Übung unter widrigen Umständen

Windböen und Corona-Hygiene erschweren Brigadesprungwoche auf dem Saargau

SAARLOUIS / DÜREN Die Transall C-160 und die M28 Skytruck am Himmel über Saarlouis: Die Luftlandebrigade 1 hat ihr jährliches Fallschirmsprung-Highlight veranstaltet.

Die „Brigadesprungwoche Süd“ ist ein besonderer Fallschirmsprungdienst mit taktischen Aspekten.

Die Fallschirmjäger und Luftlander der Brigade sowie deren selbstständigen Einheiten übten an fünf aufeinander folgenden Tagen den Fallschirmsprungeinsatz aus unterschiedlichen Luftfahrzeugen und nutzten gleichzeitig die Möglichkeit, ihre Pflichtsprünge zum Lizenzerhalt der Fallschirmsprungberechtigung – mit und ohne Gepäck – zu absolvieren.

Eröffnet wurde die Brigadesprungwoche durch den Kommandeur der Luftlandebrigade 1, Oberst Jens Arlt. Als erster Springer der Woche handelte er ganz nach der Philosophie: „Der militärische Führer führt von vorne und teilt Entbehrungen mit seinen Soldaten.“

Insgesamt standen der sogenannten „springenden Abteilung“ 2000 Fallschirme für die gesamte Woche zur Verfügung.

Stark schwankende Windverhältnisse sowie die Covid Hygienebestimmungen schränkten den Sprungdienst jedoch ein, so dass am Ende der Woche 492 Automatik-Sprünge absolviert werden konnten.

Sicherheit und Gesundheit gehen bei Übungsvorhaben vor. Der günstigste Sprungtag war der Freitag mit 205 Automatik-Springern am Himmel über den Feldern von Düren.

Die unkalkulierbaren und teilweise starken Winde an der Landezone stellten die Springer – an ihren nicht lenkbaren Rundkappenschirmen vom Typ „T-10“ – vor große Herausforderungen.

So wurde zum Beispiel ein kontrollierter und verletzungsfreier Landefall teilweise erschwert, da die Springer in sehr schneller Rückwärts- oder Seitwärtsfahrt auf dem Absetzplatz landen mussten.

Prellungen und Schürfwunden sind in diesem Zusammenhang dieses Mal nicht ausgeblieben.

Beim Freifallsprungdienst, der parallel an allen Tagen auf dem Flugplatz in Zweibrücken stattgefunden hatte, wurden insgesamt 544 Sprünge abgeleistet.

Da der Flächenschirm vom Typ „TW7“ lenk- und steuerbar ist, hatten die „Freifaller“ wesentlich weniger Probleme bei der Durchführung ihrer Ausbildung. Als Luftfahrzeug nutzten diese eine zivile Cessna 208.

Trotz der Einschränkungen aufgrund des Wetters und der Hygienebestimmungen kann die Brigadesprungwoche als erfolgreich bewertet werden.

Den Teilnehmern wurde wieder aufgezeigt, dass ein regelmäßiges Üben – auch unter widrigen Verhältnissen – wichtig ist. red./am

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