Unterwegs zu den Piepmätzen

Helmut Bartscherer gab bei den Heimatfreunden Erklärungen zu Nisthilfen

Bebelsheim. Schon im letzten Jahr wurde die von den Bebelsheimer Heimatfreunden festgeplante Vogelstimmenwanderung Opfer der Pandemie. Leider fiel aus gleichem Grund die Veranstaltung auch dieses Jahr aus. Man suchte nach Alternativen und hatte schon bald eine Lösung parat: Mit kleineren Gruppen suchte man die Nisthilfen zur Reinigung auf, bei der viel Wissenswertes über die heimische Vogelwelt zu erfahren war. Kleinere Gruppen aus maximal zwei Haushalten fanden sich zusammen, um sich mit Hobby-Vogelkundler Helmut Bartscherer (Wanderführer bei den Heimatfreunden und NABU-Mitglied) auf den Weg zu machen.

Jährliche Reinigung

So war auch Familie Uth mit Liam und Luca, Vater Stefan, Mutter Bianca und Oma Patricia über drei Stunden lang unterwegs. Etwa 30 der vom NABU Bebelsheim aufgehängten 100 Nisthöhlen ging die Gruppe an. Bartscherer erklärte, warum es wichtig ist, die künstlichen Behausungen jährlich zu reinigen: „Nistkästen sollten im Spätherbst nach der Brut oder im Winter regelmäßig gereinigt werden, um das alte Nest zu entfernen und um Parasiten zu vertreiben. Eine gute Zeit ist der Februar / März; so bleiben Fremdbesucher ungestört.“ Die alten Nester müssen allerdings jährlich entfernt, grober Schmutz sollte ausgebürstet werden, um Parasiten zu beseitigen. Das Anbringen von Nisthilfen ist wichtiger Beitrag zum Vogelschutz, denn nicht überall finden sich alte morsche Bäume als natürliche Brutstätten.

Tipps zum Anbringen

Bartscherer ist erfreut, dass nicht nur die NABU-Ortsgruppe solche Nisthilfen aufhängt und säubert; auch heute noch bringen viele Privatpersonen in ihren Gärten und Obstbäumen solche Vogelnisthöhlen an. Der Naturkundler bekräftigte, dass aber auch die jährliche Reinigung sehr wichtig sei. Ebenso sollte das Anbringen der Nistkästen beachtet werden. Nistkästen sollten in zwei bis drei Meter Höhe aufgehängt werden und das Einflugloch sollte weder zur Wetterseite (Westen) zeigen, noch sollte der Kasten längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt sein (Süden). Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten sei deshalb ideal. Nebenbei erklärte er auch die ersten Pflanzen, die im Frühjahr zu entdecken sind; vom Bärlauch und Löwenzahn bis zum Gänseblümchen, Schlüsselblume und Buschwindröschen und von den nun aufbrechenden Baumblüten wie Schlehen und Pflaumen. Ebenso wurden die durchwanderten Fluren und die Herkunft ihrer Bezeichnungen erläutert. Sehr interessiert zeigten sich die Teilnehmer besonders am Platz-Konzert der Piepmätze: Zu hören und zu sehen waren Heckenbraunelle, Buntspecht, Rotkehlchen, Wendehals, Blau- und Kohlmeise, Amsel, Singdrossel und Buchfink. Auch der einzige Vogel, der kopfüber den Baumstamm hinunterklettert, konnte beobachtet werden: der blau-orangefarbene Kleiber – auch Spechtmeise genannt – ist mit seiner Färbung unverwechselbar. Die 2. Vorsitzende der Heimatfreunde, Patricia Uth, hofft, dass 2022 wieder eine Exkursion zur heimischen Vogelwelt stattfinden kann. red./jj

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