Unruhige Zeiten - boomende Branchen

Nicht alle leiden derzeit gleichermaßen

Turbulent ist die derzeitige Epoche mit Sicherheit. Und tatsächlich leiden derzeit einige Branchen so sehr, dass sie für die kommenden Jahre als Investitionsfeld für viele regelrecht „verbrannt“ sein dürften. Allerdings sieht es längst nicht überall so schwarz aus – ganz im Gegenteil.

2020 dürfte zweifelsohne auch für Investoren als eines der denkwürdigsten seit dem Krieg in die Geschichte eingegangen sein – nicht nur wegen der extremen Tal- und anschließenden Bergfahrten der Märkte im Frühjahr. Dass es 2021 merklich besser wird, wir vielleicht sogar eine Rückkehr zu „Business as usual“ erleben, erscheint derzeit kaum wahrscheinlich.

Denn weiterhin beherrscht Corona die Welt, es haben sich sogar besonders virulente Mutationen entwickelt. Die Impfstoffproduktion und -verteilung ist zwar angelaufen, die meisten Nationen sind jedoch noch mindestens mehrere Monate davon entfernt, signifikante Bevölkerungsanteile durchgeimpft zu haben. Selbst wenn, so weiß die Wissenschaft aktuell nur wenig darüber, wie lange die Immunität anhält und wie sie sich im Angesicht künftiger Mutanten verhalten wird.

Hinzu kommt eine doppelt schwierige Situation in den USA: Erstens, weil mit Joe Biden ein neuer Präsident antritt, der bereits deutlich machte, dass er eine radikal andere Politik als sein Vorgänger realisieren wird. Zweitens, weil nicht zuletzt die Erstürmung des Washingtoner Kapitols gezeigt hat, dass es in bedenklich großen Teilen verschiedener US-Bevölkerungsschichten gärt. Es erscheint deshalb realistisch, dass die USA auch jenseits der pandemischen Faktoren ein unsicheres Investorenpflaster bleiben werden.

Viele Branchen erwiesen und erweisen sich angesichts derart bewegter Zeiten als wenig standhaft. Sie sind für Investoren ein Verlustgeschäft, werden es auch wahrscheinlich für geraume Zeit bleiben. Zwar gibt es Fonds, die gegen diesen Trend agieren und gerade auf Verliererbranchen setzen. Wer jedoch auf größere Sicherheit und kurzfristigere Erfolge aus ist, sollte sich nach solchen Branchen umsehen, die sich von der Situation insgesamt weitgehend unbeeindruckt zeigen oder durch sie sogar boomen. Welche zu beiden Kategorien gehören und was dahintersteckt, das zeigt der folgende Artikel.

1. Von der Lage weitgehend unbeeindruckte Branchen

Corona selbst betrifft durch Shutdowns und andere Einschränkungen zwar viele Branchen, es leiden jedoch deutlich mehr Zweige; meist als „Verkettung unglücklicher Ereignisse“. Etwa die Aluminiumindustrie: Der Tourismus ist derzeit weltweit am Boden, also sind es auch die Airlines. Das bringt in der Folge die Flugzeugbauer in Bedrängnis, die wiederum zu den größten Abnehmern von Aluminium gehören.

Allerdings gibt es auch Branchen, die nicht oder nur abgeschwächt eingeflochten sind. Sie erleben durch die Lage zwar keine uneingeschränkten Höhenflüge, zeigen sich aber dennoch größtenteils unbeeindruckt – teilweise auch deshalb, weil sie in manchen Segmenten Verluste erleiden, in anderen dafür aber überproportional gute Umsätze erleben.

Das Baugewerbe

„Aktuell gehen wir von einem Umsatzrückgang von
rund 1% aus, nachdem wir das laufende Jahr mit
einem Umsatzplus von knapp 2% abschließen werden.“

Diese Worte des Präsidenten des Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) mögen verhalten klingen. Im Angesicht der allgemeinen Lage zeigen sie jedoch, dass trotz der Krise fast wie gewohnt gebaut wird.

Der einzige Bereich des Baugewerbes, der echte Einbrüche vermelden muss, ist jener, der sich gewerblichen Bauten verschrieben hat. Hier zeigt sich nicht nur, dass viele Auftraggeber kein Budget haben, sondern auch, dass in vielen anderen Chefetagen zumindest deutliche Zurückhaltung geübt wird.

Dagegen bleibt jedoch der öffentliche und vor allem der private Bau von Wohnraum ein wichtiges wirtschaftliches Zugpferd – nicht zuletzt aus dem Grund, dass sich viele Menschen in unsicheren Zeiten in materielle Werte flüchten; das eigene Haus, die Eigentumswohnung und dergleichen sind dafür typisch.
Hinzu kommt: Unter anderem die weitgehende Unmöglichkeit, wie bisher Urlaub zu machen, sorgt dafür, dass bei vielen Geld für andere Ausgaben vorhanden ist. Statt einer umfangreichen Reise werden nun gerne Renovierungs- und ähnliche Arbeiten in Angriff genommen. Das gilt zwar vordergründig für den DIY-Bereich, es entfällt jedoch auch ein spürbarer Teil auf Auftragsarbeiten von Fachbetrieben.

Logistik
Innerhalb einer Branche kann es dennoch Unterschiede geben; das zeigte bereits der vorherige Abschnitt. Noch deutlicher wird diese Tatsache beim Thema Logistik:

  • Long-Haul-Logistik am Himmel und auf den Ozeanen erlebte 2020 starke Einbrüche. Der Hamburger Hafen geht etwa davon aus, dass das Umschlagsniveau von 2019 erst 2024 wieder erreicht wird.
  • Auf der (europäischen) Straße hingegen hatte sich die Situation schon zum Ende 2020 deutlich entspannt. Eine wichtige Messgröße dafür ist der gewerbliche Verkehr über den Brennerpass, der im Dezember 2020 sogar noch über dem Vorjahreszeitraum lag.

Nicht zuletzt sorgt die Lockdown-Situation mit dafür, welche die Schließung vieler Handels- und sonstiger Betriebe erzwang. Der Onlinehandel und ähnliche Systeme, die auf Warenanlieferung setzen, können nach wie vor beste Zahlen vermelden. Auch darf hier das Thema Impfstoff nicht außenvorbleiben.
 
Die Logistikbranche ist der Schlüssel, ohne den keine einzige Impfdosis zu den Impfzentren gelangen würde. Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) spricht sogar von einem logistischen Jahrhundertprojekt.

Insgesamt geht es den Logistikern deshalb zwar nicht blendend, sie sehen sich vor der Herausforderung einer Deglobalisierung; aber zumindest geht es ihnen gut und sie können bei geschickten Investitionsstrategien Erfolge versprechen.

Telekommunikation

Vordergründing könnte man annehmen, dass die Telekommunikationsbranche auf der uneingeschränkten Gewinnerseite der Krise stünde – immerhin haben die Kontakteinschränkungen sämtliche Formen der Telekommunikation einen bislang ungekannten Boom beschert.

Tatsächlich jedoch sind diese Gewinne nicht ungetrübt. Hier zeigt sich die Abhängigkeit von vielen anderen wirtschaftlichen Sparten – da hier Gewinne schrumpfen und Insolvenzen drohen, sind zumindest die B2B-Teilbereiche der Telekommunikation ebenfalls negativ betroffen. Hinzukommt, dass die erhöhte Nachfrage, Corona-bedingt steigende Datenmengen und dergleichen viele Anbieter an ihre Kapazitätsgrenzen brachte.

Insgesamt lässt sich deshalb nicht von einer durchgängigen Boom-Branche sprechen, sondern von einer, die sowohl Gewinne wie Verluste erlebt. Es könnte besser laufen, allerdings auch viel schlechter.

Erneuerbare Energien

Der Einbruch der Langdistanz-Logistik und enorm verstärkte Heimarbeit: Diese Faktoren reduzieren den globalen täglichen Ölbedarf um schätzungsweise 2,5 Millionen Barrel. Gleichsam sorgt der aktuell verringerte Energiebedarf dafür, dass vielerorts auch Gas und andere fossile Energieträger leiden.
Erneuerbare Energien sind in dieser Situation der „lachende Dritte“. S&P Global Platts Analytics hat sich für eine umfassende Studie des Themas angenommen. Ihre Einschätzung:

“We believe the global growth outlook for renewables generally remains intact,
even if stimulus plans will likely prioritize employment and direct support
measures to the economy over green growth – especially in China and
emerging markets. Key risks for the sector are reductions in direct
subsidies and tax credits as observed in China, Europe, and the U.S.;
permitting; and a cloudier outlook for long-term prices.

On the other hand, continued strong investor appetite and declining costs
are allowing renewables to compete increasingly at grid-parity prices, but
with lower returns and rising market risks. As a result, larger renewables
players, with strong balance sheets and vertical integration to mitigate merchant
risks, may be better positioned and could move to consolidate the industry.”


Im Klartext also auch hier: Teile des Marktes werden primär in Zukunft Probleme bekommen, weil staatliche Gelder an anderen Stellen benötigt werden. Andere Teile hingegen zeigen sich weitgehend unbeeindruckt, wodurch die erneuerbaren Energien durchaus ein interessantes Investitionsfeld bleiben.

2. Angesichts der Lage boomende Branchen

Netflix ist vielleicht das beste Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Großteil der Menschheit staatlich angeordnete, persönlich auferlegte und/oder aufgrund mangelnder Alternativen unumgängliche Kontakt- und Reiseeinschränkungen betreibt: Im zweiten Quartal 2019 gewann der Streaming-Branchenführer 2,7 Millionen Neukunden. Ein Jahr später waren es 10,1 Millionen – nachdem im ersten Quartal sogar 15,8 Millionen Personen ein Abonnement abgeschlossen hatten.

Neben denjenigen Branchen, deren Aussichten insgesamt „Null auf Null“ aufgehen, hat die aktuelle Lage auch Sparten hervorgebracht, die zweifelsfrei alle Merkmale eines Booms beinhalten – Umsatzsteigerungen (fast) ohne jegliche Nachteile.

Die pharmazeutische Industrie

Aktuell scheint die Welt der pharmazeutischen Industrie nur noch ein Thema zu kennen: Corona-Impfstoffe. Und es ist wahr, dass allein dieser Faktor der Branche einen Höhenflug beschert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass derzeit mit enormem Aufwand Produktionsstätten etabliert werden.

Allerdings sind die Impfstoffe von BioNTech und Konsorten nur eine Seite der Medaille. Generell erlebt die Branche derzeit robuste Erfolge:

  • Das Thema Gesundheit, besonders in den Bereichen Stärkung von Abwehrkräften, ist derzeit in den Köpfen enorm vieler Menschen präsent. Ungleich stärker, als es normalerweise der Fall ist.
  • Es besteht eine starke Notwendigkeit für Körperhygiene zwischen Handseife, medizinischen Desinfektionsmitteln sowie durch deren Nutzung notwendige Pflegeprodukte.

Dementsprechend boomen nicht nur jene Betriebe, die in die Impfstofffertigung eingebunden sind, sondern weite Teile der pharmazeutischen Industrie. Nicht zuletzt im Angesicht weiterer Mutationen dürfte dieser Boom auch noch länger anhalten – wertneutral formuliert.

Die Gaming-Branche

Videospiele. Dabei handelt es sich insofern um einen Sonderfall, als dass hier unterschieden werden muss:

  • Im Bereich klassischer Videospiele erfolgt der Boom ohne weitere Vorzeichen. Hier gelten die gleichen Wirkmechanismen wie bei den Streaming-Anbietern: Millionen Menschen betreiben Social Distancing und bleiben zuhause. Dort suchen sie nach Unterhaltung und finden Sie in Form von Spielen für Konsolen und PCs.
  • Im Bereich digitaler Glücksspiele folgt der Boom ähnlichen Mustern. Hier muss er jedoch gegen Regularien agieren. Neue Vorgaben gibt es etwa beim Spiel um Jackpots. Die neueste Glücksspielgesetzgebung betrifft darüber hinaus auch Live-Casino-Spiele, die auf dem deutschen Markt nicht mehr angeboten werden dürfen.

Summa summarum gilt jedoch weiterhin „wir bleiben zuhause“, was der Gaming-Branche auch in den kommenden Monaten erfreuliche Zahlen bescheren wird.

Das Outdoor-Segment

Wanderstiefel; Campingkocher; Zelte; Funktionshosen – In einer Zeit, in der typisches Reisen kaum möglich und in der auch der Aufenthalt in Innenräumen unattraktiv ist, erscheint es nur als logischer Schritt, dass viele Menschen einen starken Drang dazu haben, Neues jenseits ihrer eigenen vier Wände zu erleben.

Diese Menschen finden die Antwort in einer der wohl klassischsten Varianten des Tourismus: Outdoor-Erlebnisse. Egal ob es sich um wenige Stunden dauernde Wanderungen in der unmittelbaren Heimatregion handelt; ob mehrtägige Campingaufenthalte in attraktiven Naturregionen oder Fahrradtouren mit Zelt und Schlafsack über hunderte Kilometer: Millionen entdeckten in jüngster Zeit diese rustikale Form der Freizeit- und Urlaubsgestaltung neu.

Dementsprechend verwundert es nicht, dass ein großer Teil der Outdoor-Branche gute bis sehr gute Zahlen vermelden kann – zumindest überall dort, wo die Kontaktbeschränkungen zumindest niedrigschwellige Bewegung in der Natur gestatten. Streckenweise waren und sind manche Produkte ausverkauft.

Gerade diese Lieferschwierigkeiten zeigen aber einen kleinen Wermutstropfen: Der Branche könnte es noch besser gehen, wäre sie nicht so sehr auf asiatische Herstellerländer angewiesen. Diese Tatsache hat bestehende Prozesse der Neuorientierung beschleunigt und sie bei anderen Unternehmen überhaupt erst angestoßen – Fertigung möglichst dort, wo die logistischen Räder selbst unter ungünstigen Vorzeichen hinreichen; am besten unter dem Dach einer vorhersehbaren EU-Gesetzgebung.

Allerdings ist ein Teil der Branche von diesen Erfolgen ausgeklammert: Es sind diejenigen Unternehmen, deren Fokus auf Wintersport liegt. Da dieser in den meisten europäischen Regionen stark touristisch organisiert ist, gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten, ihn auch unter pandemischen Vorzeichen zu genießen. Entsprechend haben die Hersteller von Wintersport-Equipment derzeit mit stark gesunkenen Absatzzahlen zu kämpfen.

Wohnmobil- und Wohnanhängerhersteller
Hotels zur Quarantänezone erklärt; Flüge gestrichen; teils sogar Grenzübertretungen untersagt. Angesichts dieser Tatsachen ist es ebenfalls kein Wunder, dass auch die luxuriösere Variante der Outdoor-Touristik derzeit viele neue Geschäftsfelder erschließt – und auch Zielgruppen, die zuvor nie daran gedacht hätten, ihre Urlaube in Wohnmobilien und -anhängern zu verbringen.

Auch hier sind die Zahlen überaus deutlich:

  • Im Juli 2019 wurden in Deutschland 5484 Wohnmobile neuzugelassen.
  • Im Juli 2020 hatten sich diese Zahlen auf 10.678 nahezu verdoppelt.

Die größten Erfolge verzeichnen dabei Wohnmobile und hier jene Modelle mit einem zulässigen Gesamtgewicht von nicht mehr als 3,5 Tonnen – die meisten Deutschen besitzen nur einen B-Klasse-Führerschein. Dieser erlaubt keine schwergewichtigeren Fahrzeuge und limitiert auch das Anhängergewicht auf 750 Kilogramm, was auch das Segment der Wohnanhänger etwas unattraktiver macht; derart leichte Wohnanhänger sind nicht nur in geringer Stückzahl am Markt vertreten, sondern schwerere Modelle benötigen auch entsprechend zugstarke PKW.

Auch interessant für Investoren: Jene Unternehmen, die sich auf die Vermietung derartiger Urlaubsmobile fokussiert haben. Denn Wohnmobile und -anhänger sind teuer. Sie erlauben auch einer weniger potenten Klientel denselben Urlaub.

Unterhaltungselektronik

Wer zuhause bleiben, sich möglichst gar nicht mit Menschen jenseits seines Haushalts treffen soll, tendiert dazu, wenigstens sicherzustellen, dass er zuhause beste Unterhaltung genießen kann.

Ähnlich wie es bei den Anbietern von Videospielen und Streaming-Dienstleistungen aussieht, verhält es sich deshalb auch bei den Herstellern der dazugehörigen und darüberhinausgehenden Hardware. Egal ob Fernsehgeräte, Soundsysteme oder andere Sparten des Entertainments, überall schlagen sich die Kontaktbeschränkungen deutlich sichtbar nieder.

Bestes Beispiel: Fernsehgeräte. Hier sanken die Umsätze seit 2012 in einer konstanten Kurve. 2020 wurde diese mit 3,868 Milliarden Euro nahezu gestoppt und wird Prognosen nach auch in den kommenden Jahren deutlich langsamer sinken. Beim Marktvolumen wurde der Trend sogar umgekehrt.

Doch auch hier könnte es der Branche besser gehen, wenn es nicht die langen Handelswege gäbe. Global betrachtet findet die Herstellung von Unterhaltungselektronik fast ausschließlich in Asien, namentlich China, statt.

Heim-Fitness

Wer derzeit in einen Hersteller von professionellen Fitnessgeräten für den B2B-Bereich investieren wollte, wäre wahrscheinlich schlecht beraten – aus kurz- und längerfristigen Gründen:

  • Kurzfristig bestehen in vielen Ländern Lockdown-Situationen. Ihnen unterliegen praktisch überall auch Fitnessstudios. Es droht sogar eine regelrechte Pleitewelle.
  • Mittelfristig werden nicht alle, die während der Ausgangsbeschränkungen umstiegen, wieder zurückkehren. Sei es, weil sie das Interesse verloren haben, sei es, weil sie andere Sportarten außerhalb von Studios für sich entdeckt haben.
  • Langfristig wird die Schließung vieler Studios in der Zeit nach Corona dazu führen, dass der Markt mit gebrauchten Geräten noch einige Zeit gesättigt sein wird.

Völlig anders sieht es jedoch jetzt im Segment der Fitness zuhause aus – allerdings aus denselben Gründen: Nicht jeder kann sich mit wenig technisierten Sportarten anfreunden, viele haben aus den erwähnten Gründen mehr liquide Mittel zur Verfügung.

Ein Beispiel dafür ist der Hersteller Peloton. Er orientiert sich nicht nur mit Ergometern und Laufbändern an Privatanwender, sondern offeriert auch ein Abonnement-basiertes Kurssystem. Zuletzt feierte der Hersteller mit seinen Quartalszahlen so gute Erfolge, dass sein Börsenkurs einbrach – er bekam Lieferschwierigkeiten.

Food & Kitchen

Während der Lockdowns dürfen Restaurants meist nur Takeaway-Services anbieten. Längst nicht jedes Haus kann dabei mitmachen. Auch hier ist es dementsprechend kein Wunder, dass von den Herstellern von Küchenelektronik über die Betreiber von Kochrezept-Internetangeboten bis hin zu neuen Geschäftsmodellen der Lieferung von Zutaten eine sehr große Branche derzeit Erfolge feiert.

Menschen bleiben zuhause, wollen trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, besonders gut speisen. Viele erkennen jedoch, dass ihre bisherige Herangehensweise dafür nicht ausreicht. Und sie sind gewillt, Geld in die Hand zu nehmen, um diesen Zustand abzustellen und so wenigstens in Sachen Qualität ein wenig jener Normalität zu genießen, die sie in früheren Zeiten beim Gang zum Restaurant bekamen.

Auch hier dürfte zu erwarten sein, dass viele Menschen auch nach der Pandemie noch dabeibleiben – auch wenn dann ebenso ein Boom der (noch verbliebenen) Gastronomie logisch erscheint.

Das Office-Segment
Weniger als die Hälfte aller Berufstätigen arbeitet derzeit zumindest zeitweise im Homeoffice. Zwar durchaus ein Erfolg, aber eine Zahl, die sich noch steigern lässt und die sich nach Wünschen von Virologen und zahllosen Politikern auch noch steigern soll, um die Infektionsketten nachhaltig zu durchbrechen.

Das bedeutet im Klartext:

  • Es besteht für die kommenden Monate noch viel Potenzial, dass noch bedeutend mehr Menschen vom eigenen Zuhause aus arbeiten werden. Längst nicht alles davon lässt sich simpel bewerkstelligen, indem Hardware aus dem Büro mitgenommen werden kann.
  • Selbst bei einem definitiven Ende der Pandemie werden aller Voraussicht nach nicht alle Menschen wieder zur regulären Präsenzarbeit zurückkehren. Zahllose Experten sind sich darin einig, dass Corona der Heimarbeit einen nicht mehr umkehrbaren Vorschub geleistet habe; dass Homeoffice gekommen sei, um zu bleiben.

Das bedeutet, sowohl jetzt wie auch noch für einige Jahre wird es trotz des Niedergangs in der Geschäftswelt einen großen Bedarf an Büroausstattung geben. Das betrifft nicht nur Elektronik, sondern buchstäblich alles, was ein Büro ausmacht – denn daran mangelt es nach wie vor zahllosen Personen, die per Notebook am Küchentisch arbeiten.

Zusammenfassung und Fazit

Weder das Coronavirus noch andere Ereignisse der derzeit so turbulenten Phase können allen Branchen so an die Substanz gehen wie es bei der Fliegerei und den Reisen derzeit der Fall ist. Das gibt aber auch Hoffnung und zwar generell: Selbst in sehr unruhigen Zeiten verbleiben immer Segmente, auf die Anleger noch mit Sicherheit setzen können – das mag vielleicht nicht die Zeiten selbst beruhigen, aber zumindest alle, die weiterhin ihr Geld auf sichere Art und Weise vermehren möchten.

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de