Unterwegs nach Polen

Eine Lesung mit Hans Bollinger im Dorfgemeinschaftshaus

WOLFERSHEIM Am Freitag, 22. November, findet um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Wolfersheim eine Lesung mit Hans Bollinger aus seinem Buch „Unterwegs nach Polen“ statt.

Hans Bollinger, Pädagoge, Musiker, Schulleiter, Volkssänger, bereist seit nun 40 Jahren Polen. Seit 1976 mit einer Polin aus Schlesien verheiratet, kennt er Polen besser als seine deutsche Heimat, von Danzig bis Bialystock, von Stettin über Krakau nach Przemysl, von Posen bis Warschau. Alle Gegenden Polens, viele Naturschutzgebiete sind ihm bestens vertraut.

In den vielen Jahren seiner Reisen kam der Autor in die großen Städte des Landes, aber auch in die entlegensten Gebiete Polens, ob es die immer noch atemberaubende Natur Masurens oder die wilden Berge im Biesciady-Gebirge oder die Wildnis des Bialowieza-Parkes waren.

Und immer wieder traf er auch auf Menschen: einfache Bauern, die noch nach Großvaters Art und Weise ihre Felder bestellen, urige Köhler, die in der Wildnis leben und Holzkohle produzieren, Bergleute in Schlesien, die erleben mussten, wie ihre Kohle nach Russland abtransportiert wurde, um die Gier des aussaugenden kommunistischen Bruderlandes zu stillen.

Aber er wurde auch konfrontiert mit der Geschichte des Landes und der eigenen Geschichte. In Tykoczin und Nowy Zmigrod musste er erfahren, wie die SS in kurzer Zeit Dörfer liquidierte und Tausende von Juden ermordete. Und er stieß in zahlreichen Friedhöfen auf die Spuren des 1. Weltkrieges.

Es ist eine Hommage an Polen, an ein Land mit seinen Menschen und Landschaften. Ein Land, das drei Teilungen miterleben musste, das praktisch ausradiert war, das immer ein Spielball zwischen Ost und West war. Aber auch ein Land, dessen Menschen immer wieder aufbegehrt haben, für Freiheit gekämpft und es verstanden haben, ihre Identität zu bewahren.red./dos

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de