Trotz Lockdown in Kontakt bleiben

Die Restriktionen durch Corona bestimmen seit über einem Jahr den Alltag und die sozialen Kontakte leiden darunter. Dabei gibt es Mittel und Wege, die physische Distanz zu überbrücken und mit den Liebsten trotz der ungewöhnlichen Umstände in Kontakt zu bleiben. Mit neuester Technik, bewährten Methoden von früher oder kreativen neuen Ideen fühlt man sich schnell weniger allein.

Videochats und Telefonate

Der neue Klassiker und sicherlich der einfachste Weg, auch in diesen schwierigen Zeiten in Kontakt zu bleiben, sind Videochats und Telefonate. Das Smartphone oder der Laptop ersetzen den Kaffee zwischen einem und man kann sich kurz oder ausgiebig austauschen. Die Stimme des anderen zu hören oder sich über Video zu sehen mindert das Gefühl der Isolation und schafft einen deutlich engeren Kontakt.

Mit der Post

In der guten alten Zeit, lange vor der Pandemie und vor dem Internet, blieb man noch ganz ohne Skype oder Zoom in Kontakt. Die Post war das Kommunikationsmittel Nummer Eins. Und sie ist immer noch ein fantastischer Weg mit den Liebsten in Kontakt zu bleiben. Überraschen Sie ihre Familie oder Freunde mit einem handgeschriebenen Brief oder einer Postkarte. Einfach so oder zumindest zu besonderen Anlässen wie der Geburt eines Kindes, einer Beförderung oder das meistern einer Prüfung. Briefe sind und bleiben ein klassisches intimes Medium, doch Bilder sagen mehr als tausend Worte. Deshalb ist es noch persönlicher, Karten online zu gestalten und ganz individuelle Foto- und Grußkarten zu verschicken. Eine Postkarte bedruckt mit einer Lieblingserinnerung wertet schon die Freundschaft auf, ohne dass überhaupt ein Wort geschrieben werden muss.

In einem Brief oder einer Karte auszudrücken wie sehr man jemanden vermisst, wie dankbar man für eine Beziehung ist, wie viel Stolz man für jemanden empfindet oder wie sehr man sich bereits auf ein Wiedersehen freut, hat so viel mehr Gewicht als eine Chatnachricht voller Emojis, die man kurz zwischen Tür und Angel geschrieben hat. Für Grüße auf dem postalischen Weg muss man sich Zeit nehmen und Briefmarken erwerben, man muss sich Gedanken machen und kann daher keine Post versenden, die nicht mit Herzblut gefüllt ist. Wer Gefallen am Schreiben findet, kann sich online auch einen Brieffreund - entweder in Deutschland oder international von überall auf der Welt - vermitteln lassen und so ganz neue Kontakte aufbauen.

Gemeinsam lesen

Zusammen ins Kino zu gehen gehörte vor Corona zu einer der beliebtesten Aktivitäten unter Freunden oder innerhalb der Familie. Da dies aktuell leider nicht geht, halten Filme oder Serien her, welche man sich online gemeinsam ansehen kann, ohne tatsächlich im selben Raum zu sein. Doch neben Netflix, Amazon Prime oder Disney Plus gibt es auch noch eine eher unkonventionelle Art, gemeinsam in Medien und Geschichten abzutauchen. Bücher. Eigentlich ein eher isoliertes Hobby, kann auch in eine Aktivität mit Freunden umgewandelt werden. So kann man bei den Videochats gemeinsam lesen, sich gegenseitig die Lieblingsbücher vorlesen oder sogenannte „Buddy Reads“ veranstalten, der wie ein privater Buchclub zu zweit funktioniert und bei dem man in einem bestimmten Zeitabschnitt vorher abgesteckte Seitenanzahlen in einem ausgewählten Buch liest. Wer noch etwas mehr Herausforderung möchte, kann auch bei „Readathons“, sogenannten Lesemarathons mitmachen, die mit bestimmten Aufgaben und vorgegebenen Themen das Lesen zu einer spielerischen Herausforderung machen. Egal ob man sich dabei für neu erschienene Bücher entscheidet oder die, die schon lange im Regal auf unsere Aufmerksamkeit warten, ist jedem selbst überlassen.

Digitale Spieleabende

Genauso wie das gemeinsame Lesen bieten sich digitale Spieleabende an um vor allen in Gruppen oder in der Familie für ein wenig Abwechslung und Normalität zu sorgen. Über speziell für solche Szenarien errichtete online Plattformen, bei denen man sich einloggt und gemeinsam Abenteuer erlebt oder Rätsel löst oder über ganz normale Spiele, für die man nicht physisch zusammensitzen muss. Zum Beispiel das beliebte Spiel „Wer bin ich“, bei dem man die Post-Its mit dem Wort einfach an den Laptop kleben kann, der Klassiker Schnick Schnack Schnuck, Schiffe versenken, Stadt Land Fluss oder Merkspiele. Haben beide Partien das gleiche Spiel Zuhause können gegebenenfalls sogar Spiele wie Activity so umgewandelt werden, dass man sie auf Distanz spielen kann.

Neue Themen erschließen

In gemeinsamen Erinnerungen zu schwelgen, die neuesten Nachrichten zu erläutern oder Pläne für die Post-Corona-Zeiten zu schmieden eignet sich für eine Konversation natürlich immer. Doch auf Dauer wird auch das ermüdend. Warum also nicht neue Themen erschließen und diese diskutieren? Zum Beispiel ob man an der anstehende Earth Hour teilnimmt oder wie man sich aktiver beim Klimaschutz einbringen kann. Wie wird eigentlich eine Gitarre gebaut oder welche Pflanzen sind in der Umgebung heimisch? Woher kommen die Namen bestimmter Orte wie Blieskastel, Sitterswald oder Ludweiler? Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem Saarbrücker Schloss? Wie wurde das Radfahren zu solch einer beliebten Sportart? Und welche Sprachen spricht man eigentlich in Indien? Die Liste an Themen, über die man sich unterhalten kann, ist endlos, wenn man ein wenig über den Tellerrad hinausblickt.

Sich besser kennen lernen

Vielleicht kommt in dieser Zeit der Isolation bei einigen Beziehungen die Frage auf, wie gut man sich tatsächlich kennt. Wissen wir über die Träume und Ängste derjenigen Bescheid, die wir Freunde nennen? Kennen wir Lieblingsessen, die verrücktesten Erlebnisse oder ihre Meinung zu bestimmten Themen? Falls die Antwort nein lautet, kann man die Telefonate oder Videochats zum Anlass nehmen, das zu ändern. Entweder mit natürlich eingefädelten, tiefgründigen Gesprächen, die sich nach einem ersten Anstupsen ganz von selbst ergeben oder mit Hilfe von Kennenlern-Karten wie von Sondermoment, tacheles oder Talk-Box. So werden die Beziehungen trotz Lockdown gestärkt anstatt geschwächt und man fühlt sich enger verbunden denn je.

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