Verantwortung übernehmen

Nachhaltigkeit wird im Caritas SeniorenHaus St. Irmina groß geschrieben

DUDWEILER Nachhaltig arbeiten, Ressourcen schonen, Verschwendung vermeiden – das hat sich das Caritas SeniorenHaus St. Irmina in Dudweiler auf die Fahnen geschrieben. „Wenn wir alle so weiter machen wie bisher, machen wir unsere Erde kaputt“, sagt Einrichtungsleiterin Ute Krüger mit Nachdruck.

„Wir wollen Verantwortung übernehmen – das sind wir unserer Erde schuldig. Der schonende und verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen ist bereits in den Verhaltensgrundsätzen unseres Trägers festgeschrieben. Daher werden bei uns jetzt alle Maßnahmen überprüft, um nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden oder mindestens zu minimieren“, betont Ute Krüger.

Rund 70 Mitarbeiter arbeiten in der Dudweiler Altenhilfe-Einrichtung und kümmern sich um das tägliche Wohl von knapp 100 Bewohnern.

„Wir haben uns mit Mitarbeitenden aller Wohnbereiche, aus Verwaltung und Hauswirtschaft zusammengesetzt und überlegt: Was können wir im Kleinen tun, an welchen Schrauben können wir ­drehen?“

Herausgekommen ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen, zum Beispiel wird künftig keine Alufolie mehr benutzt, an Festen gibt es kein Plastikgeschirr mehr und anstelle von Plastikschürzen werden Stoffschürzen eingesetzt.

„Dies sind nur ein paar Beispiele, die zeigen, wie mit vielen Kleinigkeiten und einem Umdenken im Alltag etwas verändert werden kann“, ist Ute Krüger überzeugt.

„Viele Hersteller haben auch bereits recycelbare Produkte im Angebot, zum Beispiel Tüten, Papier oder Servietten. Oftmals sind sie noch nicht mal teurer, man muss sich nur damit auseinandersetzen oder die Hersteller darauf ansprechen.“

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Lebensmitteln. „Es wird zu viel weggeworfen, was eigentlich noch völlig in Ordnung ist. Bei manchen Dingen ist eine Wiederverwertung aus hygienischen Gründen natürlich nicht möglich, aber zum Beispiel Brötchen kann man problemlos einfrieren oder rösten oder auf andere Art und Weise wieder verwerten. Und Wurst und Käse kann bei Buffets auf kleineren Platten angerichtet werden. Dann legen wir lieber einmal mehr nach, anstatt alles wegwerfen zu müssen, was übrig bleibt.“

Unterstützt wird Krüger in ihren Bemühungen durch apetito catering, die für die tägliche Mahlzeiten-Versorgung zuständig ist.

„Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist hier besonders wichtig“, erklärt Gebietsleiterin Stefanie Ramminger. „Wir sind bereits jetzt in enger Abstimmung, wie die Kalibrierung der Mahlzeiten in den einzelnen Wohnbereichen ist, ob zu viel oder zu wenig geliefert wird. Wir wollen Lebensmittelverschwendung vermeiden, Müll reduzieren und unsere Mitarbeiter für nachhaltiges Handeln vom Bestellprozess über die Lagerung, von der differenzierten Zubereitung der Speisen, bis hin zur bewohnerorientierten Ausgabe der Speisen sensibilisieren. Natürlich steht am Ende des Prozesses auch eine Kostenoptimierung.“

Seit Anfang Februar werden in den einzelnen Wohnbereichen sämtliche Lebensmittelabfälle erfasst, in Klarsichtboxen gesammelt, gewogen und protokolliert.

„Wir wollen sehen: Was fällt in der Vorbereitung und Produktion an? Was kommt von den einzelnen Tellern zurück? Und wo können wir effizienter arbeiten?“ Die Ergebnisse der Auswertung sollen allen Beteiligten vorgestellt werden, damit in den Teams konkrete Handlungsanweisungen erarbeitet werden können.

Apetito hat bereits Test-Läufe in anderen cts-Einrichtungen gestartet, in denen die Speisen in Haus-eigenen Küchen zubereitet werden. Das SeniorenHaus St. Irmina in Dudweiler ist jetzt das erste Haus ohne eigene Küche, das von apetito ausschließlich beliefert wird. „Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse“, sagt Stefanie Ramminger. „Aber ich bin sicher, dass wir an einigen Stellen noch Optimierungspotential haben.“

Einrichtungsleiterin Ute Krüger merkt jetzt schon, dass ein Umdenken stattfindet: „Alle Mitarbeiter sind sensibilisiert und werden in den Prozess mit einbezogen. Wir sehen das Ganze als Prozess, an dem wir ständig weiterarbeiten wollen, um die Abläufe in Bezug auf die Nachhaltigkeit immer wieder neu zu bewertet und zu ­ergänzen.“red./jb

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