Unternehmen an die Region bin den

Kooperation zwischen Hochschule & Verbandsgemeinde für Ansiedlungs-Marketing-Kon

ZWEIBRÜCKEN-LAND „Was würden sie sich hier bei uns in der Region wünschen, um sich mit ihrem Unternehmen oder Start-up hier anzusiedeln?“ Diese Frage stellte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker den neun Studierenden des Masterstudiengangs Information Management an der Zweibrücker Hochschule bei dem Auftakt-Gespräch für das zweite, gemeinsame Kooperationsprojekt unter Leitung von Professor Michael Jacob.

„Ich sehe enormes Potenzial hier in dieser lebens- und liebenswerten Region“, bekräftigte der Verbandsgemeinde-Chef. Trotz herausragender Soft-Skills wie Naturnähe, exzellenter Infrastruktur mit vielfältigem Freizeitangebot und günstigem Bauland sowie attraktiver Gewerbegebiete wie etwa dem Steitzhof oder der Truppacher Höhe sei es bislang schwierig, Unternehmen anzusiedeln. Ziel sei nicht die „schnelle Ansiedlung“, sondern ein Marketing-Konzept, um nachhaltige Unternehmen in Zukunftsbranchen zu erreichen, die bei einem geringen Flächenbedarf eine hohe Wirtschaftskraft besitzen und langfristige Arbeitsplätze schaffen.

„Eine möglichst lange Produktionskette, gerne mit weiteren Unternehmen in der Region und gerne in Zusammenarbeit mit der Hochschule“, skizzierte der Verbands-Chef auf Nachfrage weiter. Eine hochwertige Internetversorgung sowie Glasfaserkabel in allen Gewerbegebiete seien dafür eine wichtige Voraussetzung. Dabei sollen Leerstände auch in den einzelnen Orten berücksichtigt werden, etwa als ein „Dorf-Büro“ für verschiedene Firmen oder als Start-up-Basis.

„Man hat festgestellt, dass jemand, der über 35 ist und noch in seiner Region, diese auch nicht mehr verlässt“, unterstrich Jürgen Gundacker die Überlegung, was getan werden kann, um Unternehmen an die Region zu binden. Mit unter 6 Prozent sei die Arbeitslosigkeit in Zweibrücken-Land sowohl im regionalen als auch zeitlichen Vergleich sehr niedrig. „Was kann die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land unternehmen, um für Wirtschaftsunternehmen so attraktiv zu sein, dass diese sich ansiedeln?“

Neutraler Blick auf die Region

Hierzu wünschen sich Jürgen Gundacker und auch Professor Michael Jacob Vorschläge von den Studierenden. Die sieben Männer und zwei Frauen bilden eine bunt gemischte Truppe, die Dank ihrer Vorbildung in unterschiedlichen Studienabschlüssen über ein breit gefächertes Wissen verfügt. Da sie nicht nur aus dem Saarland und dem Raum Pirmasens, sondern sogar aus Mannheim und München kommen, haben sie einen neutralen Blick auf die Region, die sie „von außen“ betrachten. Nach der Erfahrung von Professor Michael Christ profitieren die Studierenden und die Region so gleicher Maßen von dem Kooperationsprojekt. Er betont: „Im Rahmen solcher Projektarbeit lassen sich nicht nur Theorie und Praxis verknüpfen, sondern auch der Campus mit der Region verbinden.“

Diesmal erarbeiten die Studierenden in einem visionär-strategischen Ansatz für die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land ein Marketing-Konzept, das die Potenziale und Chancen zusätzlicher Gewerbeansiedlungen untersucht. Aus diesen Ergebnissen werden konkrete Maßnahmen zur Umsetzung entwickelt und vorgeschlagen. Dies ist bereits das zweite Kooperationsprojekt dieser Art zwischen Verbandsgemeinde und Hochschule. In einem ersten Projekt wurden von einer anderen Studentengruppe wertvolle Impulse für das Energiemanagement an Schulen und bei der Feuerwehr praktische Maßnahmen zur Energie-Effizienz in Zweibrücken-Land erarbeitet, die jetzt realisiert werden. „Dazu zählen beispielsweise auch neue Kühlschränke, weil die alten noch Energiefresser sind“, skizziert Jürgen Gundacker.

Das Image verbessern

Bereits in dem ausführlichen Auftaktgespräch mit den Studierenden kristallisierte sich heraus: Um die Attraktivität der Region zu erhöhen, ist es vor allem von Bedeutung, ihr Image zu verbessern, ihr einen Namen zu geben, ein Dach zu geben. Unter anderem deshalb seien Unternehmer bereit, etwa in München deutlich höhere Preise zu bezahlen. „Ein niedriger Grundstückspreis allein reicht nicht aus.“ Darin war sich die Gruppe sofort einig. Ein weiteres, entscheidendes Thema für den Standortfaktor wird die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln sein, sowohl mit der Bahn als auch per Flugzeug.

Zum Semesterende Anfang Juli werden die Ergebnisse des Marketing-Konzeptes präsentiert. cvw

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