Turm von Sankt Alban saniert

Sicherungsmaßnahmen wurden an Gersheimer Pfarrkirche durchgeführt

GERSHEIM 44 Jahre nach der letzten großen Turmsanierung wurden jetzt wieder umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an der Pfarrkirche Sankt Alban durchgeführt. Nachdem festgestellt worden war, dass oberhalb der elektronischen Kirchturmuhr der Außenputz lose und rissig war, wurde es umfangreich untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Schäden noch größer waren, als vermutet. Insbesondere die Schwingungen der vier Glocken mit einem Gesamtgewicht von 2486 Kilogramm, die der Heiligen Barbara, dem Heiligen Josef, dem Heiligen Alban und der Gottesmutter Maria geweiht und seit 65 Jahren bei allen Gottesdiensten aber auch beim Angelusläuten morgens, mittags und abends ihre ehernen Stimmen erklingen lassen, seien dafür der Grund. Belegt wurde die Annahme mit weiteren Schwingungsmessungen. Nachdem der Contwiger Architekt Hermann Held mit der Planung beauftragt worden war, folgte als erster Schritt der Einbau leichterer Klöppel, die einen kleineren Schlagwinkel benötigen. Der zuerst favorisierte Einbau einer elektronischen Steuerung mit einem Finanzaufwand von rund 10000 Euro wurde jedoch verworfen. Stattdessen wird weiter auf die bisherige noch voll funktionsfähige Schütz-Steuerung gebaut. Ab Juni wurde der marode Verputz des 1846 mit dem Kirchenschiff erbauten Turmes beseitigt und neu aufgetragen. Wegen der Sommerhitze mit hohen Temperaturen verzögerten sich die Arbeiten, werden aber demnächst abgeschlossen sein. Auch wurden die Leitungen im Außenbereich unter Putz gelegt und neue Leuchtkörper für die Außenbeleuchtung angebracht. Neben seiner Sanierung wurde der 36 Meter hohe Turm mit seinen 77 Stufen zudem Brandschutz ertüchtigt. Auch hier fand ein Umdenken statt. So wurde die Nutzung der noch makellosen Kirchenfenster dem Einbau neuer Schallschutzfenster vorgezogen. Daneben wurde zwischen Turm und Speicher, um ein Übergreifen der Flammen vom Innenraum zu verhindern, eine Brandschutztür eingebaut. Weitere wichtige Gewerke wurden zumeist von regionalen Firmen erledigt. Sind die Arbeiten vollständig erledigt und das Gerüst beseitigt, erfolgt noch die Untersuchung des Sockels, um auch dort eventuelle Schwachstellen zu beseitigen. Wie Stanislaus Fontana vom Pfarrei-Verwaltungsrat mitteilte, konnten die ursprünglich vorgesehenen Sanierungskosten erheblich gesenkt werden. Finanziert wird die Summe zu 65 Prozent aus Mitteln der Diözese und die restlichen 35 Prozent mit Geldern der Pfarrei Heilig Kreuz. Die unter Denkmalschutz stehende Kirche Sankt Alban, ein rechteckiger, verputzter Saalbau im klassizistischen Stil mit eingezogenem Frontturm und halbrunder Apsis, bildet mit dem benachbarten Pfarrhaus ein Ensemble und ist geistiger Mittelpunkt der Pfarrei. Darin ist ein Türsturz eingemauert, der spätgotische Formen aufweist und mit der Jahreszahl 1615 bezeichnet ist. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Kirchengebäude schwere Schäden. Im Jahr 1950 wurde das Gotteshaus restauriert und erweitert sowie einer Innen-Restaurierung unterzogen. red./ott

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