschleiert die Realität des Gewerbes.

Diese Bordellwerbung unterminiert mit ihren Versprechungen und Angeboten zudem die wichtigsten Inhalte des Prostituiertenschutzgesetzes: das Selbstbestimmungsrecht der Sexarbeiterinnen und der Schutz vor Zwang, Ausbeutung und gesundheitsgefährdenden Praktiken.

Die Botschaft an die Freier, überall noch günstigere, noch „geilere“ Angebote zu finden, verschlechtert die ohnehin schon riskanten Arbeitsbedingungen. Auch der Jugendschutz ist gefährdet, denn die unvermeidbare Konfrontation mit Sexkaufwerbung vermittelt Kindern und Jugendlichen den Eindruck, dass die Arbeit in Bordellen glamourös sei, dass die Bezeichnung „Hure“ auf selbstbewusste, hübsche und offenherzige Mädchen zutreffen könnte und dass Jungen erste romantische Erfahrungen kaufen könnten.

„Bordellwerbung im öffentlichen Raum ist sexistisch, unnötig und sicherlich kein positives Aushängeschild für das Saarland. Wir hoffen, dass Ministerpräsident Hans dafür eintritt, diese Großplakate von unseren Straßen verschwinden zu lassen.“, sagte Katharina Kunze.

Die gesamte Petition findet man unter www.frauenbeauftragte.saarland/fbs/uploads/2019/03/Petition_Kontakte_Datensch_Liste_07mrz2019.pdf.red./eck

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