UrbanArt überschreitet Grenzen

100 Künstler präsentieren 120 Werke in der Möllerhalle und im Paradies

VÖLKLINGEN „Aus Industrieproduktionsstätten werden Kulturstätten“, mit diesen Worten umschrieb Generaldirektor Dr. Meinrad Maria Grewenig die 5. UrbanArt Biennale im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. „Unlimited“ ist die UrbanArt in diesem Jahr überschrieben. Der Titel ist Programm. Die Ausstellung gibt einen aktuellen Überblick über die UrbanArt-Szene der Welt.

„Bei der ersten UrbanArt Biennale hatten wir bereits knapp 60000 Besucher. Darunter damals junge Leute mit derben Schuhen, die Englisch gesprochen haben. Sie haben sich über die Künstler ausgetauscht und alle mit Namen gekannt. Das war für uns ein Aha-Erlebnis. Dieser Erfolg hat uns dazu veranlasst, diese Ausstellung alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Im Jubiläumsjahr 25 Jahre Weltkulturerbe Völklinger Hütte können wir jetzt die fünfte UrbanArt Biennale präsentierten“, freuen sich Grewenig und Kurator Frank Krämer. Eine Gefahr, dass es durch den Zweijahresrhythmus eine Doppelpräsentation geben könnte, sieht Grewenig nicht: „Die UrbanArt ist so vielfältig und aufregend, dass sie immer interessant ist.“

Die UrbanArt Biennale in der Völklinger Hütte ist das größte UrbanArt-Projekt der Welt. In den letzten vier UrbanArt Biennalen seit 2011 hat das Weltkulturerbe die 200 wichtigsten Künstler präsentiert, darunter Künstler wie Jef Aérosol, Banksy, Blek le Rat, Cope2, Shepard Fairey, Os Gêmeos, Swoon oder Vhils. Mehr als 400000 Menschen haben die Biennalen besucht.

Tanz-Performances und politische Statements

Zentrum der 5. UrbanArt Biennale „Unlimited“, die bis 3. November zu sehen ist, ist die große Möllerhalle. Zahlreiche internationale UrbanArt-Künstler haben auf einem Parcours von 100000 Quadratmetern ortsfeste Installationen speziell für ‚ihren‘ Ort in der Völklinger Hütte erschaffen.

2019 startet das Weltkulturerbe Völklinger Hütte eine mehrfache Grenzüberschreitung. Ein Schwerpunkt der 5. UrbanArt Biennale sind spektakuläre Arbeiten der interventionalen UrbanArt, die zeigen dass UrbanArt mehr ist als Bilder in einem Ausstellungsraum. Neben Kunst-Projekten sind auch Tanz-Performances Teil der Biennale. Zudem beginnen mit „Unlimited“ mehrere neue Kooperationen und Partner-Projekte außerhalb des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

„Die UrbanArt des 21. Jahrhunderts ist die Grenzerweiterung und Grenzüberschreitung auf dem Gebiet der Kunst schlechthin. Diese Kunst geht weit über das Konzept der Moderne hinaus, mit Bildern, Farben und Form Kunst zu schaffen. In der 5. UrbanArt Biennale zischt und raucht es, Menschen, die in der Völklinger Hütte arbeiten, tauchen als Kunstwerk wieder auf und Künstler tanzen auf den Hochöfen. Der Ort der Völklinger Hütte ist für die interventionale UrbanArt Initiator und Komplize. Sie beweist einmal mehr, welche Energie, Dynamik und Innovationskraft in der Kunst der internationalen UrbanArt steckt“, führt der Generaldirektor aus.

Die 5. UrbanArt Biennale „Unlimited“ präsentiert 100 Künstler mit 120 Werken aus 20 Ländern und vier Kontinenten. Zu den Künstlern zählen Cope2 (USA), Dran (Frankreich), Frau Isa (Österreich), JonOne (USA/Frankreich), Katre (Frankreich), Liu Bolin (China), Mambo (USA/Chile), Mentalgassi (Deutschland), Miss Van (Frankreich/Spanien), MonkeyBird (Frankreich), Pøbel (Norwegen), Pejac (Spanien), Rammellzee (USA), Aya Tarek (Ägypten), Tec (Argentinien), Tilt (Frankreich) oder die französische Tanzkompagnie „Osmosis Cie“ aus Forbach um den Tänzer Ali Salmi.

Kooperationspartner

Kooperationspartner sind unter anderem das neueste UrbanArt-Projekt in Paris „Fluctuart“ – die schwimmende UrbanArt-Ausstellungshalle am Ufer der Seine – sowie das UrbanArt-Museum Mausa Vauban im UNESCO-Weltkulturerbe Festung Vauban im elsässischen Neuf-Brisach und die UrbanArt-Projekte „Le Mur“ in Paris und The Haus, Berlin. Auch in der Stadt Völklingen sowie im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim wird es begleitende Partner-Projekte zur 5. UrbanArt Biennale geben. dos

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