#Undjetzt?

Podiumsdiskussion zur Nachbesprechung der Juniorwahl am IGI

ILLINGEN Wie reagieren die Parteien auf die Wahlergebnisse? Was wollen sie ändern, um junge Menschen endlich richtig zu erreichen? All diese Fragen beschäftigten die (noch nicht wahlberechtigten) Schüler des Illtal-Gymnasiums nach der Juniorwahl im Mai, bei der sie in einem simulierten Wahlgang ihr eigenes Kreuzchen für die Partei ihrer Wahl setzen durften. Gerade Bündnis 90/Die Grünen konnten damals mit 41,0 Prozent überzeugen, gefolgt von der SPD mit 17,6, der CDU mit 10,2 sowie der FDP (8,8), der PARTEI mit 7,8 Prozent und einigen Tierschutzparteien.

Um jene Ergebnisse im Nachgang auszuwerten, diskutierten die an der Juniorwahl beteiligten Jugendlichen der Klassen 9, 10 und 11 mit Politikern der drei Parteien, die bei der Juniorwahl am IGI am besten abgeschnitten haben. Jeanne Dillschneider (Grüne), Christian Petry (SPD), Nadine Schön und Dr. Armin König (beide CDU) stellten sich den Fragen der Schüler in der Illipse.

Im Mittelpunkt stand dabei die Suche nach den Ursachen für die Wahlergebnisse – vor allem in Bezug auf junge Wähler – und mögliche Reaktionen darauf. Die Vertreterin der Grünen, Jeanne Dillschneider, zeigte sich über das Wahlergebnis erfreut und verwies darauf, dass die Grünen gerade Zukunftsthemen besetzt haben, die junge Menschen interessieren. Allerdings ging sie auch darauf ein, dass Entwicklungen wie der Erfolg der Fridays for future-Bewegung oder die Diskussion rund um die Videokritik des Youtubers Rezo an der CDU zum Erfolg beigetragen haben.

Die CDU-Abgeordnete Nadine Schön sowie Bürgermeister Dr. Armin König räumten ein, dass die CDU besser und schneller auf junge Menschen reagieren und an ihrer (digitalen) Kommunikation arbeiten müsse. Folglich sei beispielsweise die Reaktion auf das Rezo-Video falsch gewesen.

König betonte, dass sich Politik aktuell radikal ändere und man daran arbeiten müsse, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, Videos alleine würden dabei nicht reichen.

Auch der SPD-Abgeordnete Petry ging darauf ein, dass die SPD (ebenso wie die CDU) viel in den social media-Wahlkampf investiert habe, aber anscheinend der falsche Ansatz gewählt wurde.

Darüber hinaus interessierten die Schüler das Thema Umweltschutz (vor allem in Bezug auf Plastikmüll) und die Frage, wie man mit dem Zuwachs rechtspopulistischer Parteien umgehen solle. Trotz einiger Unterschiede plädierten alle Parteivertreter für einen stärkeren Fokus auf dem Thema Klimaschutz und führten verschiedene Maßnahmen an, die sie für sinnvoll erachten.

Resümierend kamen Themen zur Sprache, die gerade die jungen IGI-Schüler interessierten, und die Parteivertreter schafften es, den Jugendlichen das Signal zu geben, dass sie gehört werden.

Die Bitte der Grünen-Vertreterin Jeanne Dillschneider, ein gemeinsames Selfie des Saals machen zu können, rundete die Veranstaltung erfolgreich ab und demonstrierte, dass die Parteien versuchen, junge Menschen stärker zu berücksichtigen – damit junge Proteste z.B. gegen Artikel 13 oder gegen Umweltschutz nicht im Sande verlaufen.

Die Podiumsdiskussion im Rahmen der engagierten Stadt macht deutlich, dass Politik und Schule gemeinsam auch politisches Engagement der Jugendlichen stärken können, wenn sich alle respektvoll auf Augenhöhe begegnen.red./eck

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